Software, die Basis der Digitalfotografie

Software, die Basis der Digitalfotografie Bildgalerie betrachten

Ausgeklügelte Algorithmen der Software-Entwickler machen die Digitalfotografie immer leistungsstärker und sprengen nahezu täglich ihre Grenzen. Software macht aus Pixeln Bilder. War in der analogen Fotografie das einzelne Dia oder Negativ die Basis eines Fotos, so lässt sich heute, so einfach wie nie zuvor, jeder einzelne Bildpunkt verschiedener Aufnahmen vom gleichen Motiv zur Komposition eines neuen Bildes nutzen. Komplexe Software macht aus vielen, beispielsweise durch die Multishot-Technik moderner Kamerasysteme, erfassten Aufnahmen ein neues, perfektes Bild. Dazu analysiert sie die Einzelaufnahmen, extrahiert aus jeder die Bildpartien mit optimaler Belichtung und Scharfstellung, die sie dann zu einem perfekten Foto zusammensetzt.

Schwenkpanorama-, Kontrastausgleichs- und Bildstabilisierung sind nur einige von vielen neuartigen Funktionen, die durch ausgeklügelte Software-Anwendungen möglich oder verbessert werden können. Auch die Ausdehnung der optisch begrenzten Schärfentiefe durch die Kombination mehrerer Aufnahmen mit unterschiedlicher Entfernungseinstellung kann über die Software erweitert werden.

Störende Bildelemente können durch intelligente Retuschefunktionen aus dem Foto entfernt und die freigewordene Fläche vom Programm automatisch mit Inhalten gefüllt werden, so dass der Betrachter keine Manipulation erkennt. Ähnlich lassen sich die Seitenverhältnisse von Fotos skalieren, ohne dass die Hauptobjekte des Motivs verzerrt dargestellt werden.

Optische Grenzen sprengen

Oft lässt sich der Aufnahmestandpunkt nicht ändern oder man hat nicht das passende Objektiv zur Hand, um ein Motiv ohne perspektivische Verzerrungen abbilden zu können. Manchmal sind es aber auch Aufnahmefehler, wie etwa eine gekippte Kamera, die stürzende Linien verursachen, die das Bild unnatürlich erscheinen lassen. Ein häufiger Aufnahmefehler ist ein schiefer Horizont. Diese störenden Elemente in der Bildgeometrie können von mancher Software per Mausklick weitgehend ausglichen werden. Oft genügt dazu, dass der Anwender die Linien mit der Maus nachzeichnet, von denen er möchte, dass sie senkrecht oder vertikal im Bild verlaufen.

Kontrastanpassung

Die differenzierte Darstellung der Helligkeitsunterschiede und Farbabstufung ist ein ständiges Problem der Fotografie. Sensoren können nur eine begrenzte Anzahl von Helligkeitsstufen erfassen. Noch weniger aber können Drucker, Displays oder Projektoren sie darstellen. Mit intelligenten Programmen lassen sich die Helligkeitsstufen so festlegen, dass selbst im dunkelsten Schwarz und im hellsten Weiß noch Strukturen erkennbar sind.

Hardware-Optimierung

Durch aufwändige optische Korrekturen versuchen Objektiventwickler, die Qualität ihrer Produkte zu optimieren. Dennoch lassen sich oftmals auch mit hohem Aufwand bei speziellen Objektivkonstruktionen bestimmte Abbildungsfehler nicht völlig ausmerzen. Durch die elektronische Schnittstelle zwischen Kamera und Objektiv können spezifische Objektiveigenschaften mit in der Exif-Datei eines Fotos gespeichert werden. Wird dieses Bild dann in einem entsprechenden Programm geöffnet, kennt dieses die Schwächen und merzt sie automatisch aus: Ob Randabschattungen, Verzeichnungen oder Aberrationen – das Programm kennt die Fehler des Objektivs und sorgt auf einen Mausklick hin für Abhilfe.

Ordnung ist das halbe Leben

Die Digitalfotografie hat das Fotografieren einfacher gemacht und immer mehr Menschen zum Fotografieren gebracht. Nie wurden so viele Aufnahmen gemacht wie heute. Das bringt Probleme für das Aufbewahren und Wiederfinden von Aufnahmen in dem wachsenden Bilderchaos. Aber auch dieses Problem werden zukünftig intelligente Programme lösen können. Schon jetzt haben Forscher erste Software-Lösungen vorgestellt, die Motive automatisch erkennen, die sich Personen, Gebäude, Gesichter und ihre Namen merken und einfach wiederfinden können. Sie sind in der Lage, durch Nutzung der aufgezeichneten Koordinaten, zusätzliche Informationen über den Aufnahmestandpunkt und seine Umgebung zu liefern.

Filter zur Verfremdung oder Optimierung

In der digitalen Welt geht ohne Software gar nichts mehr. Das gilt in besonderem Maße auch für die digitale Fotografie. Ob Objektiv- oder Kamerasteuerung, ob Bildverbesserung oder -verfremdung, ob das Zusammenfügen von Einzelaufnahmen oder ihre Überblendung, ob die Organisation von Fotos, ihre Archivierung oder die Präsentation und der Austausch von Bildern – Software erweitert die Möglichkeiten der digitalen Fotografie in all ihren Aspekten. Welche neuen Entwicklungen zukünftig die Grenzen der Digitalfotografie noch weiter ausdehnen werden, zeigen auch dieses Jahr wieder die wichtigsten Software-Hersteller auf der vom 21. bis 26. September in Köln stattfindenden photokina.

Kompletter Artikel als PDF-Download:
Trend-2010-Software-Digitalfotografie.pdf

Trendletter Foto & Imaging 06 / 2010

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden