Monika Rösler fasziniert an der Fotografie das Zusammenspiel von Form, Licht und Farbe

Monika Rösler, Beine zum Frühstück, Blende-Fotowettbewerb Bildgalerie betrachten Monika Rösler, Beine zum Frühstück, Blende-Fotowettbewerb

Mit dem nicht alltäglichen Wettbewerbsbeitrag „Beine zum Frühstück“, eingereicht zur thematischen Vorgabe „Beine aller Art“ war Monika Rösler in der bundesweiten Endausscheidung von „Blende 2016“ erfolgreich. Wir haben mit Monika Rösler eher zufallsbedingt ein längeres Gespräch führen dürfen, dass uns tiefe Einblicke in ihre fotografische Leidenschaft gewährt hat. Monika Rösler ist mit Haut und Haaren begeisterte Hobbyfotografin. Sie lebt die Fotografie und versteht es auch andere mit ihrem großen Engagement dafür zu begeistern. Sie reist quer durch Deutschland und sucht hier u.a. Friedhöfe auf, um die Grabsteine von Persönlichkeiten zu fotografieren und dann vor einem größeren Publikum darüber zu referieren. Neben ihrem Mann, der übrigens Filmer und ihr größter Kritiker ist, gehört ihre große Liebe seit 17 Jahren auch der fotografischen Arbeit mit Behinderten.

Was war es für Sie für ein Gefühl, als Sie die Nachricht erreichte, dass Sie in der bundesweiten Endausscheidung von „Blende 2016“ den 50. Platz erreicht haben?

Die Freude war sehr groß. Ich nehme seit ca. 10 Jahren am Blende-Fotowettbewerb erfolgreich teil. In den letzten zwei Jahren habe ich es auch in der bundesweiten Endausscheidung zu Platzierungen gebracht. Neben Urkunden und Medaillen bei Wettkämpfen beim DVF (Deutschen Verband für Fotografie) wird beim Blendewettbewerb die Leistung mit ganz interessanten Preisen belohnt.

Ihre Aufnahme „Beine zum Frühstück“ ist alles andere als Alltäglich. Was muss man mitbringen, um zu so einer sehenswerten Aufnahme zu gelangen?

Es ist der entscheidende Augenblick den ich nutze, wenn ich mit meiner Kamera unterwegs bin. Unsere Umwelt steckt voller interessanter Motive. Die zu erkennen und fotografisch umzusetzen bedarf einer besonderen Sichtweise die jedoch, so meine ich, jeder im gewissen Umfang lernen kann.

Spielt bei Ihrem Wettbewerbsbeitrag auch der Zufall Regie?

Natürlich spielt bei meinen Bildern auch der Zufall eine gewisse Rolle. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein meine ich damit. Das Produkt ist aber noch lange kein Wettbewerbsbild. Hierzu bedarf es noch der Optimierung in der Bildbearbeitung, sei es den richtigen Ausschnitt zu wählen, den Farbkontrast zu heben oder zu senken und das Bild zu schärfen ….

Wie sind Sie zur Fotografie gekommen – über Ihre Eltern, die Schule, Freunde?

Mit 13 bekam ich von meinem Vater eine einfache Kamera mit Rollfilm. Bei einem Klassenausflug sah ich an einer Ampel in München den Schlagerstar Graham Bonney. Ich zückte sofort meine Kamera. Dieses Bild war unter meinen Mitschülern damals sehr beliebt. Auch heute noch sind meine Schnappschussaufnahmen, die ich nicht von langer Hand plane, die interessantesten.

Mit welchem Aufnahmeequipment fotografieren Sie aktuell und warum?

Meine Canon-Ausrüstung, diverse Spiegelreflexkameras und Objektive, setze ich seit dem ich die Fujifilm xt2 besitze immer weniger ein. Das Objektiv 50-140mm Lichtstärke 2,8 liefert mir sehr gute Ergebnisse.

Sie sind mit der Analogfotografie großgeworden. Der Nachwuchs entdeckt diese gerade für sich. Gibt es für Sie Punkte, die Sie an der Analogfotografie mehr schätzen als an der Digitalfotografie?

Ich besitze auch eine Diasammlung aus der analogen Zeit. Da ich selbst nie in einer Dunkelkammer gearbeitet habe, vermisse ich auch nicht die analoge Fotografie. Dennoch faszinieren mich Schwarzweißaufnahmen, analog erstellt und hervorragend gedruckt, immer.

Was fasziniert Sie an der Fotografie?

Das Zusammenspiel von Form, Licht und Farbe, das dem Bild eine eigene Aussage gibt, reizt mich. Es ist die Vielfalt und die künstlerische Freiheit und natürlich auch eine gewisse Bestätigung, wenn man mit dem eigenen Werk bei Fotowettbewerben erfolgreich ist.

Hat sich im Laufe Ihres Fotografendaseins die Sicht auf die Fotografie geändert?

Eindeutig Ja. Ich beschäftige mich seit ca. 20 Jahren mit der digitalen Fotografie. Um immer den aktuellen Trend zu erkennen ist es für mich notwendig, dass ich mir die neuestens Fotofachbücher und Fachzeitschriften ansehe und sie ggf. erwerbe. Außerdem erhält meine Bibliothek oft Zuwachs mit guten Bildbänden bekannter Fotografen.

Immer wieder kommt die Frage auf, ob Frauen anders als Männer fotografieren. Wie sehen Sie das?

Ein gutes Beispiel hierfür gibt es bei uns im Fotoclub. Tieraufnahmen die von Frauen erstellt werden, da gehöre ich auch dazu, regen oft zum Schmunzeln an. Bei Hobbyfotografen habe ich die Erfahrung gemacht, dass Frauen eine Leidenschaft für die Fotografie oft aus der Idee heraus entwickeln, etwas Schönes und Kreatives zu gestalten. Dagegen ist am Anfang die Technik ein rotes Tuch. Bei Männern steht oft die Technik und die Ausrüstung der Kamera an erster Stelle. Frauen, so denke ich, erkennen den entscheidenden Augenblick oft schneller, drücken dann aber öfters mal ab, um dann die technisch besseren Aufnahmen auswählen zu können. Ich empfehle: Setzt Euch mit Blende, ISO und Verschlusszeit auseinander, fotografiert für eine gewisse Zeit nicht mit der Automatikfunktion der Kamera und ihr werdet erkennen, dass ihr immer weniger diese Automatik nutzt. Die Aufnahmen werden noch besser!

Sie erzählten uns von Ihrem Fotoprojekt mit Behinderten – Was begeisterte Sie am meisten daran?

Seit 17 Jahren arbeite ich mit Behinderten. Fotografie und Bildbearbeitung mit Photoshop Elements. Die Freude der Teilnehmer am Ergebnis toller Fotos und die Anerkennung, die ich immer wieder erfahre, inspiriert mich immer zu neuen Ideen.

Was können Sie all jenen mit auf den Weg geben, die die Fotografie gerade für sich entdecken?

Entwickle eine fotografische Handschrift und versuche dabei deine künstlerische Persönlichkeit darzustellen. Die fotografischen Grundlagen dazu kannst du dir aus guten Fotobüchern, Seminaren, Fotozeitschriften, hier auf prophoto-online.de oder im Austausch mit Erfahrenen zum Beispiel in einem Fototreff oder Klub aneignen. Besuche gute Ausstellungen. Beschäftige dich täglich mit deinem Hobby und sei es nur in Gedanken. Du wirst bald erkennen, dass durch deine Erfahrung auch dein Anspruch wächst. Auch im Sport brauchst du erst mal dein Training.

Die Handyfotografie ist für viele, so meine ich, mal der Einstieg in die Fotografie. Die Technik ist inzwischen so gut entwickelt, dass auch hiermit gute Fotos entstehen. Es ist ein gutes „Trainingsgerät“. Mit der eigenen fotografischen Weiterentwicklung sollte auch der Anspruch steigen. Ich empfehle auch, nehmt mal eine spiegellose Kamera bekannter Marken z.B. Fujifilm oder Olympus in die Hand und vergleicht eure Aufnahmen am Monitor bei 100% Ansicht.

Was ist Ihr Fotomotto?

Nutze den entscheidenden Augenblick. Nie ohne meine Kamera.

Was sind Ihre fotografischen Schwerpunktthemen?

Wenn man sich an der Wettbewerbsfotografie beteiligt ist es gut, wenn man etwas größer aufgestellt ist. Ich meine damit, sich nicht nur mit Schmetterlingsaufnahmen zu beschäftigen. Ich hab Interesse an Tieraufnahmen, Strukturen, Pflanzen in besonderer Stellung, Landschaft und Architektur, Porträt und Makroaufnahmen. Auch die 3D Aufnahmen faszinieren mich. Hier erstelle ich zwei Bilder mit zwei Nikon Kameras die synchronisiert sind und je nach Motiv, in einem entsprechenden Abstand zueinander aufgenommen werden. Gerne besuche ich Friedhöfe und die Grabstätten berühmter Persönlichkeiten.

Was begeistert Sie an unserer „Blende“?

Es sind immer sehr gute Aufnahmen zu finden. Ein Lob für die Jury.

Portfolios 05 / 2017

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