Katrin Kaemper - Momente konservieren, die ihr persönlich unendlich viel bedeuten

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Katrin Kaemper

Katrin Kaemper belegte mit ihren 18 Jahren in der bundesweiten Endausscheidung von „Blende 2014“ mit ihrer Schwarzweißaufnahme „Nachts sind alle Katzen grau“, die sie zur Themenvorgabe „Schwarzweiß“ eingereicht hatte, den 32. Platz. Wir wollten wissen, welches fotografische Nachwuchstalent hinter dieser Aufnahme steckt und haben bei der „Blende“-Fotografin Katrin Kaemper nachgefragt.

Frau Kaemper, was war das für Sie für ein Gefühl, als Sie die Nachricht erhielten, dass Sie bei „Blende 2014“ in der bundesweiten Endausscheidung den 32. Platz belegen?

Ich habe mich total gefreut! Ich hab noch nie was gewonnen und dann ganz unerwartet direkt so ein Riesen-Ding. Wow.

Ihnen ist eine wunderbare Katzenaufnahme gelungen – Wie sind Sie auf diese Bildidee gekommen?

Meine Katzen legen sich gerne zu mir ins Bett und beobachten dann die Vögel durch das Dachfenster. Ich habe einfach schnell die Kamera gezückt und den Moment eingefangen.

Warum haben Sie sich für Ihre Aufnahme bewusst für Schwarzweiß entscheiden?

Ich wollte den Fokus auf das Motiv legen und nicht unbedingt, dass die Farben vom Eigentlichen ablenken. Außerdem war das Thema des Wettbewerbs ja Schwarzweiß!

Was begeistert Sie selbst an Ihrer Aufnahme „Nachts sind alle Katzen grau“?

Die geringe Tiefenschärfe. Ich habe das Bild mit dem 50mm 1.8 Objektiv von Canon aufgenommen und bin immer wieder begeistert, wie schön das Bokeh mit lichtstarken Objektiven wird.

Nach Ihren Aussagen fotografieren Sie seit Ihrem 13. Lebensjahr – Wie sind Sie zur Fotografie gekommen?

Meine Tante hat mir eine kleine Digitalkamera zum Geburtstag geschenkt. So hat das alles angefangen…

Können Sie sich noch an Ihre erste Aufnahme erinnern?

Nein, leider nicht.

Was fasziniert Sie an der Fotografie und was sind Ihre Beweggründe, warum Sie fotografieren?

Durch die Fotografie kann man Momente für immer festhalten. Ich habe immer eine kleine Einwegkamera bei mir, damit mir ja keine Erinnerungen verloren gehen können.

Wie, Sie haben in Zeiten des Smartphones – das ja als „Immer-Dabei-Kamera“ gilt – eine Einwegkamera immer bei sich? Wie kommt das?

So eine Einwegkamera und eine Smartphonekamera sind ja nicht miteinander zu vergleichen. Die Einwegkamera kommt eigentlich nur zum Einsatz, wenn ich abends mit Freunden unterwegs bin und wir irgendetwas erleben, was auf jeden Fall für immer festgehalten werden soll. Ich finde es einfach total spannend, mir dann ein paar Wochen später die ganzen Bilder anzuschauen – vorausgesetzt sie sind was geworden! Meistens sind die Bilder total schrecklich und haben überhaupt nichts mit Fotografie als Kunst zu tun, aber mir macht das trotzdem sehr viel Spaß.

Was sehen Sie für sich als die größten fotografischen Herausforderungen?

Die Tatsache, dass man für viele Aufnahmen einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein muss und dass man den Zufall leider nicht beeinflussen kann.

Sie fotografieren aktuell mit einer Spiegelreflexkamera – Was war Ihre erste Kamera und warum haben Sie sich für die Fotografie mit der Spiegelreflextechnologie entschlossen?

Meine allererste Kamera war eine Kinderkamera, bei der man durch den Sucher schauen konnte und wenn man auf den Auslöser gedrückt hat, erschien immer ein anderes Bild von einem Tier. Elefanten, *klick*, Giraffen *klick*, Flamingos *klick* .. richtige Fotos konnte man damit natürlich nicht machen! Die habe ich dann mit meiner ersten fototauglichen Digitalkamera von Fujifilm gemacht. Als mir klar wurde, dass ich mehr und besser fotografieren will, habe ich angefangen für eine Spiegelreflexkamera zu sparen, da mit ihr (für meine Zwecke) einfach die besten Ergebnisse zu erzielen sind.

Heute ist vielfach zu lesen, dass die Bedienung von Kameras schwer sei – stimmen Sie dem zu?

Naja, es gibt ja in den meisten Kameras den Automatik-Modus ;) Damit kann man meistens nicht viel falsch machen. Wenn das nicht reicht, muss man sich natürlich mit Blende, Verschlusszeit etc. beschäftigen, das ist dann schon etwas komplizierter, aber definitiv nicht unmöglich zu lernen.

Welchen Tipp können Sie denjenigen geben, die die Fotografie gerade für sich entdecken?

Einfach loslegen und ausprobieren! Übung macht den Meister.

Immer wieder kommt die Diskussion auf, Frauen würden anders als Männer fotografieren – Wie sehen Sie das?

Das kann man so nicht sagen. Ist ja nicht so, als würden Männer nur Autos und Frauen nur Blümchen fotografieren! Jeder entwickelt mit der Zeit seinen eigenen Stil, unabhängig vom Geschlecht meiner Meinung nach.

Wo sehen Sie Ihre fotografischen Schwerpunkte?

Ganz unterschiedlich. Ich mache viele Makroaufnahmen, gerne Porträts aber auch Landschaftsaufnahmen. Ich bin auch für alles Experimentelle zu haben. Sobald es aber an tonnenschweres Equipment geht, hört’s bei mir auf, ich hab am liebsten nur die Kamera und ein kleines Objektiv, keinen großen Schnickschnack – das kann ich mir als Student gar nicht leisten.

Was war Ihre Motivation, bei „Blende“ den Wettstreit und die Herausforderung anzunehmen?

Meine Nachbarin hat die Anzeige für den Wettbewerb in der Zeitung gelesen und mir Bescheid gesagt. Ich hab – zum Glück – auf sie gehört und mich gleich beworben.

Was begeistert Sie speziell an unserem Fotowettbewerb „Blende“?

Dass auch junge, unbekannte Menschen die Chance haben, ganz groß rauszukommen und natürlich die Vielfalt an Bildern, da es ein bundesweiter Wettbewerb ist, an dem wirklich jeder teilnehmen kann – sogar Kinder!

Was sind in nächster Zeit Ihre fotografischen Ziele?

Ich studiere zurzeit Kommunikationsdesign in Würzburg und belege dort einen Fotografiekurs. Mal schauen, was mir mein Dozent noch so alles beibringt. Ich freue mich auf jeden Fall auf alle zukünftigen Projekte.

Portfolios 07 / 2015

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2 Kommentare

ein treffender Titel fuer ein absolut schoenes Bild, gefaellt mir sehr, vielen Dank! Gruesse aus Australien

von Klaus Steinkohl
30. Juli 2015, 09:02:18 Uhr

mit 18 Jahren sehr schöne ,gelungene Fotos, aller Achtung, aber Kamera Haltung muss sie ändern!! Bitte nicht ins Herz nehmen aber so hält man die Kamera nicht in der Hand! Liebe Grüße

von Murat Ertem
29. Juli 2015, 13:20:42 Uhr

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