Konrad Funk - Der Blick durch die Kamera eröffnet ihm immer wieder neue Welten

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Konrad Funk

Konrad Funk belegte in der bundesweiten Endausscheidung von „Blende 2014“ mit seiner eingereichten Aufnahme „Selfoss (Island)“, die er zum Thema „Wasser“ eingereicht hatte, den zweiten Platz. Er liebt die Fotografie, die sein Lebenselixier ist. Er brennt dafür, mithilfe der Fotografie die Natur in all ihrer Genialität und Schönheit den Menschen sichtbar näher zu bringen und damit Verantwortung zu wecken.

Was war das für Sie für ein Gefühl, als Sie die Nachricht erhalten haben, dass Sie bei „Blende 2014“ in der bundesweiten Endausscheidung den 2. Platz belegen?

Darüber habe ich mich riesig gefreut, ich habe zwar öfters schon bei „Blende“ auf Landesebene erste Plätze belegt, auf Bundesebene aber macht man sich bei der großen Beteiligung nicht wirklich Hoffnungen.

Was begeistert Sie selbst an Ihrer Aufnahme „Selfoss“ und was waren für Sie die Herausforderungen, die es zu meistern galt?

Ich hatte dieses Motiv (mit einem deutlich größeren Ausschnitt) einmal gesehen und mir den Kopf darüber zerbrochen, an welcher Stelle der Fotograf wohl gestanden hat. Wie wir ja alle so denken – Wo ist auf dem Foto Osten und wo ist Westen? Die Fließrichtung geht nach Norden, also müsste… Das war alles wichtig, denn es gibt zwei mehr oder weniger unangenehme und viel Zeit raubende Schotterstrecken Richtung Dettifoss, von denen aus man den Selfoss erreicht. Wenn der Wind die Spritzwasserfontäne aus der falschen Richtung kommen ließe, wäre alles vergeblich. Meine Frau und ich haben die richtig Strecke gewählt, intuitiv, und dabei festgestellt, dass der Fotograf das Foto horizontal gespiegelt abgebildet hatte. Wir wären voll darauf reingefallen, hätten wir uns nur an dem Foto orientiert.

Was fasziniert Sie an der Fotografie und was sind Ihre Beweggründe zu fotografieren?

Als Förster glaubt man, man wisse schon viel über die Natur. Beim Blick durch die Kamera eröffnen sich mir aber immer wieder neue Welten, sei es im Makro-, im Tele- oder Landschaftsbereich. „Ich weiß“, wie man so schön sagt, „dass ich nichts weiß!“. Das Interesse immer tiefer einzusteigen, wächst von Tag zu Tag. Alleine um die Schönheiten der Natur direkt vor der Haustür zu ergründen, reicht die kurze Zeit unseres Lebens nicht aus. Entweder hat man Bilder im Kopf und versucht, sie umzusetzen oder man findet sie einfach in der Natur – mit dem rechten Blick. Entweder kennt man sich gut aus in der Biologie und das hilft einem zum Ziel oder man lernt durch die Fotografie die Natur erst richtig kennen. Stück für Stück!

Was sehen Sie als die größten fotografischen Herausforderungen?

Die Natur in all ihrer Genialität und Schönheit den Menschen sichtbar näher zu bringen und damit Verantwortung zu wecken.

Wo sehen Sie Ihre fotografischen Schwerpunkte?

In der Naturfotografie: Makro, Pflanzen, Tiere, Landschaften, direkt vor der Haustür, in „meinem“ Lebensraum Wald, gerne aber auch auf Fernreisen in andere Nationalparks.

Welchen Rat können Sie all jenen mit auf den Weg geben, die die Fotografie für sich entdecken und Einsteiger sind?

Nicht zu viel kreuz und quer springen, sondern sich auf eine Sparte (die einem aus tiefster Seele heraus liegt) fixieren und dort umso intensiver arbeiten. Wiederholen und besser machen und nochmal neu anfangen. Und nicht aufgeben.

Aus welchen Komponenten besteht Ihr fotografisches Equipment?

Canon-Ausrüstung, von Weitwinkel über Makro bis großes Tele und Stative (nix geht ohne Stativ!) und was dazu gehört.

Welche Motive haben es Ihnen aus fotografischer Sicht am meisten angetan?

Naturelemente, Feuer, Wasser, Eis, Wälder, einmalige naturbelassene Landschaften, Pflanzen und Tiere

Was sind Ihre aktuellen fotografischen Projekte?

Ich bin momentan dabei, einen Bildband über den jüngsten Nationalpark in Deutschland, den Nationalpark Hunsrück-Hochwald zu erstellen. Das Buch wird vor Weihnachten im Buchhandel und auf dem Markt sein. Verlag TIPP 4, Titel: Nationalpark Hunsrück-Hochwald, Im Kleinen das Große entdecken: Fotografischer Streifzug mit einem Nationalparkförster.

Haben Sie ein fotografisches Motto?

Mein Bruder, der auch fotografiert, sagt es so treffend: „Man muss auf das Motiv innerlich brennen, dann wird es gut!“ So sollte man schon eine Zeit lang mit dem Gedanken schwanger gehen. Viele Bilder, auch Naturbilder, entstehen erst einmal im Kopf. Man macht auch nichts so einfach nebenbei!

Was möchten Sie mit Ihren Bildern zum Ausdruck bringen?

Die in Worten unbeschreibliche Schönheit der Natur!

Haben Sie fotografische Vorbilder?

Klar, jede Menge. Vorne weg: Art Wolfe, Norbert Rosing, Anders Geidemark, Fritz Pölking und viele mehr, vor allem solche, deren Bilder bei Mara Fuhrmanns „Glanzlichter“ alljährlich in Fürstenfeldbruck zu sehen sind.

Wie treffen Sie Ihre Bildauswahl? Was ist für Sie ein gutes Foto?

Die Auswahl fällt uns Fotografen schwer. Letztes Jahr hat meine Frau ein von mir im Keller versenktes Schwarzspecht Foto hervorgewünscht und seitdem schlägt es überall erfolgreich ein. Einfach mal auf eine kritische Frau mit guten Augen hören!

Wie Sie uns mitteilten gehören Sie einem Fotoclub an. Seit wann ist dem so und wo liegt für Sie darin der Reiz?

Ich bin seit über 20 Jahre im Fotoclub Tele Freisen. Der Fotoclub Tele Freisen hat 2015 die Süddeutsche und die Deutsche Fotomeisterschaft gewonnen. Er ist sicher ein herausragender Fotoclub im Deutschen Verband für Fotografie. Sein Gütesigel ist Franz-Rudolf Klos, der seit Jahrzehnten Vorsitzender ist und die Geschicke und den Zusammenhalt lenkt und leitet. Sein wahrlich unermüdlicher Einsatz hat auch in der Jugendarbeit hervorragendes geleistet. Er lebt für diesen Fotoclub und freut sich mit jedem, der Erfolg hat.

Was war Ihre Motivation, bei „Blende“ den Wettstreit und die Herausforderung anzunehmen?

Es ist einfach nur schön, wenn man mit noch halb verschlafenen Augen die Saarbrücker Zeitung aus dem Briefkasten nimmt und direkt auf der Titelseite statt einem Bundes-Politiker seine „Totenkopfraupe“ oder die „Laubfrösche“ als Erstplatzierte des „Blende Wettbewerbs Saarland“ entdeckt. Dann fängt der Tag gut an. Die Natur gehört einfach auf die Titelseite!

Was begeistert Sie speziell an unserem Fotowettbewerb „Blende“?

Er hat viel Zulauf – aus allen Bereichen. Das Thema ist leider nicht durchgängig in allen Bundesländern. Dennoch reizt einen gerade dieser Wettbewerb immer wieder.

Welchen Tipp können Sie Ihren Mitstreitern für „Blende“ geben?

Weiterhin das zu fotografieren, wovon sie selbst überzeugt sind, und sich nicht mit Gewalt irgendwohin verbiegen. Und wenn es dann passt, dann passt es, wie die Bayern so schön sagen.

Was sind in nächster Zeit Ihre fotografischen Ziele?

Es gibt tausend kleine direkt vor der Haustür, die noch verfolgt werden müssen, für die mein Leben nicht mehr ausreicht und große, leider weit weg. Ich träume oft davon, einmal riesige Wellen auf Hawaii zu fotografieren und dort gleichfalls heiße Sohlen auf glühender Lava zu bekommen … Ein richtig mächtiger Vulkanausbruch wäre schon das Größte …

Portfolios 10 / 2015

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1 Kommentare

Ich bin immer wieder angenehm überrascht über die Motive.

von Eine wunderschöne Auswahl. Da kann ich nur hoffen, einmal in die
03. November 2015, 09:18:48 Uhr

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