Ein Eldorado für jeden Photographen
Weihnachtsmärkte im Fokus

Jedes Jahr aufs Neue locken Weihnachtsmärkte mit ihren unendlich vielen Motiven tausende Menschen - und darunter auch zahlreiche Photographen - an. Hier gibt es mit der Kamera so vieles zu entdecken: seien es neue Glaskugel- oder Räuchermännchenkreationen, das grenzenlose Spiel mit Licht und Farbe oder das bunte Treiben an den Glühweinständen oder auf dem Karussell für Jung und Alt. Weihnachtliche Musik tut ihr Übriges, um spätestens jetzt die besinnliche Zeit des Jahres einzuläuten.

In den Abendstunden, wenn das Tageslicht dem künstlichen weicht, dann spätestens ist die Zeit des Photographen gekommen. Prinzipiell ist jede Kamera für die weihnachtliche Motivjagd geeignet, wobei Bridge- und Spiegelreflexkameras den größten photographischen Spielraum garantieren. Sofern man Weihnachtsmärkte ohne Stativ aufsuchen möchte, so empfehlen sich Kameras mit Bewegungsstabilisatoren und mit der Option, die ISO-Einstellung den Begebenheiten anpassen zu können. Zu bedenken ist jedoch, dass mit der ISO-Erhöhung, um die Belichtungszeit zu verringern, das Bildrauschen zunimmt. Dies führt dazu, dass homogene Bildflächen körnig wirken. Ein großes helles Kameradisplay ist von Vorteil und ein zusätzlicher digitaler Sucher erleichtert das Photographieren bei wenig Licht. In jedem Fall sollte der Akku geladen sein und auch ein Ersatzakku darf genauso wenig fehlen wie die Ersatzspeicherkarte, wenn es zum Weihnachtsmarkt geht.

Heutige Kameras verfügen über zahlreiche Motivprogramme, die das Photographieren erleichtern. Mit dem Motivprogramm für Nachtporträts bei Personenaufnahmen ist man in jedem Fall richtig beraten, wenn man sich darüber bewusst ist, dass in diesem Modus mit Langzeit-Blitzsynchronisation gearbeitet wird. Möchte man Personen vor leuchtenden Weihnachtsständen photographieren, so ist die Wahl des Nachtporträtmodus mit Sicherheit die richtige, denn auch der Hintergrund wird durch eine längere Verschlusszeit ausreichend belichtet, glänzende und durch Licht angestrahlte Weihnachtskugeln kommen gut zur Geltung. Um Doppelkonturen zu vermeiden, sollte sich die photographierte Person jedoch nicht mehr bewegen. Ein Stativ ist bei der Wahl dieses Modus zwingend notwendig, denn nur dann lassen sich Verwacklungen vermeiden. Wichtig ist es, den Weißabgleich auf die entsprechende Lichtsituation einzustellen, um Farbverfälschungen zu vermeiden.

Eine beleuchtete Kirche oder ein Rathaus weihnachtlich geschmückt, vor dunklem Nachthimmel sind, dank des großen Kontrastes, im Vergleich zur Umgebung, relativ einfach zu photographieren. Voraussetzung für eine wirkungsvolle Aufnahme ist, dass das angestrahlte Gebäude zur Belichtungsmessung herangezogen wird. Eine Spotmessung der Kamera kann dabei wertvolle Dienste leisten. Dass der ohnehin schon schwarze Hintergrund dabei unterbelichtet wird, spielt keine Rolle und kann vernachlässigt werden.

Um die Stimmung des Weihnachtsmarktes optimal zur Geltung zu bringen, sollte der Blitz lediglich als Aufheller genutzt werden, denn ansonsten wird der Hintergrund pechschwarz. Ohne Blitz oder Aufhelllicht wiederum ist der Kontrast oftmals im Motiv zu groß, um später genug Farben im Bild korrekt wiederzugeben. Viele Kameras beherrschen die Aufhelltechnik als Programm oder auf Knopfdruck. Meist wird das Aufhellprogramm auch als Nachtprogramm bezeichnet und zeigt dann ein Porträt zusammen mit einem Stern oder Mondsymbol. Das bedeutet, dass die Kamera automatisch das Blitzlicht reduziert und je nach Lichtsituation bis zu mehreren Sekunden belichtet. Um Verwacklungen bei so langen Belichtungszeiten vorzubeugen, ist ein Stativ unerlässlich.

Die eingebauten Blitzgeräte dürfen nicht unterschätzt werden, denn sie können doppelt so weit aufhellen wie blitzen. Ein Blitzgerät mit einer Leitzahl von 12, einer ISO-Empfindlichkeit von 400 und einer Blende von 4 hat ein Blitzlicht von bis zu 6 m. Wird der Blitz zum Aufhellen eingesetzt, dann hat er eine Reichweite von bis zu 12 m. Bei einer Empfindlichkeit von ISO 1.600 reicht das Aufhelllicht bis 24 m. Mit einem lichtstarken Objektiv kann bei offener Blende bis zu 48 m weit aufgehellt werden. Um zu stark aufgehellte Schatten zu vermeiden, die die Aufnahme zunichte machen können, sollte ein Mindestabstand eingehalten werden. Für das Aufhellblitzen gilt allgemein die Grundregel: Der Aufhellblitz darf keinesfalls mit der Hauptlichtrichtung konkurrieren. Einige Probeaufnahmen sind notwendig, denn sie verschaffen einem das Gefühl dafür, wie die Kameraausrüstung das beste Bildergebnis liefert.

Aufnahmen von Weihnachtsmärkten sind nicht nur etwas für das eigene Photoalbum. Sie eignen sich bestens für individuelle Weihnachtspostkarten beziehungsweise Postkartenaufkleber, für Tischkarten, als Photopuzzle oder als Photoaufkleber für die eingepackten Geschenke.

Pressemeldungen 12 / 2008

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