photokina 2006 - Weitblick - Look and See

Eines der zentralen Themen der photokina 2006 sind Ferngläser und Spektive. Bei der Neuauflage der Veranstaltung „Weitblick - Look and See“ werden die tierischen Flugkünstler des Wildgeheges Hellenthal in diesem Jahr ihre Kreise über der „Piazza“ innerhalb des neuen Freigeländes der Koelnmesse ziehen. Besucher der photokina können die rasanten Tiere wieder mit hochempfindlichen Ferngläsern führender Hersteller der Fernoptik - Canon Europa NV, Carl Zeiss AG, Guardforce Asia Ltd., Kowa Europe GmbH, Leica Camera AG, Minox GmbH, Nikon Europe B.V., Optolyt, Pentax Europe GmbH, Steiner Optik GmbH, Swarovski Optik GmbH - beobachten. Dieses Schauspiel sollte man sich nicht entgehen lassen, nicht nur weil die Aktion „Weitblick“ während der photokina 2004 ein wahrer Publikumsmagnet war, sondern weil man sich hier einen umfassenden Überblick über das Angebot und die Leistungsfähigkeit aktueller Ferngläser verschaffen kann. Darüber hinaus erwartet die Besucher der Piazza und Beobachter der Flugkünstler täglich ein Gewinnspiel mit einer Verlosung ab 16.00 Uhr.

Digiscoping erobert die Welt und so auch die Aktionsbühne „Weitblick - Look and See“. Das Prinzip von Digiscoping ist recht einfach: Ein Spektiv mit seinen vergrößernden Linsen hat ja bereits alles, was ein Teleobjektiv braucht. In der Regel fehlt also nur die geeignete Anschlussmöglichkeit für einen Photoapparat - Hersteller hochwertiger Spektive sowie der Zubehörhandel bieten entsprechende Adaptionsmöglichkeiten an. Je nachdem, ob man nun mit einer Kompaktkamera oder mit einer Spiegelreflexkamera arbeiten möchte, kommt die Technik der Okularprojektion oder die der afokalen Photographie ins Spiel.

Okularprojektion mit einer Spiegelreflexkamera oder einer anderen Kamera mit abnehmbarem Objektiv bedeutet ganz einfach, dass die Augenlinse des Spektivs (Okular) in einer bestimmten Entfernung ein scharfes Bild auf den Film oder den Chip der Kamera wirft. Dazu wird über ein schlank gefertigtes Okular eine Projektionshülse geschoben. An diese wiederum wird das Kameragehäuse ohne Objektiv angeschlossen. Der Photograph kontrolliert Bildausschnitt und Schärfe durch den Kamerasucher (Spiegelreflex) beziehungsweise über ein Display bei Sucherkameras. Die Fokussierung erfolgt über den Scharfstelltrieb am Spektiv. Im Prinzip funktioniert das Spektiv an einer Spiegelreflexkamera also wie ein starkes Teleobjektiv.

Etwas anders liegt der Fall bei Kompaktkameras mit fest eingebautem Objektiv und vorgegebenem Brennweitenbereich. Nach dem Prinzip der afokalen Photographie wird das vom Okular des Spektivs vergrößerte Bild nochmals vom kameraeigenen Objektiv eingefangen. In der simpelsten Variante funktioniert das tatsächlich so, dass der Photograph das Kameraobjektiv wenige Millimeter hinter den Einblick des Spektivs hält und am Kameradisplay verfolgt, was passiert. Analoge Sucherkameras scheiden wegen der fehlenden Kontrollmöglichkeit hier allerdings nahezu aus. Die Kamera sollte problemlos ein erkennbares Bild durch das Spektiv einfangen, das der Photograph mit dem Scharfstelltrieb grob scharf stellt. Das letzte Quäntchen Schärfe liefert bequem der Autofokus der Kamera. Möglicherweise wirkt der erste Anblick wie durch einen Tunnel hindurch. Das liegt daran, dass die Kamera im Weitwinkelmodus ist und mehr abbildet als - einfach gesprochen - durch das Okular hindurchpasst. Kameras mit mittlerem Zoomobjektiv sind jetzt im Vorteil: Sanftes Heranzoomen bringt ein formatfüllendes Bild ohne Rundungen an den Ecken.

Pressemeldungen 09 / 2006

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