Trend 2010: GPS Kameras als Reiseführer

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Den Eiffelturm, Markusplatz oder Big Ben werden zumindest die meisten Europäer erkennen, wenn sie davor stehen oder sie im Foto abgebildet sehen. Aber wer weiß auch, dass das höchste Gebäude der Welt in Dubai Burj Khalifa heißt, der alte Turm am Moldau-Ufer in Prag der Altstädter Wasserturm ist oder es sich bei der Burganlage in Budapest um die berühmte Fischerfeste handelt? Doch keine Angst, die kompakten Reisekameras der jüngsten Generation helfen dem interessierten Touristen gern auf die Sprünge und verraten dem Fotografen schon vor der Aufnahme, wo er sich befindet und was er gerade fotografiert. Aber die Kameras merken sich diese Informationen auch noch und speichern sie in der Exif-Datei. Diese ist der Speicherplatz für Metadaten zu den Aufnahmen. Sie besitzt keine bildgebende Funktion, sondern dient als Merkfunktion, wo die Kamera alle relevanten Aufnahmeparameter speichert.

Voraussetzung dazu ist, dass die Kamera über ein Positionierungssystem verfügt, über das sie den Standpunkt errechnen, die Uhrzeit per Satellit empfangen und die Verbindung zu einer Datenbank aufnehmen kann, in der die besuchten und gesuchten Sehenswürdigkeiten aufgeführt sind. Einige Kameramodelle haben die Daten der wichtigsten „Points of Interest“ gespeichert und zeigen die Informationen automatisch an, wenn sie darauf gerichtet sind. Sie synchronisieren automatisch die in der Kamera eingestellten Zeit- und Datumsangaben mit der Satellitenuhr und können Signale von bis zu einem Dutzend Satelliten empfangen, um daraus in Abhängigkeit von der Zeit die genaue Position der Kamera zu errechnen. Weiß die Kamera, wo sie sich befindet, kann sie sich aus entsprechenden Datenbanken auch Informationen über geografische, touristische oder kulturelle Besonderheiten im Umfeld des Standpunkts abrufen.

Doch auch nach der Aufnahme bleiben die Positionsdaten interessant und vielfältig nutzbar. So kann der Fotograf später am PC das Foto einer bestimmten Position auf Internet-Landkarten wie Google Earth oder Microsoft Bing Maps zuordnen. Doch der Nutzen der automatischen Speicherung ortsbezogener Daten geht noch sehr viel weiter. So können entsprechende Programme, die in der Lage sind, die Ortsangaben zu interpretieren, auch dazu dienen, die Verwaltung umfangreicher Bildarchive zu erleichtern. Durch diese Daten lassen sich bestimmte Motive automatisch gezielt in bestimmten Ordner speichern. Das wiederum erleichtert deutlich das spätere Auffinden der Bilder und verkürzt die Suchzeiten in den Tiefen digitaler Archive. Mithilfe von GPS-indizierten Dateien kann die Bildsuche automatisch nach Zeit, Datum und Namen des aufgenommenen Objekts erfolgen. Manche Datenbanken können, neben den Namen von Land, Stadt und Objekt, auch Zusatzinformationen zum Ort liefern, die sich dann vom Anwender auch als Grundlage für die Texte seines individuellen Fotobuchs verwenden lassen.

Noch sind es nur eine Handvoll Kameras, die mit weltweiten, detaillierten touristischen und geografischen Informationen aufwarten können. Doch es werden immer mehr. Auch für Kameras ohne internes Positionierungssystem gibt es inzwischen Zubehör zur Speicherung ortsbezogener Informationen zu den Bildern. Zur photokina 2010, die vom 21. bis 26. September in Köln stattfindet, werden mehr Kameras, Zubehör und Software zu sehen sein, die ortsbezogene Daten zur Aufnahme beziehen, speichern und auswerten können. Die Kamera als Reiseführer wird dann längst keine Zukunftsmusik mehr sein.

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Trendletter Foto & Imaging 04 / 2010

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