Close Up: Filmproduktion - Promotion/Distribution

Close Up: Filmproduktion - Promotion/Distribution
Der eigene Film ist endlich fertig. Man ist zu Recht stolz wie Oskar nach aller Mühe und Arbeit mit der Vorproduktion, den Dreharbeiten sowie der Filmfertigstellung. Wer einen Film dreht der wünscht auch, diesen einem möglichst breiten Publikum vorzuführen. Hat man bereits einen Namen so macht das eine Agentur. Gehört man jedoch zu denjenigen, die noch auf sich und neue Filme aufmerksam machen möchten und keine Agentur an ihrer Seite haben, so beginnt jetzt noch einmal so richtig die Arbeit. Budget wird in jedem Fall benötigt und von Vorteil ist natürlich auch ein Netzwerk.

Das erste Werbemittel ist ein ansprechendes Filmplakat, das Rückschlüsse auf das Genre und die Machart des Filmes bei potentiellen Zuschauern ermöglicht. Natürlich sollte das Plakat thematisch dem Filminhalt entsprechen und nichts vorgaukeln, was der Film nicht halten kann. Nur so lassen sich keine falschen Erwartungen schüren, die stark zum Missfallen beitragen können. Das Filmplakat ist der Ausgangspunkt für weitere Werbemittel wie beispielsweise das Cover der DVD oder BluRay. Weiterhin wird das Plakat in die Pressearbeit eingebunden und kann in Verbindung mit ausgewählten Standbildern für Aufsehen in den sozialen Netzwerken sorgen. Für die Pressearbeit unumgänglich ist eine Pressemeldung mit den wichtigsten Fakten zum Film und wo dieser in Augenschein genommen werden kann.

Viel mehr Anklang als ein Filmplakat findet der Trailer zu einem Film. Diese kurzweiligen Appetithappen zeigen kurze Schnipsel aus dem Film, um den Wunsch im potentiellen Zuschauer zu schüren, den Film ansehen zu wollen. Der Trailer wird im Schnittraum erstellt und bündelt die filmischen Momente, die zu einer solchen Reaktion im Betrachter führen. Vielfach werden opulente Aufnahmen verwendet und man ertappt Filmemacher hin und wieder dabei, dass sie die besten Filmszenen bereits im Trailer gezeigt haben.

Wenn die Werbetrommel für den Film zu laufen beginnt, steht die Vorbereitung für das absolute Highlight der Filmproduktion an: die Filmpremiere! Als Location muss ein geeignetes Kino gefunden werden, das die Bild- und Tonwiedergabe des Films in bestmöglicher Qualität gewährleiten kann. Räumlich sollte so viel Platz vorhanden sein, dass sich die Filmschaffenden angemessen ihrem Publikum präsentieren können. Die Mitglieder von Cast sowie Crew sind einzuladen und eine Liste der Premierengäste ist zu erstellen. Prominente Stars und Sternchen sorgen für eine hohe Pressebeteiligung bei der Veranstaltung, was wiederum ein guter Multiplikator für den Verkauf von Kinokarten und später von BluRays und DVDs darstellt.

Wer beabsichtigt, einen Film bei einem Filmfestival einzureichen, sollte die Modalitäten vorher genau studieren. Es muss passen was zusammengehört und es macht schlichtweg keinen Sinn einen Zeichentrickfilm einzureichen wenn die thematische Vorgabe eine andere ist. Je nach Art und Umfang des Films gibt es national und international zahlreiche Festivals für Kurz-, Lang- und Spielfilme sowie Dokumentationen. Eine entsprechende Auszeichnung kann dabei helfen, einen Filmverleih für das Filmwerk zu interessieren, womit eine Auswertung im Kino wie auch der Vertrieb über BluRay und DVD möglich wird.

Eine weitere Option ist die Teilnahme an Film-/Videowettbewerben – aber auch hier muss der eigene Film zur thematischen Vorgabe passen.

Soll der Film der Öffentlich kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, so sind hier die unterschiedlichen Video-Portale das Mittel der Stunde. Gewährleisten sollte man lediglich, dass alle Rechte am Film auch beim Filmemacher liegen. Insbesondere bei der Filmmusik sollte man nicht davon ausgehen, dass Musikkonzerne ein Auge zudrücken, weil sie die Leistung des Filmemachers honorieren. Hier kann es schnell zu Unterlassungsklagen und Ersatzanspruchsforderungen kommen.

Am Ende ist es wie bei jedem anderen Projekt: Man hat neue Ideen im Kopf, weiß was funktioniert hat und was man verbessern sollte und dann beginnt schon wieder das nächste Projekt, bei dem es wieder heißt „Ton läuft, Kamera läuft … und Action!“

Video 08 / 2016

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