Georg Schuh

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© Georg Schuh, Minimalismus

Im Alltäglichen das Besondere

Georg Schuh, Blende-Teilnehmer seit vielen Jahren, ist ambitionierter Fotograf aus Leidenschaft der auch im Alltäglichen für sich das fotografisch Besondere sieht. Alltagsmotive wie beispielsweise Toiletten sind für ihn eines der Genre, die es verdienen, in den fotografischen Fokus gerückt zu werden. Die Akzeptanz von außen gegenüber solchen „alltäglichen“ Motiven ist eher bescheiden. Das inspiriert Georg Schuh erstrecht, solche Alltagsmotive nicht aus den Augen zu verlieren. Wir haben bei Georg Schuh nachgefragt, warum er WCs als lohnendes Fotomotiv erachtet.

Was ist aus Fotografensicht an WCs so spannend?

Zuerst einmal und oberflächlich betrachtet – nichts! Toiletten sind wie Kochtöpfe, man benutzt sie täglich, aber achtet sie nicht. Sie werden erst beachtet, wenn man sie vermisst, weil man sie dringend braucht und dann wird es auch ohne Foto spannend!

Wie ist die Akzeptanz gegenüber WCs als Fotomotiv?

Das ist natürlich abhängig von den Betrachtern, manche meiner Freunde vermissen meine romantisch verträumten Landschaftsbilder, die ich deswegen ab und zu immer noch produziere. Kommentare von klassischen Blümchenfotografen gingen zuweilen unter die Gürtellinie. Für meine Fotofreunde bin ich der „Verrückte“ mit den ausgefallenen Ideen.

Was begeistert Sie an dem Fotomotiv WC?

Die Vielgestaltigkeit und die gleichzeitige Uniformität des immer vorhandenen Loches. Aktuell liegt mein Schwerpunkt auf diesen standardisierten mobilen Toilettenkabinen.

Warum sind WCs als Fotomotiv alles andere als langweilig?

Langeweile ist immer ein Produkt fehlender Phantasie des von Langeweile geplagten Menschen. Ungewöhnliche Motive sind für mich immer eine Herausforderung. Und Toiletten findet man an den spannendsten Orten. In verlassenen alten Villen, in den Steppen Asiens, ebenso wie im Dschungel Kubas.

Wie viele WC-Aufnahmen haben Sie in Ihrem Fundus?

Ein paar hundert, oft aber nur rein dokumentarisch. Leider sind in verlassenen Häusern die Toiletten oft das erste Opfer des zunehmenden Vandalismus, so dass das charakteristische einer privaten Toilette, die oft die Handschrift des Besitzers trug, nicht mehr existent ist.

Was ist Ihr Ansporn wenn Sie WCs fotografieren?

Immer wieder neue Perspektiven und Ansätze ausprobieren. Dazu gehören Inszenierungen, aber auch minimalistische Bilder.

Welchen Tipp können Sie all jenen geben, die WCs nun auch als ihr Fotomotiv entdecken?

Zuerst einmal nur von außen fotografieren und sich dann langsam in die Eingeweide vortasten.

Welche weiteren fotografischen Schwerpunkte haben Sie?

Ich arbeite gern konzeptionell, meinem Namen verpflichtet, arbeite ich gern mit Schuhen. Auch die Farbe Rosa hat es mir angetan. Eine Freundin von mir besitzt rosa High Heels, wenn ich mit ihr unterwegs bin, sind die oft im Rucksack mit dabei und sorgen, gut platziert, dann für frischen Wind in manchen Bildern. Zudem bin ich viel unterwegs und habe auch ein eigenes Studio in dem ich meine Phantasien ausleben kann.

Wer sich für die weitreichenden Ergebnisse meiner fotografischen Leidenschaft interessiert, der findet diese gebündelt auf meiner Homepage und bei meinen Fotofreunden.

Portfolios 05 / 2016

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