Guter Vorsatz

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Photographieren mit rosaroter Brille

Wenn Objektive allgemein als die Augen der Kamera bezeichnet werden, dann sind hochwertige Objektivvorsätze und Filter die dazu passende Brille. Mit ihnen lässt sich die Bildqualität optimieren, sie können die Lichtmenge, die auf den Sensor oder Film fällt, reduzieren und kreative Effekte erzielen. Mit optischen Vorsätzen können die effektive Brennweite verändert und die Naheinstellgrenze verkürzt werden. In der digitalen Photographie lassen sich zwar viele Filterwirkungen auch nachträglich digital am PC erzielen. Einige aber sind nur direkt bei der Aufnahme möglich und deshalb sind Filter gefragt wie nie.

Mit der Digitalphotographie verändern sich auch die Ansprüche an die optischen Eigenschaften von Objektiven und Filtern. Die Anforderungen an die optische als auch an die mechanische Qualität dieser nützlichen Helfer zur Steigerung der Bildqualität und Erweiterung der kreativen Gestaltungsmöglichkeiten sind mit wachsender Leistung von Kamerasensor und Objektiv gestiegen.

Ein Polarisationsfilter gehört praktisch in die Phototasche eines jeden Photographen, der im Besitz einer Kamera mit Filtergewinde ist. Damit lassen sich Reflexionen auf nichtmetallischen Flächen eliminieren oder reduzieren. Sie können Farben verstärken und so den Himmel blauer und das Grün der Wiesen und Wälder kräftiger erscheinen lassen. Die jüngste Generation dieser vielseitigen Filterspezies wird mit der gleichen optischen und mechanischen Präzision gefertigt wie die Objektive selbst. Die wichtigsten Verbesserungen betreffen Transmission, Vergütung und Fassung. Bessere Transmissionsraten sind unter anderem das Resultat innovativer Vergütungsverfahren, die aber nicht nur die optische Qualität der Filter verbessert haben. Auch ihre Kratzfestigkeit wurde erhöht. Durch nanotechnische Beschichtungsverfahren werden die Filter zudem besser gegen Verschmutzung durch Fingerabdrücke oder Wassertropfen geschützt. Die innovativen Beschichtungen sind den natürlichen Eigenschaften der Lotusblätter nachempfunden, die beispielsweise Wassertropfen abperlen lassen, so dass keine Trockenflecken entstehen können. Schmutz lässt sich leichter abwischen. Die Filterfassungen können heute durch neue, hochpräzise Fertigungsmethoden schmaler gehalten werden. Damit wird vor allem die Gefahr von Vignettierungen, speziell bei der Verwendung von Filtern auf Objektiven mit kurzen Brennweiten, vermieden.

Mit dem Filteraufsatz erhält das optische System zwei weitere Glasluftflächen, die Licht reflektieren können. Bei digitalen Systemen reicht eine wirksame Vergütung der Filtervorderseite nicht aus. Da digitale Bildsensoren durch ihre spezielle Oberflächenbeschaffenheit selbst Licht reflektieren, besteht die Gefahr, dass diese, im System vagabundierenden, Lichtstrahlen den Kontrast mindern und zu flauen Aufnahmen führen. Deshalb trägt die hochwertige Vergütung beider Filterflächen wirksam zur Erhaltung der Abbildungsleistung des gesamten optischen Systems bei.

Während Objektivhersteller versuchen, ihre Objektive so lichtstark wie möglich zu konstruieren, werden andererseits für viele Anwendungen Filter benötigt, die den Lichteinfall reduzieren. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn bewusst mit offener Blende photographiert werden soll, um die Schärfe im Motiv selektiv wählen zu können. Hier kommen sogenannte Grau- oder Dichtefilter mit neutralgrauer Farbgebung zum Einsatz. Auch dieser Filtertypus erfährt in der Digitalphotographie eine Renaissance. Ebenfalls in der Digitalphotographie nach wie vor gefragt sind UV-Filter, die den ultravioletten Anteil des Lichtes sperren. UV-Strahlung tritt besonders stark in Meeresnähe und in den Bergen auf.

Durch welche innovativen Technologien sich der vielseitige Nutzen von Filtern und Vorsätzen auch in der digitalen Welt nochmals erweitern lässt, zeigt die photokina 2008 - World of Imaging - vom 23. bis 28. September in Köln.

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Trendletter Foto & Imaging 09 / 2008

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