Nachwuchsfotografin Selina Schneider - Von der Fotografie gefesselt und besessen

© Fotograf: Selina Schneider, Genießerkatze, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Selina Schneider, Genießerkatze, Blende-Fotowettbewerb
Selina Schneider belegte in der bundesweiten Endausscheidung von „Blende 2013“ mit ihrer Aufnahme „Genießerkatze“ den 9. Platz. Sie ist inzwischen vierzehn Jahre alt, besucht die 8. Klasse eines Gymnasiums und betreibt gern Sport. Ihre große Liebe gehört der Fotografie und wir haben bei ihr nachgefragt, was sie daran so begeistert. Selina beschreibt sich selbst als einen sehr zielstrebigen und ehrgeizigen Menschen, was seine Vor- und Nachteile habe. Aus ihrer Sicht wirken sich diese Charaktereigenschaften auf die Art und Weise aus, wie sie bestimmte Themen im Bereich der Fotografie angeht. Sie gibt nicht auf, wenn es darum geht, etwas zu fotografieren, was sie wirklich will. Einer ihrer größten bisherigen Momente war ein Treffen mit Baron Wolman – Fotograf und Mitbegründer der Musikzeitschrift „Rolling Stone“.

Selina, wir sind über „Blende“ auf Dich aufmerksam geworden. Seit wann fotografierst Du?

© Selina Schneider
© Selina Schneider
Ich fotografiere schon ungefähr seit meinem siebten Lebensjahr. In jedem Urlaub habe ich mir immer eine Kamera meiner Eltern geschnappt und alles, was vor die Linse kam, fotografiert. Es hat mir schon immer sehr viel Spaß gemacht. Seit zirka zwei Jahren fotografiere ich etwas überlegter und zielgerichteter. Ich bin regelmäßig mit Freunden unterwegs, habe Fotos von ihnen gemacht, und sie von mir.

Vor etwas mehr als einem Jahr, als ich auch richtig mit der Naturfotografie begonnen habe, habe ich mir eine bessere Kamera gewünscht. Nach langer Recherche habe ich mich für die Sony Alpha 57 entschieden und mich regelrecht in sie verliebt. Meine Eltern versprachen mir, sie würden sie mir kaufen, wenn ich einen bestimmten Zeugnisdurchschnitt erreiche. Das ist mir dann auch gelungen und die Kamera war mein. An Weihnachten habe ich dann ein Makroobjektiv von der Firma Sigma bekommen. Seitdem habe ich Unmengen an Bildern geschossen: von Sonnenuntergängen, Sonnenaufgängen, Tieren, Freunden, Pflanzen und vielem mehr und natürlich von meinen Freunden. Ich fotografiere sehr gerne bei Sonnenauf- und Untergängen, da ich das Licht zu diesem Zeitpunkt sehr schön finde und man damit sehr gute Bilder erzielen kann.

Wie war für Dich die Nachricht als Du erfahren hast, dass Du bei „Blende 2013“ den 9. Sonderpreis belegt hast?

© Selina Schneider
© Selina Schneider
Ich war komplett überrascht und konnte es gar nicht richtig glauben, da ich davon ausgegangen bin, dass die Preisvergabe schon lange vorbei war. Natürlich habe ich mich unendlich gefreut und es hat mich nur noch mehr motiviert, mich der Fotografie zu widmen. Außerdem war ich mir nicht im Klaren, dass ich mit meinen Bildern schon so viel erreichen kann.

Was macht für Dich den Reiz der Fotografie aus?

Ich liebe es, Dinge zu fotografieren und sie so darzustellen, wie man sie normalerweise niemals wahrnehmen würde. Dazu gehört natürlich auch die Makrofotografie. Außerdem finde ich es toll, Momente festzuhalten. Ich nehme meine Kamera auf sehr viele Geburtstage mit, auf Ausflüge usw. Mir macht es zudem große Freude, wenn ich andere Menschen mit meinen Bildern glücklich machen kann.

Was möchtest Du mit Deinen Bildern zum Ausdruck bringen?

© Selina Schneider
© Selina Schneider
Wie ich schon in der vorherigen Frage beantwortet habe, liebe ich es „versteckte“ Schönheiten zu fotografieren. Ich möchte sie so schön und detailreich wie möglich festhalten, um mich und andere daran teilhaben zu lassen.

Was empfindest Du während des Fotografierens?

Die Fotografie macht mir einfach riesengroßen Spaß. Dabei konzentriere ich mich komplett auf meine Sache und vergesse alles um mich herum. Währenddessen, habe ich bei mir selber beobachtet, dass ich Details wahrnehme und Dinge sehe, die mir ansonsten nicht so aufgefallen wären.
Wenn ich nach einem Tag schöne Bilder erzielen konnte, freue ich mich immer sehr darüber. Andersherum bin ich manchmal ein wenig enttäuscht, wenn es an einem Tag mal nicht so gut lief, aber das gehört nun einmal auch dazu. Im Nachhinein schaue ich mir diese Bilder nochmal alle genau an und überlege, was ich hätte besser machen können.

Hast Du Vorbilder und wenn ja, wer sind diese?

© Selina Schneider
© Selina Schneider
Mein Vorbild ist eigentlich jeder, der es geschafft hat, mit seinen Bildern berühmt zu werden und andere Menschen damit glücklich zu machen. Außerdem finde ich es toll, wenn die Bilder einen Wiedererkennungswert besitzen, man sie also gut einem bestimmten Fotografen zuordnen kann.

Ein besonders großes Vorbild von mir ist Baron Wolman, den ich, durch private Kontakte, persönlich kennenlernen durfte. Baron war einer der ersten Fotografen, der Musiker fotografiert hat und er hat außerdem mit seinen Bildern die Musikzeitschrift „Rolling Stone“ mitgegründet. Sein Motto ist „A picture tells more than a thousand words“, was bei ihm komplett zutrifft, da er wirklich zu jedem seiner Bilder eine Geschichte erzählen kann. Er hat mir angeboten, in den Osterferien an einem Workshop für Fotografie bei ihm teilzunehmen. Diese Chance habe ich natürlich auch genutzt.

Und wie war das Treffen mit dem 76-jährigen Baron Wolman und der Fotoworkshop bei ihm?

© Selina Schneider
© Selina Schneider
Das war ein großartiges Erlebnis. Ich durfte ihn aus der Sicht einer 13 Jährigen interviewen. Dieses Interview wird möglicherweise bald veröffentlicht.

Nach Barons Einladung bin ich mit meinen Eltern nach Santa Fe geflogen, um die einmalige Chance, an einem privaten Fotoworkshop mit ihm teilzunehmen, zu nutzen. Am zweiten Tag in Santa Fe ging es gleich los, denn, Zitat von meinem Papa: „Wir sind ja nicht zum Spaß hier.“ Nachdem meine Eltern mich bei ihm abgesetzt hatten, zeigte ich ihm zuerst einige meiner Aufnahmen, die mir, meiner Meinung nach, besonders gut gelungen sind. Seine Meinung war für mich sehr interessant und er fand einige der Fotos sehr gut.

© Selina Schneider
© Selina Schneider
Daraufhin haben wir uns auf den Weg zu Tony Bonanno gemacht, der Barons Fotos endbearbeitet und dann professionell druckt. Nachdem er mir die grundlegenden Dinge der Druckens erläutert hatte, war mir klar, dass das Fotografieren einerseits, und das Optimieren und Drucken der Aufnahmen letztendlich erst zu optimalen Ergebnissen führt. Dann haben Baron und ich uns auf den Weg zu einigen, von ihm bevorzugten, Orten gemacht, an denen man interessante Aufnahmen erzielen kann. Zu diesen tollen Locations kamen noch die besonderen äußeren Bedingungen, für die Santa Fe bekannt ist. Während ich fotografierte, gab Baron mir immer wieder Tipps, was ich anders machen sollte und gab mir Ideen, die ich dann in ein gutes Foto umsetzen konnte.

Wirst Du bei Blende 2014 wieder mit von der Partie sein und was findest Du an diesem Fotowettbewerb so toll?

Natürlich werde ich nochmals teilnehmen. Mir gefällt der Wettbewerb gut, da man nur wenige Themen zur Auswahl stehen hat und man sich deshalb intensiver überlegen muss, wie man diese umsetzt. Dadurch muss man sich wirklich Gedanken machen, welche Aufnahmen am besten in welche Kategorie passen. Mir gefällt, dass dem Fotografen einerseits Vorgaben gemacht werden, man aber trotzdem seiner Fantasie noch freien Lauf lassen kann.

Portfolios 08 / 2014

25 Bewerten  |  Drucken  |  Weiterempfehlen
Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden