Speicherlösung zum Archivieren

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Mit Videodaten sieht man sich stetig mit dem Problem wachsender Datenmengen konfrontiert. Mehr Daten bedeuten gleichzeitig auch ein Verlangen nach größerem Speicherplatz. Ist ein professioneller Schnittplatz einmal eingerichtet, wird zunehmend – wenn nicht sogar ausschließlich – mit Material in 4K-Auflösung gearbeitet. Bei einem vollständigen Spielfilmprojekt, das einen Speicherbedarf von mehreren Terabyte haben kann, ist der Wunsch nach einer zuverlässigen Speicherlösung zum Archivieren nachvollziehbar.

Zu Beginn der Digitalen Revolution waren Datenmengen von Videos aus heutiger Sicht noch äußerst überschaubar. Eine Minute im VCD-Format (Video Compact Disc) benötigte gerademal 435 Megabyte (MB). Im Lauf der Jahre hat sich nicht nur die Auflösung vervielfacht, sondern damit auch die Masse an Daten, die zu verarbeiten sind.

War gegen Ende der 1990er Jahre die Anschaffung eines Personal Computer (PC) angedacht, wurde eine Festplatte mit 25 GB Datenvolumen damit beworben, dass diese im ganzen Leben nicht mit Daten zu füllen sei. Die rasante Entwicklung durch die regelmäßige Vervierfachung von Speichergrößen war zu dieser Zeit vom Verkäufer noch nicht absehbar.

Format Bildauflösung Datenmenge/Frame Datenmenge/Minute
VCD – Video Compact Disk 352 × 228 0,229 MB 0,336 GB
DVD – Digital Versatile Disk 704 × 576 1,160 MB 1,699 GB
HDTV – High Definition Television 1280 × 720 2,637 MB 3,862 GB
Full HTDV 1920 × 1080 5,933 MB 8,690 GB
UHD 4K – Ultra HDTV 3840 × 2160 23,730 MB 34,761 GB
UHD 8K – Ultra HDTV 7680 × 4320 94,921 MB 139,046 GB

Es besteht ein Kausalzusammenhang zwischen höherer Auflösung (Bildqualität steigt durch mehr Bilddetails) und Datenmenge. Mit dem PC aus dem vorgenannten Beispiel könnte man heute gerade einmal ein paar Sekunden 8K-Videomaterial bearbeiten. Wobei die Grafikkarte aufgrund der erforderlichen Rechenleistung vermutlich schon ihren Dienst versagen würde.

Eine gewissenhafte Datensicherung zum Archivieren von Videomaterial kann nur temporär erfolgen. Einerseits, weil das Speichermedium – und hier ist es belanglos, ob es sich um eine SDD-/HDD-Festplatte, DVD/BluRay, einen Flash-, ROM- oder RAM-Speicher handelt – in spätestens zehn Jahren aus technischer Sicht überholt ist und andererseits, weil die Halbwertzeit meist ebenso kurz ausfällt.

Aktuelle Speicherlösungen

Wer sich ernsthaft mit dem Thema Speicherlösung für Videodaten beschäftigt, wird zweifelsfrei die Grunderkenntnis teilen, dass der Verlust von Daten immer ärgerlich ist – ganz gleich wie die Daten abhanden gekommen sein mögen. Ein Videoprojekt besteht immer aus verschiedenen Datensätzen, die alle zu sichern sind, wenn man in der Zukunft noch einmal daran arbeiten möchte. Die verschiedenen Bestandteile sind das geschnittene Videomaterial, die komplette Tonspur und die Programmdateien des Schnittprogramms. Wer nur die finale Fassung des geschnittenen Films exportiert und archiviert, wird in der Zukunft keine Änderungen am Original (z.B. Directors Cut) vornehmen können.

Ist die Entscheidung gefallen, was alles Archiviert werden soll, steht auch schon die nächste Entscheidung an. Welche Technik soll zur Sicherung verwendet werden. Aktuell sind hier die Speicherlösungen via NAS (Network Attached System) oder der Cloud zu nennen. Eine wirklich schwere Entscheidung ist es gegenwärtig noch nicht, da die Datenmenge eines 4K-Spielfilms das Volumen von 1 Terabyte (TB) bereits deutlich überschreitet und die Verbindungs- sowie Datenraten zur Cloud für solche Datenberge noch nicht ausgelegt sind.

Eine NAS-Lösung soll also her. Was aber bedeutet NAS? Kurzgesagt ist es eine netzwerkgebundene Speicherlösung mit einem Datenserver, dessen Speicherleistung durch den Zusammenschluss mehrerer Festplatten erreicht wird. NAS-Systeme werden oft in einem Raid-System mit zwei oder mehr Festplatten betrieben (RAID Redundant Array of Independent Disks) wodurch sich die physischen Arbeitsspeicher organisieren lassen. Die Daten werden dabei automatisch auf zwei Festplattenlaufwerken gespeichert, was die Ausfallsicherheit erhöht (Redundanz) und den Datendurchsatz vergrößert. Speichermedien können selbst im laufenden Betrieb ausgetauscht werden, womit sich faktisch auch der Speicher vergrößern lässt.

Ein defektes Festplattenlaufwerk kann folglich entfernt und durch ein intaktes Laufwerk – ggf. mit höherem Speichervolumen – ersetzt werden, wobei das System gewährleistet, dass die Daten wieder gespiegelt werden. Ein NAS ermöglicht also ein kontinuierliches Mitwachsen des Speicherplatzes. Der Austausch der Festplatten sollte in einem Intervall von etwa drei bis vier Jahren erfolgen, um mit der Entwicklung der Speicherkapazität von PC-Festplatten schritthalten zu können.

Damit ist es aber noch nicht getan. Die Wartung und das Monitoring eines NAS-System sind wichtig und richtig. Vor allem aber, wenn sich eine Festplatte der Grenze ihrer Speicherkapazität nähert. Wird der Speicherplatz auf einer Festplatte knapp oder ist es gar vollständig gefüllt, schaltet das Raid-System automatisch um und die Datenspiegelung der Festplatten wird deaktiviert.

Wer absolut sicher gehen will betreibt neben einem NAS-System auch noch eine Datensicherung auf einem externen Speichermedium, das an einem anderen Ort aufbewahrt wird. So ist man auch dem Datenverlust infolge Zerstörung oder höherer Gewalt gefeit.

Video 10 / 2017

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