Trend 2010: Foto Apps

Trend 2010: Foto Apps - Für Jeden das Richtige Bildgalerie betrachten

Apps heißen die praktischen neuen Mini-Programme, mit denen sich die Funktionalität mobiler IT-, Telekommunikations- und auch Fotogeräte nahezu unendlich erweitern lassen. Was im Bereich der Fotohandys erfolgreich begann, setzt sich nun auch auf andere mobile Geräte fort. Abertausende dieser zum Teil winzigen „Applications“ (Anwendungen/Programme) gibt es allein für Mobiltelefone und Mediaplayer. Das Prinzip dahinter: Der Gerätehersteller verwendet eine Plattform (Betriebssystem/Firmware) mit einer offenen Schnittstelle, über die andere Software-Entwickler mit ihren Lösungen die Funktionalität des Geräts erweitern können. Speziell in Bereich der Camphones haben Tausende dieser kleinen Helfer das Fotografieren vielseitiger und den Umgang mit den Bildern einfacher gemacht.

Charakteristisch für die Mini-Anwendungen ist ihre hohe Spezialisierung auf wenige, effektive Funktionen, die nicht jeder benötigt und deshalb in der Grundausstattung der Geräte fehlen. Sie sind aber dennoch so stark gefragt, dass sich ein riesiger Markt dafür entwickelt hat. Sie lassen sich einfach von den Websites der Gerätehersteller oder dem Software-Anbieter herunterladen und sind relativ preiswert oder werden sogar als Freeware angeboten. Weit über zwei Milliarden Mal wurden solche Apps bereits von interessierten Nutzern heruntergeladen. Und das, obwohl es diese Software-Erweiterungen erst seit kaum zwei Jahren gibt.

Allein für die Fotohandys des Marktführers dieses Segments gibt es heute weit über 80.000 solcher Mini-Programme, darunter auch viele, die für Fotografen und Fotografiebegeisterte relevant sind. Obwohl die meisten von ihnen in Englisch geschrieben sind, wird der Anteil lokalisierter Versionen ständig größer. Besonders gefragt sind spezielle Bildbearbeitungslösungen, die sich direkt im Fotohandy anwenden lassen und eine Überspielung der Fotos auf den PC für die Nachbearbeitung überflüssig machen. Vor allem Standardfunktionen wie Drehen oder Spiegeln und die Änderung des Bildausschnitts sind beliebte Mini-Anwendungen für Handyfotografen. Aber auch fortschrittliche Bildoptimierungen in Bezug auf Helligkeit, Kontrast, Gamma, Farbsättigung oder Schärfe lassen sich mit einigen Anwendungen durchführen. Zudem gibt es zahlreiche Filter, mit denen sich Effekte und Verfremdungen auf die Fotos anwenden lassen. Beispiele dafür sind die Umwandlung in Schwarzweiß oder monochrome Tonungen sowie sogenannte Pop-Art-Filter für kräftige Farben. Von Druckerherstellern werden zum Teil kostenlose Apps angeboten, die es ermöglichen, Fotos kabellos aus dem Handy auf den Fotodrucker zu schicken und dort auszudrucken. So lassen sich sowohl heruntergeladene Bilder von Photo-Sharing-Webseiten oder die mit dem Camphone gemachten Aufnahmen drucken. Es gibt auch Funktionen, mit denen Fotos direkt nach der Aufnahme automatisch an den Drucker geschickt und übertragen werden. Weitere „Special Effects“ sind zum Beispiel Zeitrafferaufnahmen mit dem Camphone. Diese Anwendung erlaubt Aufnahmen, die man zu einer Animation zusammensetzt. Ein Zusatznutzen dieser Funktion ist der Einsatz der Fotohandys als Überwachungskamera. In manchen Camphones, mit denen sich solche Serienaufnahmen erstellen lassen, können diese Fotos auch zur Verbesserung der Bildqualität genutzt. Dazu werden dann zwei Aufnahmen zu einer neuen kombiniert und nur die jeweils optimalen Elemente eines Fotos werden genutzt. Selbstverständlich gibt es auch Panoramafunktionen, mit denen sich mehrere Fotos nahtlos zu einem Breitbild zusammensetzen lassen, durch das der Anwender dann beispielsweise mit der Fingerbewegung navigieren kann. Eine beliebte Mini-Anwendung ist auch, Rahmen oder Sprechblasen mit persönlichen Bemerkungen in die Fotos einzuklinken. Für viel Spaß sorgen auch Morphing-Anwendungen, mit denen sich berühmte Bilder, wie etwa das der Mona Lisa, mit einem aktuell aufgenommenen Porträt kombinieren lassen. Andere Programme fügen zwei unterschiedliche Porträts so zusammen, dass der Betrachter rätseln muss, welcher der beiden Personen das neue Bild mehr ähnelt. Eine andere Anwendung gestattet das „Tätowieren“ von Personen, ohne dass diese befürchten müssen, in alle Zukunft damit herumlaufen zu müssen. Hat man sich daran übergesehen, wird das Foto einfach wieder gelöscht. Die passende Vorlage für die Tätowierung lässt sich einfach aus einer Vielzahl von Mustervorlagen auf dem Display heraussuchen und am Mann oder an der Frau ausprobieren. Immer beliebter wird bei Fotografen auch die Möglichkeit, die Standortdaten einer Aufnahme festzuhalten, um die Fotos dann auf deren Basis im Internet auf einer Landkarte zu positionieren. Eine Variante dieses Apps ermöglicht es auch, den gesamten Weg, den ein Fotograf beim Fotoausflug zurückgelegt hat, aufzuzeichnen und diesen dann samt der Fotos, die dabei entstanden sind, auf einer Landkarte anzuzeigen. Außerdem weiß das Programm exakt die Länge der Strecke, die der Fotograf dabei zurückgelegt hat.

Foto-Apps sind nicht nur dazu da, die Fotos mit dem Gerät, auf dem sie installiert sind zu bearbeiten, zu versenden, zu archivieren oder zu manipulieren: Man kann aus dem Handy auch eine Fernbedienung machen, mit der sich beispielsweise eine digitale Systemkamera aus der Distanz kabellos auslösen lässt. Nahezu täglich werfen findige Entwickler neue Apps auf den Markt, die, für wenig Geld, mobile Geräte mit speziellen Zusatzfunktionen ausstatten.

Zur photokina, der Weltmesse des Bildes, die vom 21. bis
26. September 2010 in Köln stattfindet, werden die Besucher zahlreiche dieser Mini-Anwendungen und ihren Nutzen erleben und in der Praxis testen können.

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Trend-2010-Foto-Apps.pdf

Trendletter Foto & Imaging 06 / 2010

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