Franz-Josef Schöllers Digitale Bilderwelten

© Franz-Josef Schöller
© Franz-Josef Schöller
Franz-Josef Schöller ist Mitglied der Künstlergruppe „Kunst im Stern“. Seit knapp einem Jahr gestaltet er digitale Bilderwelten am Computer. In gewisser Weise ist die Form der künstlerischen Arbeit eine zwangsläufige Kombination aus Franz-Josef Schöllers beruflicher und späterer künstlerischer Tätigkeit. Er ist gelernter Bauzeichner und Techniker, hat in seiner künstlerischen Arbeit viel mit Drucktechniken gearbeitet. Beide Entwicklungen fließen mit seiner Liebe zur Fotografie in seinen digitalen Bilderwelten zusammen. Wir haben nachgefragt:

Wie sind Sie zur Fotografie gekommen?

Seit es die digitale Fotografie gibt, befasse ich mich mit ihr und sie fesselt mich! Im alltäglichen Bereich ist die Benutzung meiner Kamera ein Muss. Eine Kompaktkamera Samsung WB 500 führe ich immer bei mir. Kürzlich hatte ich mir eine Nikon D5100 mit einem leistungsstarken 18-105 mm Objektiv zugelegt, aber die macht trotzdem keinen Fotografen aus mir.

Was begeistert Sie an der Fotografie?

© Franz-Josef Schöller
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Die fotografischen Darstellungsmöglichkeiten sind unschlagbar und sehr beeindruckend. Es ist aber auch ein großes Wissen erforderlich, um hier etwas Gutes hervorzubringen. Daher habe ich auch meinen Schwerpunkt auf die digitale Kunst gesetzt – aber dennoch, die Basis auch hierfür sind gute Fotos.

Wie sind Sie zur digitalen Kunst auch im Renderingbereich gekommen?

In den 90-er Jahren fing ich vermehrt mit dem Kunstgedanken an und befasste mich mit der Acrylmalerei und dann sehr intensiv mit den Drucktechniken. Eine dieser Techniken war der einfache „sw“ Fotosiebdruck. Es machte mir schon viel Freude. Aber irgendwie war das alles doch recht anspruchsvoll und in der Handhabung vielfältig.

Zum Rendering kam ich erst viel später, nachdem ich mich mit vielen Grafikprogrammen befasste. Nun ist es aber auch meinem Alter anzulasten, dass ich nur bis zu einem gewissen Punkt der Softwareschmiede folgte. Nicht das Alter, aber die Kosten, hier immer am Ball zu bleiben, hielten mich zurück und so versuche ich, mit den älteren Softwareprogrammen ein Möglichstes heraus zu holen.

© Franz-Josef Schöller
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Vor etwa 2 Jahren befasste ich mich mal mehr, mal weniger mit dem Rendering. Anfangs war schon das Lesen der Handbücher Grund genug diese zuzuschlagen. Mehrere Versuche unternahm ich, einmal sogar holte ich die zuvor in den Container geschmissene Software aus diesem zurück, und das war gut so. „Kein Übel ist so groß wie die Angst davor“ ist mein Leitspruch und ich fing an zu probieren. Da fällt mir auch der Spruch von Kai Krause wieder ein, der sinnbildlich sagte: „Learning by doing“. Er ist einer, den ich persönlich super finde, denn er hatte das tolle Programm Bryce mitentwickelt sowie damals Kai‘s Goo und Soap. Diese Programme benutzte ich schon öfters, in letzter Zeit aber weniger. Es kamen andere Programme dazu und so ist jedes für sich mit seinen Stärken und Schwächen behaftet. Daraus einen Mix zu finden, ist das Geheimnis einer relativ guten Arbeit.

Kann jeder für sich die digitale Kunst im Renderingbereich entdecken?

© Franz-Josef Schöller
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Wer Geduld und einigermaßen räumliches Vorstellungsvermögen besitzt, kann immer diese Techniken anwenden. Aber es ist nicht mal so eben zwischen Suppe und Kartoffel zu machen. Es muss Zeit aufgewendet werden, um im Einklang mit 3D-Software und Bildbearbeitungs-Programmen harmonisch zu verschmelzen. Das ist aber nur meine persönliche Feststellung und da mag jeder für sich dieses einmal ausprobieren. Ich arbeite nicht mit Photoshop, obwohl ich damit auch klar komme und auch eine Version habe, aber mir genügt das, was ich mit meinen Programmen mache. Im Vektorbereich benutze ich allerdings meine lizenzierte Version Adobe Illustrator CS4. Wer sich einmal das kostenlose Programm Blender 2.6 runterladen möchte, kann einen Einblick bekommen. Ich habe nur kurz damit gearbeitet, es ist schon anspruchsvoll, aber dazu kann man auch einen Video-Lernkus bei Franzis bestellen.

Welche Motive eignen sich am ehesten?

Im Renderingbereich eignen sich alle oder auch keine Motive, das Erstellen von geometrischen Körpern ist ein Schwerpunkt dieser Programme und diese Netzwerke können mit Licht und Texturen belegt werden. Eine Textur kann alles sein, was digital erfassbar ist.

Welche Tipps können Sie geben – was ist Voraussetzung für solche Fotografien?

© Franz-Josef Schöller
© Franz-Josef Schöller
Das hängt natürlich davon ab, wie tief man in das Themengebiet einsteigen möchte. Je intensiver man es verfolgt, umso höher ist sicherlich der Invest in eine teure Fotoausrüstung und in Software. Mein Tipp ist, in dieses Themengebiet erst einmal mit kleinen Schritten einzusteigen und für sich testen, ob die Begeisterung dafür anhält. Wenn dem so ist, baut man sein Equipment immer weiter aus. Ich persönlich – auch, wenn ich es gern in meinem Besitz wissen würde – kann mir Mehrkernprozessoren oder auch teure Software, wie Maya usw. nicht leisten. Damit arbeiten Profis, mit denen ich mich im Traum nicht vergleichen könnte.

Was ist Ihr aktuelles Projekt?

Mein aktuelles Projekt ist eine Renderingarbeit, die zur Ausstellung 12-2014 bis 01-2015 im Malkasten der Stadt Marl gezeigt wurde.

Portfolios 02 / 2015

5 Kommentare

Franjos Arbeiten haben längst internationales Niveau erreicht, seine Startseitenphotos auf Photocommunity sind einfach Spitze

   Dr.Stephan Halbeisen

von Dr.Stephan Halbeisen
25. Juli 2017, 16:00:19 Uhr

Immer auf der Suche nach neuen, ausdruckstarken Formen und Medien.Inspiriert von seiner Umwelt welche er aufmerksam beobachtet. Schön,dass Deiner Kunst auch auf diesem Wege Anerkennung zu teil wird.

cogito

von cogito
22. März 2015, 15:25:23 Uhr

Innovativ und künstlerisch wertvoll, neue Wege werden von "Franjos" beschritten,wollen mehr davon...

Stephan Halbeisen

von Stephan Halbeisen
20. Februar 2015, 16:15:37 Uhr

Kompliment und die richtige Wertschätzung für das künstlerische Engagement! Toll, dass die Künstlergruppe "Kunst im Stern", u.a. mit Franz-Josef Schöller und vielen weiteren bereichernden Künstlern und Stilrichtungen, das reichhaltige Kulturleben in der Stadt Marl mit gestaltet! www.kunststern.de

Olaf Magnusson

von Olaf Magnusson
12. Februar 2015, 15:22:12 Uhr

Schön, dass er hier auf eine ganz andere und ganz neue ART und Weise, Anerkennung bekommt! Und dass er sich schon für sehr viele unterschiedliche Druck-. Foto-, und Gestaltungstechniken interessiert hat, erschien mir vor Jahren, bei einer gemeinsamen Ausstellung, schon fast als ein bischen Sprunghaft, zeigt aber nun in seinen Arbeiten dass es von Wert war.

'PUNKy' BAHR

von 'PUNKy' BAHR
11. Februar 2015, 16:16:51 Uhr

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