Benjamin Klinkenberg: Mit Kamera around the world

© Benjamin Klinkenberg, packing Bildgalerie betrachten © Benjamin Klinkenberg, packing

Der Zufall führt im Leben oftmals Regie und irgendwie sind wir auf Benjamin Klinkenberg gestoßen, der für uns schon den Supermond fotografisch in Szene gesetzt hat. Benjamin ist 18 Jahre alt und der Fotografie durch und durch verfallen. Mit 16 Jahren entdeckte er bei seiner Tour durch die USA das Hobby und kehrte mit mehr als 10.000 Aufnahmen nach Hause. Das war aber nicht „Masse statt Klasse“, denn mit 17 wurde in Solingen schon eines seiner Panoramen im Stadtmuseum ausgestellt. Benjamin – inzwischen mit Abitur in der Tasche – hat nun Großes vor und steht unmittelbar vor einem Trip rund um die Welt. Das Kameraequipment ist ihm dabei wichtiger als der Schlafsack. Dies hat uns abermals aufhorchen lassen. Wir treffen den sympathischen jungen Mann in Hamburg und bekommen sofort das „Du“ angeboten.

Du hast für uns ja schon den Supermond eingefangen. Wie bist Du zur Fotografie gekommen?

Das fing zunächst ganz typisch an: Wir hatten eine wasserfeste Kompaktkamera in der Familie und meine Schwester und ich haben im Urlaub Schnappschüsse gemacht. Richtig infiziert wurde ich mit dem „Fotovirus“ aber erst durch Fernreisen. Unsere erste große in die USA hat den Grundstein gelegt. Da kamen mehr als 12.000 Bilder zusammen.

Wieso hast Du eine solche Riesenmenge an Bildern gemacht?

Ich war da schon in Zeitraffer-Aufnahmen eingestiegen, die ich bis heute faszinierend finde. Da braucht man für eine Minute Film im Schnitt schon 1.800 Einzelbilder. Vor allem Nachtaufnahmen reizen mich. Wie die Sterne wandern, kann man ja sonst gar nicht wahrnehmen. Aber auch eine Stadt oder Region lässt sich toll per Zeitraffer porträtieren. Mit einem Schulfreund zusammen habe ich mehrere Projekte gemacht. Eines davon stand unter dem Motto „Kontraste“ und zeigt unter anderem Aufnahmen aus dem Elbsandsteingebirge. Der Film lief unter anderem im Kunstmuseum Solingen. Man kann ihn aber auch im Internet sehen:

Chapeau! Das ist ja Profi-Niveau. Wie kamst Du ausgerechnet auf Zeitraffer?

Das war am Grand Canyon beim Sonnenaufgang. Das fand ich total faszinierend und wollte es festhalten. Als Video hätte ich es zu lang gefunden, daher der Zeitraffer. Zu Beginn habe ich noch manuell auf den Auslöser gedrückt. Mittlerweile automatisiere ich das mit der entsprechenden Kamera-Funktion.

Wie hast Du Dich ins Thema eingearbeitet?

Ich hab sehr viel im Internet nachgelesen, auch hier auf Prophoto-Online sowie beim deutschen „Zeitraffer-Guru“ Gunther Wegner auf gwegner.de.

Welches Kamera-Equipment setzt Du ein?

Ich nutze das MicroFourThirds-System, denn es kombiniert kleines Packmass und hohe Bildqualität. Ich besitze eine Olympus OM-D EM-1 sowie eine EM-10. Meine erste Kamera war eine Olympus PEN. Die habe ich geliebt, so dass ich dann beim System geblieben bin. Wichtig sind mir die Objektive. Mein Liebling ist das 7-14mm, das auch bei den Zeitraffern häufig zum Einsatz kommt.

Was fotografierst Du noch außer Zeitraffern?

Ich setzte die Kamera total gerne auf Reisen ein. Ich liebe es, unterwegs zu sein und die Welt zu entdecken. Man bekommt durch die Kamera einen anderen Blick auf die Welt. Sie ist eine weitere Motivation etwa um 4 Uhr aufstehen, um den Sonnenaufgang aus dem Heißluftballon zu fotografieren oder die ganze Nacht wach zu bleiben, um den Supermond zu dokumentieren.

Dazu wirst Du die nächsten Monate viel Zeit haben, denn Du machst eine Reise rund um die Welt. Wie kamst Du drauf?

Zum Reisen brauche ich gar nicht viele Argumente. Das macht mir so viel Spaß, dass ich jederzeit losfahren könnte. Die Zeit zwischen Abi und Studium erschien mir als guter Termin und ideal war, dass zwei Kumpel auch Lust dazu hatten. Das ist für alle bequemer und sicherer. Die beiden anderen sind aber keine Foto-Freaks, sondern sind vor allem dabei, weil Sie die Welt sehen wollen.

Welche Strecke werdet Ihr zurücklegen?

Wir starten in Südafrika. Da geht es von Kapstadt zunächst die Garden-Route entlang. Dann führt die Reise über Thailand, Malysia und Singapur nach Australien. Dort fahren wir mit dem Wohnmobil vier Wochen durchs Land, um in Sydney dann aufs neue Jahr anzustoßen. Anschließend brechen wir zu den Fidji-Insel auf. Nach einem Westküsten-Trip geht´s dann weiter nach Mexiko und schließlich über Kuba nach Hause.

Du wirst bestimmt viele Fotos machen?

Auf jeden Fall! Ich habe mich wochenlang damit beschäftigt, welches Equipment ich mitnehme und wie ich es am besten unterbringe. Haarig ist vor allem die Handgepäck-Gewichtsbeschränkung vieler Airlines. Am schlimmsten ist es in Kuba mit nur 5 kg. Da müssen mich meine Freunde retten und einen Teil meiner Kamera-Ausrüstung in ihrem Handgepäck transportieren.

Wir sind gespannt und wünschen eine gute Reise!

Wir sind so beeindruckt von Benjamins Aufnahmen und dem Vorhaben, um die Welt zu reisen, dass wir uns entschlossen haben, ihn auf seiner Tour virtuell zu begleiten. Er wird zwei Mal die Woche für uns auf unserem Facebook-Account berichten und dabei auch viele Tipps zum Fotografieren auf Reisen geben. Auch wird er uns in einem ausführlichen Artikel verraten, was man bei einer Fototour um die Welt alles Organisatorisches beachten muss.

Portfolios 10 / 2015

1 Kommentare

Klingt super spannend, werde die Weltreise auf jeden Fall verfolgen!

Linn

von Linn
28. Oktober 2015, 12:17:08 Uhr

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