Maria Bauer – Ihr Fotomotto: Augen offen halten, das Interessante liegt oft im Detail

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Beim Fotowettbewerb “Blende 2015” belegte Maria Bauer mit ihrer Aufnahme „Japanische Zikade“ den 36. Platz in der bundesweiten Endausscheidung. Die 26 jährige Fotografin aus Kemmern begeistert „Blende“, weil der bundesweite Fotowettbewerb den Teilnehmern die perfekte Möglichkeit bietet, sich selbst auszuprobieren und Erfahrung zu sammeln.

Was war das für Sie für ein Gefühl, als Sie die Nachricht erreichte, dass Sie in der bundesweiten Endausscheidung von „Blende 2015“ den 36. Platz erreicht haben?

Ich habe mich sehr gefreut, auch da ich nicht damit gerechnet hatte. Bei einer derartigen Menge an guten und vor allem sehr unterschiedlichen Bildern ist es schon sehr schwer, mit einem einzelnen Motiv Beachtung zu finden.

Sie haben mit Ihrer Aufnahme ein ganz besonderes Motiv innerhalb der Tierfotografie festgehalten – was war Ihr Ansporn für dieses Motiv?

Ich war zu diesem Zeitpunkt in Japan. Die Fotografie entstand, als ich mit einer Freundin auf dem Weg zu einem Tempel war. Das Bild zeigt eine (tote) Zikade, dort Semi genannt. In Japan kommen diese massenhaft vor, ihre Geräusche sind typisch für den Sommer. Während sie sich zu Lebzeiten vor allem in Bäumen aufhalten, liegen sie im Herbst dann auf den Straßen. Die meisten haben eine bräunliche Färbung, allerdings war diese von der Farbzeichnung her besonders. Mein Ansporn war, das zu dokumentieren.

Spielte der Zufall eine Rolle bei Ihrem Preisträgerfoto „Japanische Zikade“ oder haben Sie viel Vorbereitung in die Aufnahme gesteckt?

Es war kompletter Zufall, wie bei den meisten meiner Naturaufnahmen.

Was begeistert Sie selbst an Ihrer Aufnahme „Japanische Zikade“?

Die Schönheit und unendliche Vielseitigkeit der Natur, weshalb es auch perfekt zu diesem Thema gepasst hat.

Was können Sie jedem, der sich vergleichbaren Motiven zuwenden möchte, als Tipp mit auf den Weg geben?

Haltet Eure Augen offen, das Interessante liegt oft im Detail.

Sie geben an, seit Ihrer Kindheit zu fotografieren. Wie sind Sie zur Fotografie gekommen und was begeistert Sie bis heute daran?

Mein Großvater hat schon gerne fotografiert, und ich habe mir auch alles privat in der Familie angeeignet. Über die Jahre habe ich dann mehr Erfahrung gesammelt, vor einiger Zeit auch mit digitaler Bildbearbeitung/Photoshop angefangen und mir eine Spiegelreflexkamera (Canon) angeschafft. Das Kamera-Modell ist aber nicht mal so wichtig, es kommt v.a. auf die Motive an (das Zikaden-Bild entstand z.B. mit einer einfachen Kompaktkamera). Bis heute begeistert mich an der Fotografie, dass ich Momente in Szene setzen und festhalten kann, in der Art in der ich sie wahrnehme.

Wo sehen Sie Ihre fotografischen Schwerpunkte und was sind Ihre fotografischen Ziele?

Mein fotografischer Schwerpunkt ist die ungestellte Fotografie, das Dokumentieren von Momenten. Gerne auch, von auf den ersten Blick vielleicht, ungewöhnlichen Motiven. Ich habe aber auch schon bei Konzerten und Events fotografiert. Meine fotografischen Ziele sind als erstes, natürlich schöne Bilder zu erschaffen (wie schätzungsweise bei jedem Fotografen). Darüber hinaus bin ich froh, wenn ich mal mit einer Website fertig bin, auf der ich meine Bilder präsentieren kann. Und wer weiß, was sich dann noch alles daraus entwickelt…

Haben Sie fotografische Vorbilder – Woher holen Sie sich Ihre Inspiration?

Fotografische Vorbilder habe ich sehr viele, das müssen keine großen Namen sein. Bei Foto/Kunst-Communities wie z.B. Flickr, DeviantArt oder auch hier bei „Blende“ findet man Unmengen an wirklich beeindruckenden Aufnahmen. Das sind für mich auch unerschöpfliche Inspirationsquellen.

Eine Streitfrage ist immer wieder das Thema Bildbearbeitung. Wie stehen sie dazu? Wie wichtig ist für Sie ein guter/professioneller Umgang mit Programmen wie Photoshop oder Lightroom?

Gute Bildbearbeitung ist meiner Meinung nach sehr wichtig, weshalb ich mich auch in Photoshop eingearbeitet habe. Leider sind die Preise für Adobe-Programme in den letzten Jahren sehr gestiegen, so dass es für Nicht-Berufs-Fotografen/Designer schwer geworden ist, da auf dem neusten Stand zu bleiben.

Was war Ihre Motivation, an Wettbewerben wie „Blende“ teilzunehmen und was begeistert Sie speziell an unserem Fotowettbewerb „Blende“? Welchen Tipp können Sie Ihren Mitstreitern für „Blende“ geben?

Sich Wettbewerben zu stellen ist eine gute Möglichkeit, sich selbst auszuprobieren und Erfahrung zu sammeln. Ich kann das jedem nur weiterempfehlen. Am „Blende“-Wettbewerb hat mir speziell gefallen, dass er sich nicht an Profis richtet, sondern jedem die Chance gibt, mitzumachen. Als Tipp kann ich geben, je seltener/ausgefallener das Motiv, desto höher ist meistens die Chance auf das Interesse der Jury.

Portfolios 11 / 2016

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