8 Videotipps mit dem Smartphone

8 Videotipps mit dem Smartphone
Smartphones werden als „Immer-Dabei-Kamera“ nicht nur zum Fotografieren, sondern mehr und mehr auch zum Filmen genutzt. Wie die Prophoto-Herbstumfrage ergab, an der über 3.000 Personen teilnahmen, nutzen über 40 Prozent der Befragten ihr Smartphone, um damit zu filmen. Der eine oder andere stellt dabei aber schnell fest, dass das Filmen mit dem Smartphone gar nicht so einfach ist und ist dementsprechend mit den Ergebnissen unzufrieden. Daher hier 8 Tipps für bessere Filme mit dem mobilen Begleiter. Neben einer sauberen Linse – diese ist bei Smartphones gern verschmutzt – beginnt das gute Video mit den richtigen Voreinstellungen – wer hier patzt, dem hilft auch der beste Dreh nichts. Daher sollte man zunächst:

  1. Die richtige Auflösung wählen
    Die Auflösung eines Smartphones gibt an, mit wie vielen Pixeln die einzelnen Bilder des Filmes aufgezeichnet werden. Wie bei Kameras kann man den Wert nach eigenen Wünschen regulieren. Anders als dort werden die Bildgrößen aber oft nicht in S, M, L angegeben, sondern in kryptischen Zahlen wie 1080p, „Full HD“ oder 4K. Diese Angaben finden sich auch auf Ausgabegeräten wie Fernsehern wieder (Wem das alles gar nichts sagt, findet hier eine Detailerläuterung).
    Bildquelle: Wikimedia, Sjr und Andreas - horn - Hornig
    Bildquelle: Wikimedia, Sjr und Andreas – horn – Hornig
    Als Faustregel gilt: Die im Smartphone eingestellte Auflösung sollte mindestens dem gewünschten Ausgabegerät entsprechen; höher ist besser. Wenn man also zum Beispiel seine Filme auf einem Full-HD-Fernseher ansehen möchte, sollte man auch mit FullHD aufzeichnen. Wer sich unsicher ist, stellt am besten die höchste Auflösung ein. Das hat nebenbei auch den Vorteil, dass bei 4K sogar Standbilder eine ausreichende Qualität für die Präsentation als Foto haben können. Allerdings verbraucht das Video mehr Speicherplatz, je höher die Auflösung ist. Wer viele Videos macht, sollte daher

  2. Genügend Speicherplatz bereitstellen
    Film benötigt generell viel mehr Speicherplatz als Fotos. Schon wenige Minuten können leicht 1 GB Platz auf dem Smartphone verbrauchen. Wer zu einem Event aufbricht, bei dem er viel filmen möchte, sollte also entweder eine leere Speicherkarte mitnehmen oder bei festem Speicher vorher ältere Daten herunterladen und Platz schaffen. Bei der Verwendung von externen Speicherkarten ist bei Videos übrigens immer auf eine möglichst hohe Datenübertragungsrate zu achten (Einen ausführlichen Ratgeber dazu bietet unser Beitrag „Beste Karten für die Zukunft“).

  3. Für ausreichende Akkuleistung sorgen
    Da Filmen durch die intensive Bildschirmnutzung auch viel Strom verbraucht, lohnt es sich, das Smartphone vor der Filmsession aufzuladen oder – wenn vorhanden – einen Ersatzakku mitzunehmen. Wer keinen wechselbaren Akku hat, kann sich auch mit einem externen („Powerbank“) behelfen. Für manche Smartphones, wie etwa das Nokia 1020, ist auch ein Kameragriff mit Zusatzakku verfügbar. Ein solches Zubehör lohnt sich für alle, die intensiv filmen und zusätzlich noch viel telefonieren oder surfen möchten.
    Bildquelle: Nokia/Microsoft
    Bildquelle: Nokia/Microsoft

  4. Die passende Framerate einstellen
    Neben der Auflösung ist vor allem die so genannte „Framerate“ ein wichtiger Faktor für den Speicherbedarf und den Look des Films. Sie gibt an, wie viele Einzelbilder pro Sekunde aufgenommen werden. Als Faustregel gilt: Je bewegter das fotografierte Motiv ist, desto mehr Einzelbilder garantieren ein flüssiges Videobild. Das Gehirn nimmt ab etwa 14-16 fps Bewegung wahr – allerdings „ruckelt“ der Film dann noch gefühlt. Bei traditionellen Kinofilmen sind 25fps der Standard, bei modernen reicht die Spanne bis hin zu 60 fps. Videokameras und entsprechende Fotoapparate sowie Mobilgeräte wie das iPhone bieten jedoch sogar mittlerweile die Aufzeichnung mit bis zu 120 fps. Das hat den Vorteil, dass die Aufnahme nachher langsamer abgespielt werden kann und ein Zeitlupen-Effekt entsteht. Das ist vor allem bei schnellen Bewegungen, wie etwa beim Sport, ein spannendes Stilmittel für die eigenen Clips.

    Nach den Vorbereitungen und Einstellungen kann es ans eigentliche Filmen gehen. Wer locker aus der Hüfte schießt, bemerkt meistens bei Betrachtung auf dem Fernseher ein großes Problem: Die Bilder wackeln, so dass man beim Anschauen fast seekrank wird. Die wichtigste Aufnahmeregel für Smartphone-Filmer lautet daher:

  5. Verwackeln vermeiden
    Bildquelle: Nokia/Microsoft
    Bildquelle: Nokia/Microsoft
    Auch, wenn moderne Bildstabilisatoren schon Großes leisten, geht beim Video nichts über einen stabilen Stand für das Aufnahmegerät. Wann immer möglich, sollte man daher nicht aus der Hand filmen, sondern das Smartphone auflegen – übrigens quer, denn Videos werden traditionell im Querformat aufgenommen, da die meisten Wiedergabegeräte querformatig sind. Fotografen fällt als Hilfsmittel Nummer 1 dazu sofort mit einem Stativ ein. Leider haben nur wenige Smartphones ein Stativgewinde. Die Zubehörindustrie hat dafür jedoch eine Lösung gefunden und offeriert spezielle recht preisgünstige Smartphone-Stativadapter, in die das Handy einfach einspannt oder eingeklemmt wird.

    Als Basis muss es gar kein Riesenstativ sein, sondern tut es nach der Faustregel „Je schwerer/leichter die Kamera, desto schwerer/leichter muss das Stativ sein“ auch die leichte Mini-Variante. Selbst das einfachste und billigste Modell wird schon für ein deutlich ruhigeres Bild sorgen als die Aufnahme aus der Hand. Wer nicht mal das zur Verfügung hat, schaut sich nach einer Möglichkeit zum Auflegen oder mindestens Anlehnen des Smartphones um. Brüstungen, Laternenpfähle und Stühle bieten eine Basis. Ansonsten hilft eine stabile Haltung. Das ist gerade nicht die lässig ausgestreckte rechte Hand, sondern ein idealerweise die an Bauch und Brustkorb stabilisierten Arme (siehe dazu auch unseren Beitrag „Kamerahaltung – Gewusst wie“).

  6. Keine hektischen Bewegungen
    Wenn ein Motiv Bewegung verlangt, sollte man so langsam und ruhig wie möglich agieren. Hektische Schwenks lassen die Betrachter nämlich ebenfalls schnell seekrank werden. Ideal ist die Bewegung über eine Achse, während die anderen Achsen fixiert sind. Das geht wieder am einfachsten mit einem Stativ mit 3-Wege-Kopf. Notfalls kann man das Smartphone aber auch zum Beispiel über eine Tisch-/Stuhlkante schieben.

  7. Passenden Fokusmodus wählen
    Wenn sich Motiv oder Kamera bewegen, stellt das für die meisten Smartphone-Autofokusse eine Herausforderung dar. Wer von Fotoapparaten eine schnelle Reaktion bei der Schärferegulierung gewohnt ist, muss sich beim Smartphone in der Regel umstellen. Wer kein ausgewiesenes Kamerafon hat, kämpft oft mit Unschärfen während der Umstellungsphasen. Um dies zu vermeiden, ist es sinnvoll, auf manuellen Fokus umzustellen, wenn die Aufnahme-App des Smartphones dies zulässt. Ist dies nicht möglich, kann zumindest bei einigen, wie dem iPhone, der Fokus fixiert werden. Ansonsten sollte der am besten zur Situation passende Autofokus-Modus gewählt werden. Sind etwa Personen zu sehen, bieten manche Smartphones eine Gesichtserkennung und versuchen, auf die Menschen scharf zu stellen.

  8. Ton optimieren
    Eine potenzielle Schwachstelle beim Filmen ist generell der Ton. Klingt dieser blechern und unprofessionell, zieht er den Eindruck des ganzen Videos herunter. Videokameras und Fotoapparate bieten daher in hochwertigeren Modellen einen externen Mikrofonanschluss. Das ist bei Smartphones jedoch in der Regel nicht der Fall. Hier kann man sich allenfalls mit Einstellungsmöglichkeiten behelfen. Einige Geräte, wie etwa das Nokia 1020, bieten eine Filterfunktion, um ein gewisses „Grundrauschen“ von vorneherein zu unterdrücken. Es lohnt sich, mit solchen Funktionen zu experimentieren, um den Ton zu optimieren. Kommt es wirklich auf den Ton an, ist es sinnvoll, ein externes Aufnahmegerät mitzunehmen. Selbst preisgünstige Diktiergeräte liefern in der Regel einen besseren Ton, da sie unabhängig von der Kamera nah am Motiv positioniert werden können. Ansonsten ist zu überlegen, ob der fertige Clip auch ohne den Originalton auskommt. Oft ist eine Musikspur ausreichend und kann beim Aufbereiten des Videos den Originalton ersetzen.

Sind all diese Tipps beherzigt, kann man auch mit einem Smartphone erstaunlich gute Videos erstellen. Wer Spaß daran bekommt, wird jedoch eher früher als später auf eine Videokamera oder einen Fotoapparat mit Videofunktion umsteigen. Durch den in der Regel deutlich größeren Sensor und viele Zusatzfunktionen lassen sich damit Qualität und Spaß deutlich steigern.

Video 06 / 2015

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden