Video - Zeitlupen, Faszination pur

Alexander Dedek, Flugstudie Stare, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Alexander Dedek, Flugstudie Stare, Blende-Fotowettbewerb
Der Innovationskraft der Fotobranche sei Dank, denn mit aktuellen Kameras – von Kompakt bis Spiegelreflex -, die über einen Highspeedmodus verfügen, lassen sich mit bis zu 1.000 Bildern in der Sekunde atemberaubende Zeitlupen verwirklichen. Verfügt man über solch eine Kamera nicht, kann man auf entsprechende Software zurückgreifen. In jedem Fall sind die Zeiten vorbei, in denen Zeitlupen nur professionellen Filmemachern vorbehalten waren.

Unter einer Zeitlupe versteht man die verlangsamte Bewegung eines Bewegungsablaufs. Das ihr zugrunde liegende Prinzip geht auf eine Erfindung August Musgers aus dem Jahre 1904 zurück. Das erste Gerät zur Herstellung von Zeitlupenaufnahmen basierte auf Musgers Erfindung und wurde 1916 von der Dresdner Firma Ernemann der Öffentlichkeit vorgestellt. Nun aber zurück zur Jetztzeit.

Nahezu alle aktuellen Kameras verfügen über eine Videofunktion – wir kennen eigentlich kein Kameramodell, das damit nicht ausgestattet ist. Handelt es sich um Full-HD, so werden Videos mit einer Bildrate von 25 Bildern pro Sekunde (25 fps, frames per secound) aufgenommen. Wird der Film mit der gleichen Bildrate wiedergegeben, so sind die Bewegungsabläufe flüssig und sozusagen ruckelfrei. Verändert man die Abspielfrequenz des Videos, so werden die einzelnen Bilder nach dem Stop-and-Go-Prinzip mehrfach gezeigt und man erhält Momentaufnahmen, bei denen jedoch die Zwischenschritte fehlen. Mit der Erhöhung der Aufnahmegeschwindigkeit auf eine Bildrate von 50 oder gar 100 Bildern und mehr pro Sekunde und einer Abspielfrequenz von 25 Bildern pro Sekunde erhält man den Zeitlupeneffekt, der auch die fehlenden Zwischenschritte zeigt. Möchte man Zeitlupensequenzen in Szenen einbinden, so sollte die Kamera sogenannte Speedrampen unterstützen. Die Videoaufnahme beginnt mit normaler Geschwindigkeit und kann dann auf Knopfdruck auf den zuvor eingestellten Wert erhöht werden. Die Übergänge zwischen Normalgeschwindigkeit und Zeitlupe sind nahtlos, was dem Video natürlich zugute kommt. Highspeedaufnahmen verlangen nach viel Licht, denn mit höher werdender Bildrate wird jedes einzelne Bild sehr kurz belichtet. Der Einsatz von lichtstarken Objektiven ist sicherlich ein probates Mittel, um dem zu begegnen. Im Außenbereich sollte man sich dem Thema Zeitlupe aber nur bei Sonnenschein zuwenden.

Aktuelle Kameras bieten gute Zeitlupen, die für den privaten Bereich mit Sicherheit ausreichend sind. Geht es jedoch zum Beispiel darum, in der Industrie Fertigungsprozesse festzuhalten, so bedarf es professioneller Highspeedkameras. Mit diesen ist es beispielsweise auch möglich, den Flug einer Gewehrkugel sichtbar zu machen – diese kann immerhin eine Geschwindigkeit von bis zu 4.000 km/h erreichen.

Wie wir eingangs schon schrieben, können Zeitlupen auch mittels Software erzeugt werden. Twixtor ist so eine Software – sie wandelt in normaler Geschwindigkeit produzierte Videos oder Filmsequenzen in High- oder Lowspeed-Material um. Anhand einer kostenlosen Testversion – die genauso arbeitet wie die Vollversion, aber alle bearbeiteten Filme mit einem roten Kreuz in Bildgröße versieht – kann man die Software für sich testen.

Video 03 / 2013

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