Nicolas Landgraf

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Fotos mit dem Smartphone eingefangen empfindet er vielfach als Augen-Vergewaltigung

Nicolas Landgraf hat mit seiner Aufnahme „Männchen at Work“, die er zur thematischen Vorgabe „Auf der Straße“ einreichte, in der bundesweiten Endausscheidung von „Blende 2015“ den 68. Platz belegt. Der Hobbynachwuchsfotograf legt bei seinen Aufnahmen ein großes Augenmerk auf passende Inszenierungen anstatt Bilder auf die Schnelle mit dem Smartphone zu knipsen. An „Blende“ begeistert den 16-jährigen Schüler aus Kulmbach die Auseinandersetzung mit verschiedenen fotografischen Themen. Er ist fasziniert vom Ideenreichtum und den Ergebnissen der anderen Teilnehmer sowie der Vielzahl an Möglichkeiten zur Präsentation der eigenen Aufnahmen im Zuge des liebevoll organisierten Fotowettbewerbs.

Was war es für ein Gefühl, als Dich die Nachricht erreichte, dass Du in der bundesweiten Endausscheidung von “Blende 2015” den 68. Platz belegt hast?

Das war schon ein echt tolles Gefühl. Ich habe mich riesig gefreut, sodass ich vor Freude in die Luft gesprungen bin, wobei ich bei meiner Größe im Zimmer schon aufpassen muss, was mir in diesem Moment dann auch egal war. Ich bin im dritten Jahr dabei und dann gelingt mir erst der erste Platz in Kulmbach und dann später auch der 68. Platz auf Bundesebene!

Wie bist Du auf Dein Motiv „Männchen at work“ gestoßen?

Ich bin vom Thema „Auf der Straße“ ausgegangen und habe mir gedacht: Was gibt es auf unseren Straßen, wie könnte man das auch ein bisschen lustig umsetzen? Dann bin ich auf die Idee einer Baustelle gekommen, welche ich in Miniatur dann nachgebaut habe.

Was war für Dich die größte Herausforderung bei diesem Foto?

Das waren die Blicke der vorbeilaufenden Nachbarn, die sich vermutlich gefragt haben: “Was treibt der denn da?”

Was begeistert Dich selbst an Deiner Aufnahme „Männchen at work“?

Wie vielen Leuten das Bild, seien es Bekannte, Freunde, Lehrer, Nachbarn, auch gefallen hat und die mich darauf auch angesprochen haben.

Wo holst Du Dir fotografische Anregungen?

Ich gehe oft und gerne in Fotoausstellungen, welche es bei mir in Kulmbach glücklicherweise in Recht hoher Anzahl gibt. Auch schaue ich mich gerne in Online-Galerien um. Aber auch Fotobücher sind für Anregungen super geeignet.

Hast Du aktuelle Fotoprojekte oder was sind in nächster Zeit Deine fotografischen Ziele?

Bestimmte Fotoprojekte habe ich eigentlich nicht. Ich fotografiere eigentlich das, worauf ich gerade Lust habe und was mir gerade vor der Linse rumhüpft. Was ich aber natürlich versuche ist, an meinen Blende-Erfolg von letztem Jahr anzuknüpfen.

Wo siehst Du Deine fotografischen Schwerpunkte und welche Motive haben es Dir aus fotografischer Sicht am meisten angetan?

Ich fotografiere bevorzugt Landschaften und auch Blumen haben es mir angetan. Aber andere Themen, zum Beispiel Familienfeiern, Schulveranstaltungen, z.B. Schulkonzerte, zu fotografieren, macht hin und wieder auch echt Spaß.

Du gibst an, seit drei Jahren ernsthaft zu fotografieren, also mit 13 Jahren angefangen zu haben. Wie bist Du zur Fotografie gekommen und was begeistert Dich daran?

Fotografie war für mich schon als kleiner Junge interessant. Ein schöne Landschaft zum Beispiel, die dann mit einem Klick für immer gebannt wird – toll! Dann habe ich damals (jaja, lang, lang ist’ s her ;-) ) in der 7. Klasse den Wahlunterricht “Digitalfotografie und Bildbearbeitung” an meiner Schule belegt und dann erst einmal alles abgelichtet, was nicht bei “drei” auf den Bäumen war.

An der Fotografie begeistert mich, dass man selber etwas Künstlerisches erschaffen kann, was anderen Menschen gefällt, oder noch besser: Was sie berührt.

Kannst Du Dich an Deine erste Kamera erinnern?

Ja, das ist eine Canon Powershot SX 230, die ich im Übrigen auch noch regelmäßig verwende, wenn es vor allem darum geht, auf Verdacht eine kleine Kamera dabei zu haben.

Wie stehst Du der Fotografie mit dem Smartphone gegenüber?

Kritisch. Das Smartphone ist gut geeignet, um kleine Dinge mal so schnell nebenher zu knipsen, z.B. die Öffnungszeiten eines Geschäfts o.ä., welche man sich dann auch nur auf dem Handy-Display anschaut. Denn spätestens bei Urlaubs- oder Familienbildern, welche dann auch ausgedruckt werden, fängt die Augen-Vergewaltigung an.

Wie wichtig ist Dir die digitale Nachbearbeitung der Bilder, beispielsweise mit Photoshop oder Lightroom?

Ich finde, die Nachbearbeitung der Bilder ist schon wichtig, um den Bildern den letzten Feinschliff, wenn nötig, zu verleihen. Man kann auch mit verschiedenen Filtern, z.B. Weichzeichnern, nachträglich spielen. Oder um ehrlich zu sein: Die digitale Retusche ist auch viel einfacher, als auf Verdacht Kettensäge (für herumstehende Bäume) und Eisensäge (für nervende Verkehrsschilder) in der Fototasche zu haben :-). Was allerdings für mich wichtig ist, dass der ursprüngliche Charakter des Bildes erhalten bleibt.

Welchen Rat kannst Du all jenen mit auf den Weg geben, die als Einsteiger die Fotografie für sich entdecken?

Nicht gleich aufgeben. Viel ausprobieren, auch die verschiedenen Richtungen der Fotografie einmal entdecken, sich am Rechner dann die Ergebnisse anschauen und sehen, was man in Zukunft besser machen kann.

Welchen Tipp kannst Du Deinen Mitstreitern für “Blende” geben?

Mut zu neuen fotografischen Bereichen, in denen man vielleicht noch nicht so viel Erfahrung hat.

Portfolios 07 / 2016

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