Visual Gallery - Dokumentarphotographie - Jürgen Escher: LebenHelfen

Bildgalerie betrachten LEBENHELFEN / KOMITEE CAP ANAMUR
Jürgen Escher

Einen festen Platz im Ausstellungsparcours der Visual Gallery auf der photokina 2006, die vom 26. September bis 1. Oktober ihre Tore in Köln öffnet, hat die Dokumentarphotographie. Zu sehen sind Arbeiten, die Jürgen Escher im Laufe von mehr als 20 Jahren in Kooperation mit dem Komitee CAP ANAMUR geschaffen hat. Die Präsentation in der Visual Gallery bietet einen Ausschnitt aus einer Ausstellung, zu der 2005 ein gleichnamiges Buch erschienen ist. Einer der Redakteure, Christian Frevel, hat folgenden Text verfasst: „Seit mehr als 20 Jahren begleitet Jürgen Escher die Einsätze des ‚Komitee CAP ANAMUR’ als Photograph und Dokumentarist. Er ist das ‚photographische Gedächtnis’ von CAP ANAMUR. Seine Photos beschreiben die Arbeit, die Hilfe und den Alltag in den Projekten von CAP ANAMUR weltweit. Die 1979 von Rupert Neudeck ins Leben gerufene Nichtregierungsorganisation hilft Menschen, insbesondere Flüchtlingen, in aller Welt.“

Der Photograph Jürgen Escher versucht in seiner Arbeit, den Menschen nahe zu sein. Es gelingt ihm, diese Nähe zu den Menschen auch bildlich umzusetzen. Je näher der Photograph - also Jürgen Escher - einem Menschen buchstäblich "auf den Leib rückt", umso mehr verschwinden störende Elemente aus dem Bild, tritt inszenierendes Beiwerk in den Hintergrund und zurück bleibt der reale Mensch. "Photographie auf Augenhöhe" hat der Professor für Photographie Jörg Boström dies einmal genannt, als er die Arbeitsweise Jürgen Eschers beschrieb. So entsteht eine Begegnung mit dem Mitmenschen, der die Realität ins Auge nimmt und den Beobachter direkt ins Geschehen hineinzieht. Die Armut, die gerade in der so genannten "Dritten Welt" zwangsläufig die Szenerie für die Photos liefert, wirkt auf diese Weise nicht elend. So wie die Menschen dort in ihrer Armut auch glücklich oder traurig sein können, so werden sie durch die beobachtende Nähe oder besser „nahe Beobachtung“ geschildert. Diese photographierte Wirklichkeit hat nichts Voyeuristisches, nichts Künstliches, nichts Überhebliches. Sie begleitet die Menschen in ihrem Alltag und versucht, diese Wirklichkeit so zu vermitteln, als wäre man „mittendrin".

Rupert Neudeck forderte von seinen Mitstreitern bei CAP ANAMUR eine „humanitäre Radikalität": Sie sollten sich ganz in den Dienst der Sache stellen. Genau dies hat Jürgen Escher in den vergangenen mehr als 20 Jahren getan. Er sieht seine Rolle als Photograph stets als Teil dieser Menschenrechts- und Nothilfearbeit; auch, weil er seinen künstlerischen Ansatz in der „sozialen Photographie" sieht.

Die Visual Gallery at photokina ist Teil eines einzigartigen Kreativzentrums für Imaging-Profis in der Halle 1 des Kölner Messegeländes, in dem die Ausstellung „LebenHelfen" ein Glied in einer Präsentationskette von weltbekannten Berufsphotographen und ausgezeichneten Nachwuchskünstlern ist.
 

photokina 06 / 2006

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