Blende-Preisträger Frank Willershäuser

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An der Fotografie liebt er es, die geistige Freiheit mit Licht zu transportieren

Frank Willershäuser gehörte mit seiner Schwarzweißaufnahme „Goin’ … down?!“, die er zur thematischen Vorgabe „Schwarzweiß“ einreichte, zu den Siegern in der bundesweiten Endausscheidung von Blende 2014 und belegte hier den 14. Platz. Er bevorzugt in der Schwarzweißfotografie die satten Kontraste mit möglichst wenigen Grauabstufungen. Die Fotografie ist für ihn der mentale Ausgleich zum Beruf, neben dem Sport für den körperlichen Ausgleich.

Was war das für Sie für ein Gefühl, als Sie die Nachricht erhalten haben, dass Sie bei „Blende 2014“ in der bundesweiten Endausscheidung den 14. Platz belegen?

Ich war völlig baff. Es gehört bei den vielen qualitativ hochwertigen Fotoeinreichungen auch eine immense Portion Glück dazu, den Nerv der Jury zu treffen und ich bin nun schon zum zweiten Mal unter den Top 20 gelandet.

Was begeistert Sie selbst an Ihrer Aufnahme „Goin‘…down?!“ und was waren für Sie die Herausforderungen, die es zu meistern galt?

Ich mag die knackigen Kontraste und den Blick, den mir mein Model, mein Sohn, für diese Aufnahme geschenkt hat. Die größte Herausforderung bei solchen Bildern mit Offenblende und einer Aunahmedistanz von gut 5 Metern ist meist das Setzen der Schärfeebene. Ist die auch nur um 1-2 cm verschoben, hat das Bild viel von seinem Reiz verloren.

Warum haben Sie sich für Ihre Aufnahme bewusst für Schwarzweiß entscheiden?

Es gibt einige Versionen des Bildes. Sowohl monochrom als auch farbig oder farbreduziert. In Schwarzweiß entspricht sie genau meiner Intention.

Welchen Tipp können Sie all jenen geben, die künftig Ihren Aufnahmen die Farbe entziehen möchten und in Schwarzweiß fotografieren?

Mut zu satten Kontrasten und möglichst wenig Grauabstufungen. Immer ein sattes Schwarz und ein leuchtendes Weiß in seinen S/W-Kompositionen einbauen. Dies sieht in meinen Augen einfach spektakulärer aus.

Was fasziniert Sie an der Fotografie und was sind Ihre Beweggründe zu fotografieren?

Mich fasziniert die Vielfalt der Möglichkeiten und des künstlerischen Ausdrucks. Für mich ist die Fotografie der mentale Ausgleich zu meinem Beruf, neben dem Sport für den körperlichen Ausgleich. Ein Tun jenseits von Kundenwünschen oder anderer Einfußnahme von außen. Geistige Freiheit mit Licht zu transportieren.

Was sehen Sie als die größten fotografischen Herausforderungen?

Das nächste Bild… es soll ja besser werden wie das letzte!

Wo sehen Sie Ihre fotografischen Schwerpunkte?

Da ich meist auf der Suche nach neuem bin, habe ich wohl keine… Wenn mich etwas auszeichnet, dann wohl Spontanität in meinem fotografischen Tun.

Welchen Rat können Sie all jenen mit auf den Weg geben, die die Fotografie für sich entdecken und Einsteiger sind?

Sich mehr von Intuition leiten zu lassen als von der Technik.

Aus welchen Komponenten besteht Ihr fotografisches Equipment?

Digitale Spiegelreflexkamera und diverse Objektive. Ich gehe aber momentan eher wieder „Back to the roots“, überwiegend mit einem 50 mm bewaffnet. Lediglich mit einer 50 mm Optik habe ich vor über 40 Jahren noch als Bub mit der Fotografie begonnen.

Welche Motive haben es Ihnen aus fotografischer Sicht am meisten angetan?

Immer wieder der Mensch.

Was sind Ihre aktuellen fotografischen Projekte?

Projekte sind mir zu geplant. Der nächste Spaziergang kann mein nächstes Projekt sein oder ein Treffen mit Freunden.

Haben Sie ein fotografisches Motto?

Immer wieder Neues versuchen, das Alte verbessern.

Was möchten Sie mit Ihren Bildern zum Ausdruck bringen?

Ich möchte mit meinen Bildern Stimmungen intensivieren oder verändern.

Haben Sie fotografische Vorbilder?

Die großen Amerikaner Mitte des letzten Jahrhunderts, wie Man Ray oder Ansel Adams, finde ich fantastisch und bewundere deren Handwerk… aber wirkliche Vorbilder habe ich keine.

Wie treffen Sie Ihre Bildauswahl? Was ist für Sie ein gutes Foto?

Ein Bild muss ein Gefühl bei mir auslösen oder seine Stimmung mich fangen. Dies ist aber völlig unabhängig von der technischen Güte des Bildes.

Was war Ihre Motivation, bei „Blende“ den Wettstreit und die Herausforderung anzunehmen?

Beim ersten Mal tatsächlich ein spontaner Entschluss nach dem Zeitungsaufruf der „Gießener Allgemeine“. Später haben mich natürlich meine Regionalerfolge und die beiden bundesweiten Platzierungen weiter angespornt. Ich bin eben auch Sportler!

Was begeistert Sie speziell an unserem Fotowettbewerb „Blende“?

Dass hier eine Jury die Fotos bewertet und nicht die Anzahl meiner Facebookfreunde.

Was sind in nächster Zeit Ihre fotografischen Ziele?

Den Spaß am Tun erhalten.

Portfolios 09 / 2015

2 Kommentare

Bravo, Frank Willershäuser! Wir von der Gießener Allgemeinen Zeitung freuen uns immer wieder über die herausragenden "Blende"-Erfolge unserer Leserinnen und Leser.

Norbert Schmidt

von Norbert Schmidt
11. September 2015, 16:49:28 Uhr

Spektakuläre Aufnahmen und der richtige Blickwinkel zeichnen Willershäusers Tun schon lange aus. Jedes neue Foto hat neue Perspektiven und Ideen....umgesetzt in s/w,... immer wieder faszinierend. Weiter so.

Büttner

von Büttner
09. September 2015, 13:48:18 Uhr

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