Marc Bächtold

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Größte fotografische Herausforderung: Dass seine Fotografien wahrgenommen werden

Marc Bächtold hat bei „Blende 2015“ den Wettstreit und die Herausforderung angenommen und belegte in der bundesweiten Endausscheidung mit seiner Aufnahme „Get Lost“, die er zum Thema „Nachtaufnahmen/Wenig Licht“ eingereicht hatte, den 5. Platz. Unser Anspruch bei „Blende“ ist es, auch die Fotografen hinter den Aufnahmen vorzustellen. Was begeistert sie an der Fotografie und was können sie Interessierten mit auf den Weg geben.

Sie haben sich mit der Aufnahme „Get Lost“ einem besonderen Motiv der Astrofotografie gewidmet – was war Ihr Ansporn für dieses Motiv?

Der Ansporn für dieses Motiv entstand auf einer knapp 2-wöchigen Rucksack-Tour durch Schluchten entlang des San Juan Rivers im Süden Utahs, nahe dem Monument Valley, wo die Sterne nachts sehr klar und hell Leuchten, da weit und breit keine Städte oder Ortschaften sind, die störendes Licht produzieren könnten.

Als Betrachter erweckt Ihre Aufnahme „Get Lost“ den Eindruck, dass Sie alles exakt durchgeplant haben, um diesen Bildeindruck zu erzeugen – ist dem so?

Nein, wir kannten die Route nicht und haben uns laufend an wunderschönen und einsamen Orten wiedergefunden. Da wir nur mit dem Rucksack unterwegs waren, musste außerdem auch auf Equipment verzichtet werden. Stative werden dann z.B. durch Steine oder selbstgemachte Stative aus Holz und Faden ersetzt.

Was können Sie jedem, der sich der Astrofotografie zuwenden möchte, als Tipp mit auf den Weg geben?

Ich bin gewiss kein Experte in der Astrofotografie, sondern widme mich diesem Bereich nur gelegentlich wie auch in meinem Portfolio auf Instagram oder meiner Webseite zu sehen ist.

Was war es für ein Gefühl, als Sie die Nachricht erreichte, dass Sie in der bundesweiten Endausscheidung von „Blende 2015“ den fünften Platz belegt haben?

Ich habe zunächst gar nicht gewusst, dass ich den fünften Platz belegt hatte. Erst als ich die Gewinnerbilder durchgeschaut habe und ich bei Platz 5 angekommen bin, dachte ich: „Das Bild kenne ich doch“. Das war natürlich ein tolles Gefühl, zumal die Anzahl der Teilnehmer doch recht hoch war.

Sie geben an, seit acht Jahren zu fotografieren. Wie sind Sie zur Fotografie gekommen und was begeistert Sie daran?

Zur Fotografie gekommen bin ich damals, als ich mit einer kleinen Digitalkamera sämtliche Filter und Einstellungen probiert habe und die ersten „Gehversuche“ aus Sicht der Freunde und Bekannten doch recht gut waren. Als die Kamera dann bei Makro und HDR Aufnahmen, was meine ersten Vorlieben waren, an ihre Grenzen kam, bin ich mit meiner ersten DSLR ernsthaft in die Fotografie eingestiegen.

Sie fotografieren heute mit einer digitalen Spiegelreflexkamera – welche Vorteile sehen Sie für sich in der Spiegelreflexfotografie?

Meine erste DSLR war eine Alpha 350 von Sony, wobei diese die Wahl des Verkäufers für mich als Einsteiger war. Nach dieser bin ich eigentlich auch direkt auf Vollformat umgestiegen, da ich zu der Zeit für Hotels und Firmen Fotos gemacht habe und mir die größeren Sensoren hier Vorteile gebracht haben. Die meiste Zeit habe ich dann mit der Alpha 900 fotografiert, da ich mich lange gegen die SLRs und die optischen Sucher gewehrt habe. Erst mit der A7RII habe ich jetzt die Meinung gehabt, dass diese Technik zum ersten Mal ausgereift ist, sodass ich umsteigen kann. Das Foto für die „Blende“ wurde jedoch noch mit der A900 geschossen.

Wenn Sie ein fotografischer Einsteiger fragt, welches Kamerasystem er sich zulegen sollte, was würden Sie ihm raten?

Das wird man durchaus öfter gefragt. Allerdings beschäftige ich mich nicht wirklich mit aktuellen Kameramodellen und stelle ständig neue Vergleiche an. Viele wollen kompakt bleiben und trotzdem gute Qualität haben und dabei noch viele Bilder pro Sekunde schießen können. Ich kenne mich bei Sony gut aus, da diese Kameras meinen Bedürfnissen entsprechen, vor allem was die Kompaktheit angeht. Auf meinen Reisen möchte ich keine schweren DSLRs mehr mit mir herumtragen, möchte bei der Qualität aber auch keine Abstriche mehr machen. Daher empfehle ich auch diese Kameras gerne weiter, vor allem da Modelle wir die A6000 schon für wenig Geld zu haben sind und hervorragende Ergebnisse liefern. Daher werden sie auch gerne von Profis als Zweitkameras genutzt.

Wo sehen Sie Ihre fotografischen Schwerpunkte und was ist für Sie die größte Herausforderung?

Meine fotografischen Schwerpunkte liegen mittlerweile im Reise-, Doku- und Lifestylebereich. Die größte Herausforderung sehe ich in der Durchsetzung der eigenen Werke, da auf Grund der digitalen Fotografie der Markt sehr übersättigt ist.

Haben Sie fotografische Vorbilder – Woher holen Sie sich Ihre Inspiration?

Das würde ich so nicht sagen. Jedoch gibt es Fotografen, deren Weg mich immer wieder aufs Neue begeistert. Dazu zählen beispielsweise im Doku-Bereich Steve McCurry und Jimmy Nelson.

Wie stehen Sie der Fotografie mit dem Smartphone gegenüber?

Die Qualität der Geräte wird zunehmend besser weshalb man davon ausgehen kann, dass die Smartphones in sehr naher Zukunft evtl. zum ernstzunehmenden Konkurrenten von DSLRs bzw. SLRs werden (Falls sie das nicht schon sind). Für Ausflüge, wo leichtes Gepäck gefragt ist, sind die Smartphone-Kameras jedenfalls auch für mich immer dankbare „Immer-Dabeis“

Was denken Sie über die Aufzeichnungstechnologie wie 4K und die Möglichkeit, hochauflösende Standbilder aus Videomaterial herauszuziehen?

Ich denke, dass die Aufzeichnungsgeräte da den Abspielgeräten etwas voraus sind und der Hype daher momentan zu hoch ist. Standbilder herausziehen ist oftmals problematisch, da Videos auch gerne mit einer geringen Verschlusszeit aufgenommen werden und bei schnellen Kamerabewegungen die einzelnen Bilder unscharf sind. Für das flüssige wieder gut, für das Bild schlecht.

Seit wann suchen Sie bei Wettbewerben wie „Blende“ den Wettstreit und was ist Ihre Motivation?

Bei der Blende habe ich das erste Mal teilgenommen. Jedoch nehme ich regelmäßig an Fotowettbewerben teil, da gerade die Publikationen das sind, worüber man sich freuen kann, da die Bilder dann nicht nur auf der Festplatte liegen bleiben. Außerdem hilft es, dass eigene Portfolio und den Bekanntheitsgrad zu erhöhen, was schöne Nebeneffekte sind.

Portfolios 04 / 2016

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