Renate Bonse

Renate Bonse Bildgalerie betrachten

Renate Bonse

Man muss auch ein wenig Glück haben

In der bundesweiten Endausscheidung von „Blende 2015“ belegte Renate Bonse mit Ihrer Schwarzweißaufnahme „Begegnung“, die sie zur thematischen Vorgabe „Schnappschuss – Ich war dabei“ eingereicht hatte, den 48. Platz. Wir wollten wissen, wer hinter der Aufnahme steckt und haben nachgefragt. Renate Bonse fotografiert seit Ihrer Jugend. An der Digitalfotografie schätzt die „Blende“-Fotografin, dass alles wesentlich einfacher ist. Sehr viele ihrer Bilder gibt sie auf Papier aus oder erstellt Fotobücher, da für sie Papier das beste Material ist, um Aufnahmen zu erhalten.

Sie haben sich mit der Aufnahme „Begegnung“ ihrem Motiv in einem besonderen Blickwinkel genähert – was war Ihr Ansporn für dieses Motiv?

Meine Aufnahme „Begegnung“ entstand in meinem Garten, als ich Besuch von einer Freundin mit ihrer kleinen französischen Bulldogge hatte. Planen kann man solch ein Bild nicht, denn so wie die beiden da standen, war das ein winziger Moment, bei dem man die Kamera bereithalten muss. In der nächsten Sekunde waren die beiden schon wieder am Toben. Ich habe den Ausschnitt noch etwas verändert und in Schwarzweiß umgewandelt, weil der Hintergrund zu unruhig war. Es ist ein Bild von ca. 50 Aufnahmen der beiden Hunde. Man muss auch ein wenig Glück bei so einem Treffer haben. Am besten an dem Bild gefällt mir der Ausdruck des kleinen Hundes, im Vergleich zur großen Nase meines Hundes. Ich bin kein Experte im Bereich Tierfotografie, kann dazu aber sagen, dass man immer bereit für eine Aufnahme sein muss und seine Kamera beherrschen sollte. Trotzdem ist noch viel Ausschuss dabei. Kurze Belichtungszeiten, gerade bei Bewegung und viel, viel Geduld.

Was war es für ein Gefühl, als Sie die Nachricht erreichte, dass Sie in der bundesweiten Endausscheidung von „Blende 2015“ erfolgreich waren?

Als ich mein Bild auf Ihrer Seite bei den Gewinnerbildern sah, habe ich mich natürlich riesig gefreut. Platz 48 in ganz Deutschland, das macht schon stolz. Im Jahr davor war eines meiner Bilder auf Platz 89 und auch dort habe ich mich sehr gefreut, es ist dann auch immer Ansporn für die nächste Teilnahme. An dem Blende-Fotowettbewerb nehme ich schon seit einigen Jahren teil und hatte auf der lokalen Ebene auch immer einen Platz unter den ersten zehn.

Sie geben an, schon ewig – intensiv seit 2009 – zu fotografieren. Wie sind Sie zur Fotografie gekommen und was begeistert Sie daran?

Ich fotografiere wirklich schon sehr lange, seit meiner Jugend, aber früher musste man noch Filme kaufen und entwickeln lassen, was natürlich auch eine Kostenfrage war. Nun, mit der Digitalfotografie ist das viel einfacher. Allerdings lasse ich noch sehr viele Bilder ausdrucken oder Fotobücher herstellen, weil ich der Meinung bin, Papier ist noch das beste Material, um Bilder zu erhalten.

Zurzeit habe ich eine Olympus E-M5II Systemkamera, die wirklich wunderbar ist. Seit 2009 fotografiere ich digital, zuerst mit einer E-520, dann eine E-3 von Olympus, beides Spiegelreflex. Die E-3 wurde mir irgendwann, zusammen mit den Objektiven, zu schwer und so langsam waren die Systemkameras auf dem Vormarsch. Über die E-M10, die mir vom Handling zu klein war, kam ich zur E-M5II, die von der Größe und Handhabung zu mir passt. Das Mft-System hat den Vorteil der kleinen Objektive und zusammen mit dem Superstabilisator der Kamera ist das eine tolle Kombination. Eigentlich ist es Zufall, dass ich bei Olympus gelandet bin, denn meine letzte analoge Kamera war eine Nikon.

Wenn Sie ein fotografischer Einsteiger fragt, welches Kamerasystem er sich zulegen sollte, was würden Sie ihm raten?

Fotografischen Einsteigern würde ich immer zu einer guten Kompaktkamera oder einer Systemkamera raten. Viele Hobbyfotografen sind der Meinung, dass man nur mit einer Spiegelreflexkamera gute Bilder machen kann und fotografieren dann nur im Automatik-Modus, weil sie ihre Kamera nicht beherrschen. Auch mit guten Kompakten kann man hervorragende Fotos machen, sie sind klein und man kann auch mit ihnen mit verschiedenen Einstellungen experimentieren.

Ich habe so gut wie immer eine kleine XZ-1 von Olympus dabei. Und wenn gar keine Kamera dabei ist, geht auch das Smartphone, das ist bei mir aber eher die Ausnahme. Selbst hier kann man die Einstellungen ändern, es macht nur keiner.

Wo sehen Sie Ihre fotografischen Schwerpunkte und was ist für Sie die größte Herausforderung?

Meine fotografischen Interessen liegen sehr breit gefächert. Ich fotografiere gern Portraits, Hunde, Landschaft und Makro. Ich überlege mir oft schon im Voraus, wie ich ein Bild aufnehmen möchte. Planung und Umsetzung ist nicht immer von Erfolg gekrönt, aber viele Bilder sind auch so, wie ich mir das vorstelle.

Wie wichtig ist für Sie die Bildbearbeitung mit Programmen wie Photoshop oder Lightroom?

Ich bearbeite meine Fotos mit Photoshop Elements, bin darin aber kein Experte. Allerdings nehme ich auch immer parallel ein RAW auf, falls es einmal mit dem JPEG danebengegangen ist. Einerseits beschränke ich mich auf wenige Korrekturen, andererseits benutze ich aber auch schon mal den einen oder anderen Filter, um das Bild zu verändern.

Woher holen Sie sich Ihre Inspiration?

Die Inspiration für meine Bilder hole ich mir aus verschiedenen Fotomagazinen und Fotobüchern. Dabei geht es mir aber eher um die technische Umsetzung, wie Langzeitbelichtung, richtige Blende und Brennweite, als um die Motive.

Was denken Sie über die Aufzeichnungstechnologie wie 4K und die Möglichkeit hochauflösende Standbilder aus Videomaterial herauszuziehen?

Mit der 4K-Technologie habe ich mich noch nicht befasst, bin aber auch nicht so ein Fan davon, die Bilder aus Videosequenzen herauszuziehen. Das hat dann ja auch irgendwann nicht mehr viel mit Fotografie zu tun. Ich bewundere die Fotografen, die ihr Handwerk noch gelernt haben und das als Beruf ausüben.

Was begeistert Sie speziell an unserem Fotowettbewerb „Blende“?

Abschließend kann ich nur sagen, dass mir der Wettbewerb „Blende“ gefällt, weil dort jeder seine Bilder einreichen kann, die Themen immer sehr individuell sind, so dass eigentlich für jeden etwas dabei ist und man dadurch auch manchmal eine kleine Bestätigung bekommt. Man sollte sich nicht entmutigen lassen, wenn man es mal nicht geschafft hat, unter die Preisträger zu kommen. Im nächsten Jahr kommt vielleicht genau das Thema, was einem liegt.

Portfolios 04 / 2016

26 Bewerten  |  Drucken  |  Weiterempfehlen
Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden