Wir haben nachgefragt: Hans Findling – Nachwuchs-Sonderpreisträger von „Blende 2013“

© Hans Findling
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Mit Deinen 18 Jahren hast Du es bereits geschafft, eine Dir eigene Bildsprache zu entwickeln. Du suchst bei Fotowettbewerben, wie dem Deutschen Zeitungsleser-Fotowettbewerb „Blende“ oder dem Deutschen Jugendfotopreis, den Wettstreit und die Herausforderung. Die Juroren der bundesweiten Endausscheidung von „Blende 2013“ zeichneten Deine fotografischen Leistungen mit dem Nachwuchs-Sonderpreis des Photoindustrie-Verbandes aus und stellten einstimmig fest, dass Du es brillant verstehst, die Dir zur Verfügung stehende Technik gezielt einzusetzen, um Motive zum Blickfang werden zu lassen.

Kannst Du Dich an Deinen ersten Kontakt zur Fotografie erinnern?

Im Rahmen eines Schulprojektes benötigte ich vor zirka vier Jahren Fotos, mit denen ich einen Vortrag vervollständigen wollte. Von einem Freund habe ich mir damals eine DSLR (Canon) ausgeliehen, die ich, nachdem ich die notwendigen Fotos gemacht hatte, am liebsten gar nicht mehr hergegeben hätte. Dies dürfte der Moment gewesen sein, an dem mein bis heute bestehendes großes Interesse an der Fotografie geweckt wurde.

© Hans Findling
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Du sagst, die erste Kamera, mit der Du fotografiert hast, war gleich eine digitale Spiegelreflexkamera. Hattest Du keine technischen Berührungsängste? Was war für Dich die größte Herausforderung beim Umgang mit einer Dir nicht vertrauten Kamera?

Sicherlich ist man zunächst ahnungslos, was die Benutzung eines völlig neuen Geräts betrifft. Frei nach dem Motto „Versuch macht klug“ sollte man einfach möglichst viel mit einer neuen Kamera arbeiten. So lernt man am schnellsten hinzu. Hier besteht der Vorteil, dass bei einer fehlerhaften Benutzung eigentlich nichts kaputt gehen kann. Die heutige Technik bietet fast grenzenlose Möglichkeiten, und eine Kamera ist das perfekte Werkzeug, um diese auszutesten.

Aus welchen Komponenten besteht Dein aktuelles Equipment?

Aktuell verwende ich eine Canon EOS 5D Mark III mit 17-40mm, 50mm und 70-200mm sowie eine Fuji X20. Hinzu kommen natürlich Stativ und diverse Filter.

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Was macht für Dich die besondere Faszination an der Fotografie aus?

Ganz besonders interessant ist für mich die Möglichkeit, ähnlich wie beim Malen, die letztendlich gewünschten Ergebnisse zu „planen“. Das Auswählen geeigneter Locations und Motive, Überlegungen zu den für die Umsetzung idealsten Bedingungen (Tageszeit, Licht usw.) und natürlich das eigentliche Shooting faszinieren mich immer wieder aufs Neue. Auch die nachträgliche Bearbeitung der Ausbeute am Rechner begeistert mich sehr. Es ist fantastisch, welche Möglichkeiten einem neben der reinen Fotografie zur Verfügung stehen, um fotografische Ideen und Pläne letztendlich zu realisieren.

Welche Motive haben es Dir aus fotografischer Sicht am meisten angetan?

Ganz besonders interessieren mich architektonisch interessante Locations, die ich am liebsten menschenleer ablichte, um den Fokus des Betrachters auf eine sachlich nüchterne Ebene zu lenken und ihn damit zu fesseln. Aber auch Landschaften, und dabei ganz besonders die Möglichkeiten, ihnen durch die Bearbeitung am Rechner einen teils mystischen Anstrich zu verpassen, reizen mich sehr.

© Hans Findling
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Wie sehen Deine Zukunftsplanungen in Sachen Fotografie aus?

Auf jeden Fall werde ich ständig bemüht sein, mich in der Fotografie weiter zu entwickeln. Da ein Hauptaspekt dabei für mich die Freude an dieser schönen Freizeitbeschäftigung ist, plane ich zurzeit keine Karriere als Profifotograf. Nach dem soeben absolvierten Abitur möchte ich mich, nach einem 6-monatigen Praktikum in einer Werbeagentur, für den Studiengang Kommunikationsdesign bewerben. Die Fotografie soll mich dabei begleiten und meine berufliche Zukunft mitbestimmen.

Was ist für Dich ein gutes Foto?

Ein gutes Foto zeichnet sich für mich in erster Linie dadurch aus, dass es mit seiner Hilfe gelingt, einen Betrachter für kurze oder auch längere Zeit in seinen Bann zu ziehen, ihm eine Geschichte zu erzählen oder ihn zum Nachdenken anzuregen. Qualität im Sinne technischer Aspekte wie Auflösung, Schärfe etc. sind dabei zuerst einmal nicht ausschlaggebend.

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Welche Motivation treibt Dich beim Fotografieren an?

Wie eben bereits erwähnt, ist es die Faszination und Freude an den Möglichkeiten, die die Fotografie im Hinblick darauf bietet, die Wirklichkeit abzubilden, diese im Bild zu verändern und mit ihr zu „spielen“.

Was sind Deine aktuellen fotografischen Projekte?

Aktuell plane ich eine Tour durch Island sowie Besuche mehrere architektonisch interessanter Locations überall in Europa.

Was ist Dein fotografisches Motto?

Der Schlüssel zur dauerhaften Freude und zum Erfolg liegt für mich persönlich darin, bezüglich Motiven, Techniken und Stilen so lange wie möglich variabel und offen für Neues zu bleiben. Als besonders wichtig empfinde ich auch das Arbeiten in Serien.

Portfolios 04 / 2014

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1 Kommentare

Es macht Mut dass es doch noch junge Menschen gibt die sich kreativ mit den wunderbaren Möglichkeiten der Fotografie beschäftigen , und das in einer vom Handy und Facebook dominierten Zeit .... weiter so und ich kann dir versprechen das dich dieser " Virus " dein Leben Lang begleiten wird ! LG

von photoprofi100
17. April 2014, 11:53:08 Uhr

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