Video - Dynamik, weniger ist oft mehr - Behutsames Einsetzen von Schwenks

Video - Dynamik, weniger ist oft mehr - Behutsames Einsetzen von Schwenks
Nahezu alle Aufnahmegeräte verfügen über eine Videofunktion, so dass es nicht verwunderlich ist, dass sie für immer mehr Fotografen ein Thema ist. Hinzu kommt, dass aktuelle Spiegelreflex- und kompakte Systemkameras eine Videoqualität liefern, die selbst professionelle Filmer für sich nutzen. Auch, wenn die Videotechnik aktueller Aufnahmegeräte brillant ist, so muss man sie für sich auch einzusetzen wissen, damit der Film überzeugt. Dynamik im Video wünscht sich jeder. Gerade Einsteiger sind vielfach der Ansicht, diese mit wilden Schwenks – horizontale beziehungsweise vertikale Bewegung der Kamera während der Aufzeichnung – zu erzielen. Da wird die Kamera mit einer hohen Geschwindigkeit von rechts nach links oder unten nach oben gezogen, in der Annahme, die Dynamik im Video zu erhöhen. Dem ist bei Weitem nicht so. Wer seine Zuschauer und sich selbst bei der Betrachtung von Videos nicht in die Flucht treiben möchte, der sollte die Schwenks ganz behutsam einsetzen. Weniger ist in diesem Fall immer mehr. Wichtig ist also, die Schwenks langsam, gleichmäßig und ruhig durchzuführen. Unerlässlich sind dafür ein stabiles Stativ und ein Fluid-Videostativkopf. Dieser garantiert dem Anwender, dessen Friktion – Wiederstand – dosieren zu können.

Wie in der Fotografie gilt auch beim Filmen, sich an den Erfolg heranzutasten. Ein paar Trockenübungen – wenn es noch nicht darauf ankommt -, die man sich dann über einen Fernseher in groß betrachtet, können nicht schaden und zeigen mögliche Fehler auf. Jeder Schwenk sollte mit einem festen Anfangspunkt starten und in einem Endpunkt aufhören, wobei die Kamera auf diesem eine gewisse Zeit verharren sollte – dies garantiert bessere Vorrausetzungen für den Schnitt. Wie in der Fotografie auch, hängt die Wirkung eines Videos von den Bildern ab, die eingefangen werden. Die halbe Miete für ein starkes Video ist ein grandioses Bild am Anfang, aber auch am Ende einer Szene, das einige Sekunden stehen bleibt. Der Filmer sollte sich in den Betrachter hineinversetzen, dass dieser auch eine gewisse Zeit zum Erfassen von Szenen benötigt. Auf Ruckler, die nicht als kreatives Element eingesetzt werden, sollte gänzlich verzichtet werden. Sie wirken auf den Zuschauer unprofessionell und die Augen sind schlichtweg überfordert. Je professioneller ein Video sein soll, desto mehr Wiederholungen mit unterschiedlichen Kameraeinstellungen einer Szenerie sind ratsam. Später im Schnitt hat man dann die nötige Auswahl.

Video 10 / 2012

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