Trends im Consumer Imaging

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Photo-Welt so vielfältig und leistungsstark wie noch nie

Der Boom ist ungebrochen, auch wenn sich die Anzahl der verkauften Kameras nicht mehr von Jahr zu Jahr um 100 Prozent verdoppelt. Aber allein 450 neue Digicam-Modelle kamen 2003 auf den deutschen Markt. Und auf der photokina in Köln vom 28. September bis 3. Oktober 2004 wird eine wahre Flut an neuen Modellen für weiteres Wachstum sorgen. Die Kameras werden immer besser und brauchen leistungsfähigere Bildsensoren und Objektive, schnellere Memory Cards mit höheren Speicherkapazitäten, hellere, größere und sparsamere Monitore, Spezialakkus mit höherer Packungsdichte und natürlich werden die besten Bilder mit dem heimischen Photodrucker auf lichtbeständigem Inkjetpapier geprintet oder an den Terminals im Handel bestellt.

Drei-Klassen-Gesellschaft:
digitale Spiegelreflexkameras

Steigerungsraten von 500 Prozent im ersten Halbjahr 2004 gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum 2003 sind die ersten Anzeichen dafür, daß digitale Spiegelreflexkameras enormes Interesse der Verbraucher auf sich ziehen. Ein Grund für die boomende Massenakzeptanz sind qualitativ hochwertige digitale Spiegelreflexkameras zu Verkaufspreisen von unter 1000 Euro. Die zweite Marktsäule bilden die D-SLR-Modelle der gehobenen Mittelklasse um 1500 bis 1800 Euro, die schon fast wie Profimodelle ausgestattet sind. Alle namhaften Hersteller aus dem klassischen Photobereich präsentieren auf der photokina digitale Spiegelreflexkameras in der gehobenen Leistungsklasse. Aber auch in der digitalen SLR-Profiliga, die sich in Preisregionen um 5.000 Euro und höher bewegt, lüftet sich auf der Weltmesse des Bildes noch der eine oder andere Schleier.

Auf "digital" getrimmt:
neue Objektive und Blitzgeräte

Neues gibt es auch bei Objektiven mit speziell für digitale Bildsensoren gerechnetem Strahlengang, wobei kompakte Zooms mit kleinerem Bildkreis voll im Trend liegen. Die - gegenüber analogem Film - veränderten Reflexionseigenschaften der Bildsensoren erfordern spezielle Blitzgeräte mit Vorblitzsteuerung und verbesserter Digitaleignung, so daß auch hier zahlreiche Innovationen zu erwarten sind.

Zwerge mit Chic:
digitale Kompaktkameras

Die mit weitem Abstand meist verkauften Modelle sind digitale Kompaktkameras mit Zoomobjektiv. Sie kommen ohne Wechselobjektive aus, so daß ein möglichst großer Zoombereich wichtig für die Bildgestaltung ist. Zur photokina kommen viele Kameras mit optischen Acht-, Zehn- und sogar Zwölffachzooms auf den Markt. Im Telebereich liegt der Rekord momentan bei 420 mm (entsprechend Kleinbild), mit optischem Telekonverter sogar bei 620 mm. Interessant sind auch kleinere Zooms, die den Weitwinkelbereich erschließen. Sogenannte Bildstabilisatoren, die auf optischem oder elektronischem Wege Verwacklungen bei der Aufnahme egalisieren, sorgen für scharfe Aufnahmen auch bei langer Telebrennweite und bei schlechten Lichtverhältnissen. Wie vor Jahren in der Welt der analogen Photographie, so kommen auch in der Digitalwelt sogenannte Meßsucherkameras auf den Markt. Diese hochpreisigen Produkte verbinden die Vorteile kompakter Bauweise mit der Möglichkeit, die Objektive auszuwechseln.

Feinabstimmung der Megapixel-Klassen
Nach wie vor ist die Auflösung des Bildaufnahme-Chips eines der wichtigsten Kriterien für die Leistung von Digitalkameras. Eine immer feinere Differenzierung der Megapixel-Klassen liegt im Trend: Die Abstufung im Kompaktsektor liegt zwischen 3 und 8 MB, jeweils in Megapixel-Schritten. Das fehlende Glied war bislang die 7-Megapixel-Klasse, die ihre Premiere auf der photokina feiert. Diese generieren riesige Dateigrößen, die selbst bei Postergröße noch gestochen scharfe Bilder mit feinsten Details ermöglichen.

Verbraucher greifen zu Designmodellen
Wie bei allen erfolgreichen Hightech-Produkten für Consumer, so ist auch in der Photobranche das Design ein wichtiges Kaufargument. Ansprechende Formen begeistern nicht nur die Augen und das Herz. Fast jeder der führenden Hersteller hat sich diese Tugend zumindest mit einem Modell zu eigen gemacht und setzt auf das schicke Aussehen als wichtiges Verkaufsargument.

High-Tech:
brillante Displays, kurze Auslöseverzögerung,
neue Minilinsen

Doch nicht nur das Aussehen läßt die Herzen der Photo-Freaks höher schlagen, sondern auch zahlreiche technische Innovationen wie große, brillante und "schnelle" Monitore. So soll die neuartig entwickelte OLED-Technologie gegenüber LCD-TFT-Displays brillantere, widerstandsfähigere und nur halb so schwere Monitore ermöglichen. Ein weiteres lohnendes Betätigungsfeld für neue Entwicklungen ist auch die Verkürzung der Auslöseverzögerung bei kompakten Digicams bis auf 0,06 Sekunden. Außerdem: Minilinsen aus Keramik sorgen für noch kompaktere Kameras und bilden die Basis für zukünftigen Einsatz der Technologie in Kamerahandys.

Mobile Imaging:
Schnappschuß-Photographie von morgen

200 Millionen Photohandys sollen im Jahr 2004 weltweit verkauft werden - das sind ganz neue Dimensionen in der Verbreitung von Produkten zur Bildaufnahme. Die Photohandys der neuen Generation haben einen größeren Monitor, einige sogar ein Zoomobjektiv eingebaut. Auf der photokina werden die neuesten Camphones mit 1 bis 3 Megapixel präsentiert. Kamerahandys übernehmen sukzessive die Rolle der "Immer-dabei-Schnappschuß-Kamera". Das zeigt auch das Engagement zahlreicher Photounternehmen, die zum Beispiel zukünftig Digicam-Sensoren für Handsets oder Kameramodule für Photohandys mit einem hochwertigen Bildsensor und integriertem Bildverarbeitungsprozessor produzieren.

Die Photoindustrie sieht im Camphones-Boom auch die Chance, photoabstinente junge Zielgruppen für die Photographie zu begeistern und hofft, daß die Photohandy-User bessere Bildqualität haben wollen und zu "echten" Digitalkameras höherer Preis- und Leistungsklassen greifen werden. Wie man von modernen Photohandys gute Prints bekommt, wird auf der photokina live präsentiert.

Multifunktionsspeicher für Tausende von Bildern, Musik und Daten
Die Nachfrage nach hoch kapazitiven Speichermedien wächst weiter, die in verschiedenen Geräten sowohl für digitale Bilder als auch für datenreduzierte Musikformate eingesetzt werden können. Daher gewinnen SD-Karten und Memory Sticks zunehmend an Bedeutung. An der Dominanz der CompactFlash-Karten im Photomarkt wird sich jedoch aufgrund gesunkener Preise vorerst nichts ändern. Welches Medium auch immer: Der Verbraucher bekommt für immer weniger Geld immer mehr Speicherplatz bis hin zu mehreren Gigabyte für tausende Photos in höchster Auflösung - und höhere Geschwindigkeiten beispielsweise von 15 MByte pro Sekunde.

Bilder im Home Cinema:
DVD-Player, Beamer und Flachbildschirme

Home Cinema ist ein weiterer Trend, der auf der Weltmesse des Bildes umfangreich mit zahlreichen Neuheiten präsentiert wird. So sind DVD-Player auch für die Präsentation der digitalen Bilder auf dem TV-Bildschirm interessant, weil sie auch Photo-CDs und auf CD-ROM gespeicherte JPEG-Dateien wiedergeben können. Auf der photokina werden noch mehr DVD-Player mit Slots für die gängigen Speicherkarten erwartet, die eine Übertragung der Bilder direkt aus dem Medium auf den Fernseher ermöglichen. Im Zusammenhang mit dem ebenfalls im Trend liegenden Home Cinema gewinnen auch die Beamer zunehmend an Bedeutung für die digitale "Diaprojektion". Die Winzlinge mit mittlerweile riesiger Lichtleistung von 1.300 ANSI-Lumen und mehr glänzen durch geringes Gewicht, hohe Transportabilität und brillantes Sehvergnügen. Im Zentrum des neuen "Heimkinos" stehen die im Markt boomenden Flachbildschirme aus Flüssigkristall oder Plasma, die in den neuesten Varianten einen Quantensprung in Sachen Bildqualität bedeuten. Originell auch ein digitaler Bilderrahmen, in den man seine Speicherkarte steckt und der die digitalen Bilder in bester Qualität zeigt - als Dauerstandbild im Wohnzimmer oder als wechselnde Show.

Digitalcamcorder zu kompakten Multimediamaschinen
Hier werden zahlreiche Hochleistungscamcorder im Handtaschenformat mit Photofunktion sowie eine völlig neue Kamerageneration präsentiert - eine innovative Kombination aus hochwertiger Photokamera und digitalem MPEG2-Camcorder in einem Gerät.

Zu Hause drucken: beliebt und immer besser
Homeprinting ist zwar eine nicht ganz preiswerte Variante, um seine eigenen Digitalbilder auszudrucken, doch das tut der Beliebtheit dieser Methode offensichtlich keinen Abbruch. Das liegt auch an den immer leistungsfähigeren Geräten, der immer komfortableren Bedienung und den damit verbundenen immer überzeugenderen Bildergebnissen - auch Dank der Entwicklungen bei Inkjetpapieren, Druckköpfen und Tinten. Der Direktdruck und die drahtlose Datenübertragung an den Drucker gewinnen zunehmend an Bedeutung. Neue Standards wie PTP (Picture Transfer Protocol) für die Übertragung der Bilder auf den Rechner ohne vorher Treiber installieren zu müssen, vereinfachen den Umgang mit digitalen Bilddateien weiter. Auf der photokina wird der erste Drucker vorgestellt, der mit Farbtröpfchen von nur noch 1 Pictoliter Größe druckt. Dies bedeutet eine neue Ära in der Feinabstufung von Inkjetfarben.

Photographie mit Film:
großer Markt, aber wenig Innovationen

Interessante Neuheiten werden auch im analogen Bereich erwartet. Die analogen Kameras, die Objektive und die Filme sind besser denn je und haben immer noch glühende Anhänger und treue Käufer. Ein zukunftsweisender Trend, der die analoge Photographie im Mittelpunkt hat, ist indes nicht zu erkennen, wohl aber weitere Versuche, die analoge mit der digitalen Welt zu verbinden.

Weitere Informationen: http://www.photokina.de
 

photokina 09 / 2004

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