Kaufberatung Stative für Video-Filmer - Stabilität in Bewegung

Video-Stative
Ein Stativ ist zum Filmen unerlässlich, um ruhige Bilder zu gewährleisten. Spezielle Video-Stative haben Vorteile, sind sie speziell auf den Dreh ausgelegt. Wir geben nachstehend mit unserer Kaufberatung einen Überblick über die Möglichkeiten und Tipps. Die entscheidenden Faktoren bei einem Video-Stativ sind zunächst – genau wie bei den Modellen zum Fotografieren – Gewicht und Packmaß sowie die Stabilität und der Preis. Überlegen Sie am besten im ersten Schritt, welche Anforderungen Sie an Ihr Video-Stativ haben:

  • Sind Sie häufig unterwegs und muss das Stativ viel getragen werden? Dann ist ein geringes Gewicht und kleines Packmaß wichtig.

  • Die benötigte Stabilisierungsleistung hängt vom Gewicht Ihrer Kameraausrüstung ab. Am besten wiegen Sie Ihre Videokamera bzw. Fotoapparat mit dem schwersten verwendeten Objektiv, um die benötigte Traglast zu ermitteln. Beim Kauf des Video-Stativs müssen Sie darauf achten, dass dieser Bereich vom gewünschten Modell auch sicher getragen wird. Die Angabe finden Sie in der Regel in den Produktinformationen.

    Anders als ein Foto-Stativ muss ein Video-Stativ jedoch diese Stabilität nicht nur in Ruhe, sondern auch in Bewegung garantieren. Beim Filmen wird ja häufig geschwenkt oder es sind sogar Kamerafahrten geplant. Die so genannte „Torsionssteifigkeit“ muss daher noch höher sein. Beim Video-Stativ werden deshalb häufig doppelrohrige Beine eingesetzt, denn diese gewährleisten bei Bewegung und höherem Gewicht mehr Stabilität. Alternativ sind auch dickwandigere Carbon-Konstruktionen möglich. Eine weitere Option zur Stabilisierung sind Bodenspinnen, die die Beine des Video-Stativs verbinden. In einer Variante mit Rollen ermöglichen sie einfaches Verschieben.

  • Der Preis ergibt sich wesentlich aus den beiden vorgenannten Anforderungen. Seien Sie beim Stativ nicht zu sparsam, denn nicht selten ist es eine Anschaffung fürs halbe oder gar ganze Leben. Und wenn Sie sich über diese lange Zeit ständig über eine Kleinigkeit ärgern, ist dies in unseren Augen eine Einsparung von 10, 20 oder gar 50 Euro einfach nicht wert.

Die drei genannten Faktoren hängen zusammen, so dass ein Mehr an einer Stelle häufig auch ein Mehr an den beiden anderen bedeutet. Möchte man etwa die Stabilität erhöhen, muss man dafür in der Regel ein höheres Gewicht und meist auch Packmaß in Kauf nehmen sowie häufig auch einen höheren Preis. Weniger Gewicht bei mehr Stabilität bedeutet einen noch höheren Preis, weil dann innovative Materialien eingesetzt werden müssen. Dies gilt auch, wenn man sein Stativ sowohl zum Fotografieren als auch zum Filmen nutzen möchte. Das fürs Filmen benötigte Plus an Stabilität führt häufig zu einem größeren Packmaß als rein fürs Fotografieren nötig wäre. Die eierlegende Wollmilchsau ist auch bei Stativen leider noch nicht erfunden. Wobei sich die unterschiedlichen Bedürfnisse von Foto und Video bei der Stativbasis noch leichter unter einen Hut bringen lassen als beim Kopf. Dazu gleich mehr.

Bei der Stativbasis ist schließlich noch ein wichtiges Detail zu beachten: Zum Ausziehen der Stativbeine sind zwei Systeme verbreitet: ein Dreh- und ein Klappmechanismus. Unserer Erfahrung nach gibt es für beide Fans. Wer noch kein Stativ hatte, probiert am besten aus, welche Variante ihm eher liegt. Achten Sie in beiden Fällen darauf, dass sich die Beine ohne größeren Kraftaufwand sicher arretieren lassen. Vor allem bei Drehverschlüssen besteht die Gefahr, sie nicht richtig zu schließen. Klappverschlüsse dagegen sind manchmal sehr schwergängig. Beim schnellen Aufbau, zum Beispiel bei einer Veranstaltung mit vielen Positionswechseln, bitte immer sorgfältig auf feste Verschlüsse achten.

Der Stativkopf: Besondere Anforderungen für Video

Neben der Stativbasis ist der wichtigste Faktor bei einem Video-Stativ der Kopf. An ihn werden für Schwenks deutlich andere Anforderungen gestellt als beim Fotografieren: Er muss zwar einerseits Stabilität in der Schwenkbewegung gewährleisten, dabei aber auch eine Achse möglichst ruhig halten – Sonst wirkt das ganze Video ruckelig. Professionelle Video-Köpfe – auch Video-Neiger genannt – setzen dazu eine Dämpfung ein. Diese sorgt für einen gewissen Widerstand in der Bewegung, so dass es leichter gelingt, einen Schwenk – insbesondere am Anfang und Ende – weich zu gestalten. Dabei sind drei verschiedene Varianten verbreitet:

  • In der Basis-Ausstattung werden Video-Köpfe mit fixer Ausbalancierung für einen bestimmten Gewichtsbereich angeboten.

  • Eine Klasse höher lässt sich die Dämpfung der Neigung individuell auf das Gewicht der Kamera anpassen, so dass sich die Aufrichtung der Kamera in der Vertikalen beeinflussen lässt.

  • Bei den Spitzenmodellen (z.B. Fluidköpfen) lässt sich nicht nur das Kameragewicht in der Neigung einstellen, sondern auch noch das in der Horizontalen für sanfte Schwenks einregeln.

Der Preis steigt dabei mit den gewünschten Möglichkeiten. Vor allem bei sehr schweren oder wechselnden Kamerasystemen gewinnen die variablen Einstellungsmöglichkeiten an Bedeutung. Wie bei der Stativ-Basis ist beim Kauf zu bedenken, dass er häufig eine Anschaffung für längere Zeit ist und je nach Kombination sogar auf verschiedenen Stativen zum Einsatz kommen kann.

Nützliches Zubehör

Mit stabiler Basis und passendem Kopf ist das Video-Stativ schon fast perfekt. Wer häufig horizontal schwenkt, sollte darüber hinaus auch noch auf eine Nivellierplatte achten. Sie erspart das mühsame gerade Ausrichten mit den Füßen, denn man muss sie nur einmal bequem einregeln, während man sich bei der Einstellung über die Füße bücken und drei Mal schrauben bzw. klemmen muss. Nivellierplatten sind in zwei Varianten erhältlich: Bei dedizierten Video-Stativen sind sie häufig schon eingebaut oder zumindest der Einbau vorgesehen. Alternativ sind auch Nachrüst-Kits von externen Herstellern verfügbar.

Um die Stabilität im Studio bzw. auf ebenen Böden zu erhöhen, ist außerdem der Kauf einer Bodenspinne sinnvoll. Eine Variante mit Rollen bewährt sich vor allem für häufig bewegte Stative. Rollspinnen sind jedoch keine Dollys und eignen sich nur für wirklich glatte Böden wenn ruckelfreie Aufnahmen das Ziel sind.

Und schließlich empfehlen wir noch den Kauf einer passenden Tasche. Gerade wer sein Stativ häufig mitnimmt, profitiert von einer bequemen Transportmöglichkeit. Bei voluminösen Köpfen ist es sinnvoll, die Tasche direkt vom Stativhersteller zu kaufen, denn meist findet man sonst kein passendes Modell.

Stativ-Varianten und Ergänzungen

Neben dem bisher vorgestellten klassischen Video-Stativ sind mittlerweile auch spezielle Video-Monopods erhältlich. Sie haben drei kleine Aufklappfüße an der Basis und ermöglichen damit im begrenzten Rahmen Schwenks. Dabei ist bei ausgefeilteren Modellen eine Einstellung der Dämpfung möglich. Wie beim klassischen Stativ ist beim Video-Monopod auf die zulässige Tragkraft zu achten. Mit ihr steigen Stabilität, aber auch Preis und Packmaß. Mit etwas Übung können Monopods auch als eine Art Schwebestativ verwendet werden.

Für Filme in Bewegung gewinnen neben den klassischen Stativen auch mehr und mehr spezielle Schulter- und Schwebestative an Bedeutung. Wir stellen diese in einem separaten Beitrag vor, denn die Kaufkriterien und Anforderungen weichen deutlich von den klassischen Stativen ab.

Video 12 / 2015

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