Blende-Preisträgerin Isolde Stein-Leibold – Ihre große Liebe ist die Fotografie

Isolde Stein-Leibold Bildgalerie betrachten Isolde Stein-Leibold

Isolde Stein-Leibold belegte bei „Blende 2014“ mit ihrer Farbaufnahme „Morgennebel in Rerik“ den 16. Platz in der bundesweiten Endausscheidung. Wir haben mit ihr gesprochen, denn wir wollten in Erfahrung bringen, wer hinter dieser so einfühlsamen, stillen und sehenswerten Aufnahme steckt.

Ohne dem Interview vorweggreifen zu wollen, trägt die große Liebe von Isolde Stein-Leibold den Namen Fotografie, verbunden mit purer Leidenschaft, die sie versteht, in ihren Fotografien zum Ausdruck zu bringen. Ihren fotografischen Schwerpunkt sieht sie übrigens in der erotischen Fotografie.

Frau Stein-Leibold, Sie waren bei „Blende 2014“ mit Ihrer Aufnahme „Morgennebel in Rerik“ mit dem 16. Platz in der bundesweiten Endausscheidung überaus erfolgreich. Was war das für Sie für ein Gefühl, als Sie diese Nachricht erreichte?

Es war unbeschreiblich und ich war – und bin es immer noch – stolz, dass dieses Foto es geschafft hat.

Was begeistert Sie selbst an Ihrer Aufnahme und was waren für Sie die Herausforderungen, die es zu meistern galt?

Es ist die Melancholie und die Stille in dem Foto – die größte Herausforderung bei schönen Landschaftsaufnahmen ist für mich das frühe Aufstehen :-)

Sie haben Ihre Aufnahme auf Fine-Art-Papier ausgegeben – warum und was fasziniert Sie an diesem Papier?

Ich drucke alle meine Fotografien selbst auf einem A2+ Epson Drucker – mag die Haptik und die Tiefe in den Bildern. Wenn man eine teure Ausrüstung hat und so viel Zeit investiert, muss auch das letzte Glied der Kette in meinen Händen liegen. Ich bin nur mit meinen eigenen Ausdrucken wirklich zufrieden.

Ihre Aufnahme lebt von der Reduzierung auf das Wesentliche – Sehen Sie hier Ihren fotografischen Schwerpunkt?

Ich mag die Reduktion aufs Wesentliche – mein fotografischer Schwerpunkt jedoch ist der Mensch in all seinen Facetten, insbesondere begeistert mich die erotische Fotografie.

Sie fotografieren seit Ihrem 14. Lebensjahr – wie sind Sie zur Fotografie gekommen?

Es war der Mensch, der mich schon damals lockte – ich fotografierte meine ganze Familie, die Freunde, einfach jeden, der mir vor die Linse kam.

Worin liegt für Sie der Reiz in der Fotografie?

Den Augenblick festzuhalten – Unsichtbares sichtbar machen – neue Werke entstehen lassen.

Was sehen Sie für sich als die größte Herausforderung, wenn Sie der Fotografie nachgehen?

…den richtigen, entscheidenden Augenblick festhalten zu können.

Wie Sie uns mitteilten gehören Sie einem Fotoclub an. Seit wann ist dem so und wo liegt für Sie darin der Reiz?

Seit 1990 bin ich Mitglied in der Fotogruppe Objektiv VSE Saarlouis. Mir macht es Freude, mich mit anderen zu messen und in der Gruppe zu agieren. Vor 4 Jahren gründete ich eine Jugendgruppe. Ich stellte zu diesem Zeitpunkt fest, dass diese Altersgruppe keine Anlaufstation für ihr Hobby die Fotografie, hatte. Es war die richtige Entscheidung, das sehe ich am Zuspruch mit derzeit 26 Jugendlichen von 8 bis 21 Jahren – angefangen habe ich seinerzeit mit neun. Mich fasziniert und beflügelt ihre Begeisterung und Freude an der Fotografie, sie sind so wissbegierig, experimentierfreudig und lassen mich durch ihre Bilder an ihrer Sichtweise teilhaben.

Es wird ja viel darüber geschrieben, dass Frauen anders fotografieren als Männer – stimmen Sie dieser Aussage zu?

Ja, ich denke Frauen fotografieren mit mehr Gefühl und Sensibilität in der Erotik und mit mehr Farbgefühl im Stillleben und in Kompositionen.

In der Landschafts- und Naturfotografie kann ich keine Unterschiede feststellen. Aber diese Meinung ist sehr subjektiv und hat bestimmt sehr viele Ausnahmen.

Wo sehen Sie Ihre fotografischen Schwerpunkte?

Der Mensch in allen Facetten – Akt und Erotik, sowie Porträt, das sind meine Schwerpunkte.

Ich stelle fest, dass ich mich zunehmend zudem mit der Konzeptfotografie beschäftige.

Was bedeutet für Sie die erotische Fotografie?

Nacktheit bedeutet Vertrauen… Wenn sich ein Mensch in seiner ganzen verletzlichen Nacktheit einem anderen Menschen offenbart, ist das ein absolutes Vertrauen; ohne dieses Vertrauen können in meinen Augen keine „guten“ Aktfotos entstehen. Für mich gilt die Aktfotografie als die hohe Schule der Fotografie, die dem Fotografen viel ästhetisches Empfinden abverlangt.

Aktfotografie heißt für mich in erster Linie die Darstellung des Menschen in seiner Schönheit und Natürlichkeit und ermöglicht es, Gefühle, Träume, Hoffnung und Ängste auszudrücken.

Neben den vielen technischen Fertigkeiten und dem Umgang mit Licht als Gestaltungsmittel, kommt mir meine kommunikative Fähigkeit zugute, mit der es mir immer wieder gelingt, eine positive Beziehung zum Model aufzubauen. Meine Arbeiten sind ein Versuch, die individuelle Erotik des Modells herauszustellen. Es ist für mich immer wieder eine wunderbare Erfahrung, wenn mir dann jemand sagt: „…ich habe mich auch ohne Kleidung bei dir nicht nackt gefühlt.“

Machen Sie auch Akt und erotische Aufnahmen von Männern?

Ich habe mich darin versucht – es fehlt mir jedoch irgendwie der Zugang, die Sensibilität, der freie Blick.

Welchen Tipp können Sie Einsteigern in die Fotografie geben?

Mit Freude auf Motivsuche gehen, sich nicht von Misserfolgen beirren lassen. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut :-)

Seit wann suchen Sie bei Wettbewerben wie „Blende“ den Wettstreit und was ist Ihre Motivation?

Ich mag es, mich zu messen und ich liebe es, meine Werke in Katalogen, Zeitschriften oder auf der photokina zu sehen und einem breiten Publikum vorstellen zu können.

Was begeistert Sie speziell an unserem Fotowettbewerb „Blende“?

Dass ich mich auch Themen stellen muss, die nicht mein Genre sind. Dann Erfolg zu haben – wie in diesem Jahr – ist doppelt schön. Auch sind die Preise lukrativ und die Präsentation der angenommenen Werke gefällt mir sehr.

Welchen Tipp können Sie Ihren Mitstreitern für „Blende“ geben?

Psssst! Wird nix verraten.

Nein – in Wirklichkeit kann man keine Tipps geben, man muss den Nerv der Juroren treffen und vielleicht ein Motiv wählen, das nicht schon 1.000 Mal so gesehen wurde.

Was sind Ihre nächsten fotografischen Ziele?

Bin gerade dabei eine Foto-Kollektion zu erstellen „Erotische Momente“. Meine Werke werden beim Fotofestival 2015 in Varna Bulgarien ausgestellt. Danach werde ich meine „zig“ Daten von meiner Cuba Reise bearbeiten, um ein Buch zu kreieren…. Also es ist genug zu tun.

Portfolios 05 / 2015

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