Tiervideos mal ganz anders per fahrbarer „AnimalCam“

AnimalCam
In professionellen Tierfilmen kann man seit einigen Jahren einen Trend zu Aufnahmen aus nächster Nähe beobachten. Damit scheue Spezies nicht flüchten und auch Raubtiere abgelichtet werden können, werden Fotofallen oder fernsteuerbare Aufnahmefahrzeuge eingesetzt. Die BBC hat gar eine ganze faszinierende Dokumentationsreihe unter dem Titel „Animal Camera“ ausgestrahlt. Experimentierfreudig wie wir sind, reizte uns, ob wir nicht mit bezahlbarem Aufwand Ähnliches realisieren können.

Die Ausrüstung: ActionCam und Fernsteuerfahrzeug

Die Lösungsidee ist die Kombination einer handelsüblichen Action Cam mit einem fernsteuerbaren Modellauto. Eine Action Cam ist so robust, dass sie nicht gleich kaputt geht, wenn ein Tier sie anstupst oder das Fahrzeug umfällt. Außerdem hat sie den großen Vorteil, dass eine Vielzahl von Befestigungsmöglichkeiten erhältlich sind, so dass es möglich sein sollte, sie reversibel an einem fernsteuerbaren Fahrzeug anzubringen. Wir haben uns ein Kameramodell mit Fernsteuerung ausgesucht, damit man gezielt auch aus der Distanz steuern kann, wann die Aufnahme beginnen und enden soll. Wer darüber nicht verfügt, muss deutlich mehr Filmmaterial einsammeln und später im Videoschnitt die interessanten Szenen heraussuchen.

Fehlt nur noch der fernsteuerbare Untersatz. Zum Glück sind dazu weder besonderes Fachwissen oder Fernsteuertalent noch hohe Investitionen nötig. Wir lernen im Elektronikfachmarkt, das die Preise bei rund 30 Euro beginnen. Für ab 100 Euro aufwärts bekommt man ein Fahrzeug, dass leistungsstärker ist und sich flexibler auseinander bauen lässt. Auch gibt es in dieser Preisklasse Ersatzteile. Für unseren ersten Versuch steigen wir jedoch mit einem günstigen Modell ein. Wir achten darauf, dass es über eine glatte Auflagefläche zur Befestigung der Action Cam verfügt und landen bei einer Art Miniatur-Geländewagen. Sportwagen-ähnliche Autos sind weniger geeignet, da deren runde Formen keine guten Klebeflächen darstellen. Der PickUp hat den Vorteil, dass die Ladefläche erlaubt, die Kamera so anzubringen, dass das Auto selbst so gut wie nicht im Bild ist – was bei den typischerweise weitwinkligen Objektiven von Action Cams sonst leicht passiert. Unser Tipp: Kamera beim „Autokauf“ mitnehmen und ausprobieren, um ein geeignetes Modell auszusuchen.

Zu Hause angekommen, probieren wir verschiedene Befestigungsvarianten für die Action Cam aus und finden schnell eine passende. Diese wird mit dem mitgelieferten Klebepad stabil auf der Ladefläche festgeklebt.

AnimalCam

Die Tierkamera im Einsatz

AnimalCam Einsatz
Dann kann es losgehen: Im heimischen Wohnzimmer liefert die ActionCam lustige Aufnahmen auf Kleinkind-Level. Damit hatte sie den ersten Praxistest bestanden und wir nehmen sie mit zur Hundewiese. Dort stellen wir aber schnell fest, dass unser preisgünstiges Einsteigermodell etwas wenig PS unter der Haube hat, um auf unebenem Untergrund noch ordentlich voran zu kommen. Noch schlimmer ist das bei einem weiteren Versuch am nassen Sandstrand. Dort fährt sich das Auto sogar fest und läuft erst wieder nach Abmontieren der Räder und Säubern der Lager. Unser Tipp daher: Vorher überlegen, wo man das Fahrzeug einsetzen möchte und bei unebenen Untergründen in mehr Leistung investieren. Auf dem Gehweg rollte unser PickUp aber anstandslos. Wir stellten fest, dass auch ungeübte Fernsteuerer den Umgang schnell lernen.

Fehlen nur noch die Tiere. Wir haben natürlich den Tierschutz im Blick – diese also nicht überfordern oder gar gefährden für das Video. Wir wählen die Hundewiese und recht bald kommen die ersten Vierbeiner. Wir beobachten, dass den meisten das fahrende Autochen eher unheimlich ist und es besser ist, den PickUp in die Nähe zu manövrieren und dann stehen zu lassen. Dann kommen die neugierigen Tiere näher heran und stupsen womöglich sogar mit der Nase an die Kamera. Wer dann etwas zurücksetzt, sorgt für Überraschung beim Hund und kann unter Umständen lustige Szenen einfangen. Wir haben jedenfalls einen Riesenspaß und die Hunde auch.

Wie kann es weiter gehen?

Beim Hund und dem Fernsteuerauto muss man nicht stehen bleiben. Auch Katzen, Nagetiere und sogar die Hasen im Garten lassen sich prima mit der AnimalCam im Eigenbau ablichten. Schade, dass wir nicht in Afrika wohnen und das Gerät zum Filmen von Raubtieren einsetzen können. Wobei man dazu bestimmt auch robustere Geräte als unser Einsteigermodell benötigt. Wir werden daher im nächsten Schritt vom Land zum Wasser wechseln und planen, per ferngesteuertem Boot Teichbewohner abzulichten. Das wasserdichte Gehäuse für die Action Cam liegt schon bereit.

Video 07 / 2015

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