Lena Cathrine Bäcker - ungeschönt und unverfälscht

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Lena Cathrine Bäcker liebt das Reisen und hier entstehen auch ihre meisten Fotografien wie „Lang lebe Paris“, die sie zu „Blende 2015“ einreichte und mit der sie in der bundesweiten Endausscheidung mit dem 7. Sonderpreis ausgezeichnet wurde. Die 18jährige Nachwuchsfotografin begeistern Bilder, die unverändert sind, da diese die Umwelt ungeschönt und unverfälscht zeigen.

Wie bist Du auf Dein Motiv „Lang lebe Paris“ gestoßen?

Ich war am Seine-Ufer in Paris spazieren und blieb jeden Tag vor dieser Kreidewand stehen, um zu sehen, was die Menschen dort gemalt hatten. Jeden Tag verschwanden Zeichnungen und neue kamen dazu, doch “Long live Gaza” blieb unverändert stehen.

Was war für Dich die größte Herausforderung bei diesem Foto?

Ich habe mir bei diesem Foto ehrlicherweise nicht viel gedacht, es war schlicht und einfach ein Schnappschuss von zwei Menschen, die vor dieser Kreidewand stehen. Interessanterweise guckt die Frau in diesem Moment dem Mann zu, wie er etwas an eben diese kritzelt.

Was begeistert Dich selbst an Deiner Aufnahme „Lang lebe Paris“ und was verbindest Du damit?

Das Foto hat für mich in Verbindung mit den Ereignissen des 13. November letzten Jahres in Paris enorm an Bedeutung gewonnen. Mit Gaza verbinde ich immer automatisch Terror und Leid. Terror und Gewalt schienen von den meisten Parisern so weit weg, doch von dem einen auf den anderen Tag war Paris dann plötzlich selbst von Terror betroffen. Deshalb habe ich “Long live Gaza” einfach zu “Lang lebe Paris” umgeändert.

Was war es für ein Gefühl, als Dich die Nachricht erreichte, dass Du bei “Blende 2015” den 7. Sonderpreis gewonnen hast?

Ich habe zunächst die E-Mail erhalten, die an alle Nicht-Gewinner des Fotowettbewerbs gehen sollte. Anschließend die E-Mail zu erhalten in der stand, dass der Inhalt dieser E-Mail für mich irrelevant sei, war unglaublich. Ich habe die Nachricht mit dem Gewinnerschreiben mehrmals durchgelesen, weil ich es kaum fassen konnte.

Du gibst an, seit 2011 zu fotografieren, also mit 13 Jahren angefangen zu haben. Wie bist Du zur Fotografie gekommen und was begeistert Dich daran?

Ich habe mit der Kamera meiner Eltern angefangen zu fotografieren. Was mich besonders begeistert hat, war die Schärfentiefe bei Bildern. Daraufhin habe ich mir eine Spiegelreflexkamera gewünscht, mit der ich auch heute noch fotografiere.

Kannst Du Dich an Deine erste Kamera erinnern?

Meine erste Kamera hatte ich in der Grundschule. Sie war klein, silber und sehr “dick”.

Wie stehst Du der Fotografie mit dem Smartphone gegenüber?

Die Kamera meines Handys ist so gut, dass ich auch gerne mal mit dem Handy statt mit der Kamera fotografiere. Für mich ersetzt meine Handykamera auch immer mehr die Fotografie mit der Kamera.

Wie wichtig ist Dir die digitale Nachbearbeitung der Bilder, beispielsweise mit Photoshop oder Lightroom?

Überhaupt nicht wichtig – meistens erhöhe ich nur den Kontrast. Mir gefallen unveränderte Bilder am besten.

Wo siehst Du Deine fotografischen Schwerpunkte und welche Motive haben es Dir aus fotografischer Sicht am meisten angetan?

Ich liebe es, Menschen zu fotografieren wenn sie es nicht mitbekommen. Auch Sonnenaufgänge sowie Sonnenuntergänge gehören zu meinen liebsten Fotomotiven.

Was begeistert Dich speziell an unserem Fotowettbewerb “Blende”?

Ich finde es gut, dass auch Jüngere hier die Chance haben, mit ihren Bildern rauszustechen.”

Portfolios 08 / 2016

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