Riesige Bilder in Topqualität: D-ILA-Projektoren (Direct Drive Image Light Amplifier)

Direct Drive Image Light Amplifier Bildgalerie betrachten
(Direct Drive Image Light Amplifier)

Groß, größer, am Größten - mit hochauflösendem Fernsehen (HDTV) und neuen Projektionstechniken ist es möglich, riesige Bilder in bestechender Qualität zu präsentieren. Neuen Schwung erlebt die Großbildprojektion durch den LCoS-Chip. Die Abkürzung LCoS steht für „Liquid Crystal on Silicon“. Dabei handelt es sich um Halbleiter-Chips von geringer Baugröße, die gestochen scharfe und flimmerfreie Bilder für TV-Geräte und Beamer liefern.

Ein LCoS-Chip ist etwa so groß wie eine Scheckkarte und besitzt eine Auflösung von 1.280x786 Bildpunkten. Grob kann man die LCoS-Technologie als Mischung aus LCD- und DLP-Technik bezeichnen: Wie bei der LCD-Technologie sorgen auch hier kleine Flüssigkeitskristalle für die Bilderzeugung, doch werden sie nicht durchleuchtet, sondern reflektieren das Licht ähnlich wie bei der DLP-Technik. In einem LCoS-Projektor arbeiten, wie bei der LCD-Technologie, drei Chips parallel: Für jede Grundfarbe (Blau, Grün, Rot) steht ein eigener LCoS-Chip zur Verfügung. Auf dem Lichtweg bis hin zur Leinwand wird das Bild zunächst durch halbdurchlässige Spezialgläser in seine drei Grundfarben aufgeteilt, dann von den LCoS-Chips "bearbeitet" und am Schluß wieder durch ein Prisma zu einem Bild zusammengefügt. Der Hauptunterschied liegt in der reflektierenden Arbeitsweise. Da es sich hier aber um Flüssigkeitskristalle handelt und nicht um Spiegel, ist die Funktionsweise eine etwas andere.

Der grobe Aufbau eines LCoS-Chips setzt sich aus drei Schichten zusammen. Die oberste Schicht besteht aus Glas, das mit einer transparenten Elektrode ausgestattet ist. Die mittlere Schicht beinhaltet die Flüssigkeitskristalle mit einer vertikal ausgerichteten Anordnung (zirka 3 µm dick). Die unterste Schicht ist wiederum eine Elektrodenschicht (für jeden Pixel zur Ansteuerung getrennt), jedoch nicht durchsichtig, sondern reflektierend (Reflexionsumfang zirka 91 Prozent), wie ein Spiegel. Der Vorteil dieses Aufbaus ist, daß die gesamten Ansteuerungs-(Adress-) Leiterbahnen hinter dem Spiegel verlaufen, so daß sie sich nicht, wie bei der LCD-Technik, im Lichtweg befinden. Dazwischen ist eine spezielle Isolationsschicht, die Hitze und Lichteinwirkung auf die Adreßleiterbahnen verhindert. Durch diesen Aufbau können die einzelnen Pixel wesentlich näher zusammenrücken als bei der LCD-Technologie, wo die Adreßleiterbahnen mit durchleuchtet werden, die Füllrate steigt. LCoS-Chips gibt es mittlerweile in diversen Auflösungen und Größen:

Die drei Projektionsbilder der einzelnen Grundfarben Blau, Rot und Grün werden durch ein Prisma wieder zusammenkombiniert und durch die Optik auf der Leinwand dargestellt.

Der „Fliegengitter“-Effekt kann bei Projektoren, die mit LCoS-Chips arbeiten, verringert werden, weil durch das "Verstecken" der Leiterbahnen hinter den Lichtweg die Kristallpixel näher aneinander rücken können als bei der DLP- beziehungsweise LCD-Technologie. Ein weiterer Pluspunkt von LCoS-Projektoren ist der sehr große Farbumfang und die natürliche Farbdarstellung, durch den getrennten RGB-Aufbau im Lichtweg. Ältere LCoS-Projektoren zeigten noch deutlich die Schwäche des "Shadings" (Farbwolken in Graustufen). Doch ab den neueren Modellen ist das Shading soweit unter Kontrolle gebracht, daß es praktisch nicht mehr in Erscheinung tritt. Die genauen Ansteuerungsmöglichkeiten der LCoS-Elektroden, ohne Störeinflüsse durch Licht und Wärme, ermöglichen eine Präzision auch in dunkleren Bildbereichen. Bei allen D-ILA-Modellen läßt sich eine perfekte Gammaverteilung von 2.2 erreichen. Ein grundlegender Vorteil gegenüber der DLP-Technologie ist die analoge Helligkeitserzeugung. Dadurch ist das störende Bildrauschen der DLP-Projektion in dunklen Helligkeiten bei LCoS-Projektoren nicht existent. Wenn hier etwas rauscht im Bild, dann nur der Film von sich aus oder die Signalquelle. Auch der aus der sequentiellen Farberzeugung folgernde False-Contour-Effekt bleibt bei der LCoS-Technologie vollkommen aus.
 

Präsentationstechnik 10 / 2005

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden