Videodatensicherung - Auf einem Bein kann man nicht stehen

Videodatensicherung
Externe SSD, NAS, externe Festplatte, Cloud
Seit nahezu jede Kamera und jedes Smartphone über eine Filmfunktion verfügen, sind Videos absolut trendy. So gut wie jeder hat dementsprechend mehr oder weniger lange Videosequenzen auf seinen Aufnahmegeräten. Aber nicht nur das, sondern auch die Anzahl derer, die sich für eigene Filme von mehreren Minuten bis Stunden begeistern, wächst kontinuierlich, was sicherlich auch damit zusammenhängt, dass Kameras heute Videoqualitäten à la Hollywood garantieren und die Videoschnittsoftware immer selbsterklärender und damit einfacher zu handhaben ist. Genauso wie Fotografien gehören natürlich auch Videos gesichert, soll die Freude anhalten und der Frust nicht die Oberhand gewinnen. Im Gegensatz zur Fotografie, wo das Papierbild als das sicherste Speichermedium gilt, hat man bei Videos diese Option leider nicht. Oberstes Gebot, auch wenn man meint, seine Zeit sinnvoller verbringen zu können, ist, sich in regelmäßigen Abständen der Datensicherung seiner Videos zu widmen. Auch, wenn man bekanntlich aus Schaden klug wird, so sollte man es soweit erst gar nicht kommen lassen, denn es ist wirklich verdammt ärgerlich, wenn Videomaterial unwiederbringlich für immer weg ist.

Während der Aufnahme werden Videos heute auf kleinen Speicherkarten gesichert. Am weitesten verbreitet ist es, diese Videodaten dann zu Hause auf die Festplatte des Rechners zu übertragen und die Speicherkarte zu löschen, damit sie beim nächsten Dreh neues Filmmaterial wieder aufnehmen kann. Die Löschung der Videodaten auf der Speicherkarte sollte erst dann erfolgen, wenn sichergestellt ist, dass der Datentransfer auf die Computerfestplatte auch wirklich funktioniert hat. Wer nun aber der Ansicht ist, dass damit die Datensicherung abgeschlossen ist, der irrt. Computerfestplatten können einen Defekt erleiden oder mit Viren befallen werden, weshalb man die Videodaten zusätzlich auf externe Speichermedien übertragen sollte, und zwar in regelmäßigen Abständen mit nicht zu langen Zeitintervallen. Hat man auf seinem Rechner gar langwierige Filmprojekte, so sollte man nach jeder Sitzung eine zusätzliche Sicherungskopie anlegen. Auch, wenn dies natürlich Zeit in Anspruch nimmt, so spart es wertvolle Zeit im Falle eines Gerätedefekts oder wenn man beispielsweise versehentlich die falsche Tastenkombination gewählt hat und alles gelöscht wurde.

Wie in der Fotografie stehen dem Videofilmer unendlich viele Optionen zur Sicherung der Videodateien offen. Im Gegensatz zu Fotografen haben Filmbegeisterte aber oftmals mit noch größeren Datenmengen zu tun, weshalb sich manches digitale Speichermedium ausschließt. Aber nicht nur deshalb, sondern auch wegen seiner Haltbarkeit. Nehmen wir hier als Beispiel die DVD – sie hat nicht nur eine begrenzet Speicherkapazität, sondern ihre Haltbarkeit liegt bei rund zehn Jahren. Das ist nicht wirklich lang und bringt auch zum Ausdruck, dass man sich der Datensicherung immer wieder aufs Neue stellen muss, denn Speichermedien haben nicht nur eine begrenzte Haltbarkeit, sondern verschwinden irgendwann vom Markt, weil sie durch neue ersetzt werden.

Externe Festplatten

Externe Festplatte
Externe Festplatte
Auf der Hand liegt es, externe Festplatten als zusätzliches Speichermedium neben der Computerfestplatte zur Sicherung der Videodateien zu nutzen. Positiv ist, dass man ein zweites Speichermedium schon einmal ins Auge gefasst hat. Externe Festplatten werden immer preiswerter und die wachsenden Kapazitäten kommen den Videobegeisterten entgegen. Jetzt kommt das Aber, denn die Haltbarkeit von externen Festplatten ist begrenzt und wird mit unter um die fünf Jahre angegeben. Genau kann man es nicht sagen, denn jede externe Festplatte hat im inneren rotierende Scheiben. Nach längerer Nutzung oder wenn einem die externe Festplatte mal herunterfällt, kann es sein, dass sie nicht mehr korrekt funktioniert – im mobilen Einsatz sollten aus diesem Grund nur die stoßfesten Verwendung finden. Die längste Haltbarkeit wird externen Festplatten nachgesagt, wenn sie, wie Server, permanent in Betrieb sind. Die Realität sieht jedoch anders aus, denn sie werden immer wieder angeschlossen, was ihren Verschleiß fördert. Wer sicher gehen möchte, der nutzt neben seiner Computerfestplatte zwei externe Festplatten, die voneinander räumlich getrennt aufbewahrt werden. Je nach Beanspruchung sollte die externen Festplatten alle zwei bis spätestens drei Jahre durch eine neue ersetzt werden.

Externe SSD

Externe SSD
Externe SSD
Bei externen SSD (Solid State Drive) handelt es sich um das Pendant zur Festplatte, jedoch ohne bewegliche Teile mit einem Flashspeicher nahezu analog dem USB-Stick. Untersuchungen zeigen, dass externe SSD bei Stürzen und Stößen nicht so anfällig sind wie externe Festplatten. Für externe SSD sprechen die sehr schnellen Zugriffszeiten. Möglicher Nachteil der externen SSD ist der im Vergleich zu externen Festplatten deutlich höhere Anschaffungspreis und dass die Speicherkapazitäten geringer sind. Bei großen Videoprojekten kann das dann das Nadelöhr sein, weswegen externe SSD nicht zur Anwendung kommen.

NAS-Lösung

NAS-Lösung
NAS-Lösung
Die NAS-Lösung gilt derzeit als die beste Wahl zur Sicherung der Videodateien und -projekte. Bei NAS (Network Attached Storage) handelt es sich um einen Verbund von mehreren Festplatten zu einem großen Massenspeicher mit Netzwerkfähigkeit. Dies ist von großem Vorteil, wenn beispielsweise mehrere Nutzer auf die Daten zugreifen. Von Nachteil ist, dass die Sicherung der Daten über das Netzwerk mit einem entsprechenden Zeitaufwand verbunden ist. Die Praxis zeigt, dass die theoretische Zeit von rund einer Stunde Dauer bei 280 Gigabyte überschritten wird. Bewusst sollte man sich als Anwender sein, dass auch NAS-Lösungen nicht sicher vor Defekten sind. In der Praxis bedeutet dies, dass man bei einem Ausfall oftmals nur noch schwer an seine Daten herankommt.

Entscheidet man sich für NAS, so stellt dies erst dann eine Archivlösung dar, wenn man ein zweites, örtlich getrenntes NAS-System in Betrieb nimmt. In regelmäßigen Abständen wird dies zum Datenabgleich genutzt.

Cloudspeicher

Cloudspeicher
Cloudspeicher
Die Zahl der Cloudanbieter wächst – immer mehr Kamerahersteller bieten Konsumenten ihre Cloudlösungen an. Für Videodateien sind aus unserer Sicht derzeit die Cloudlösungen nur dann zu empfehlen, wenn es sich nicht um gigantische Datenmengen handelt. Wie wir aber wissen, sind die Datenmengen gerade bei aufwändigen Videoprojekten gewaltig. Bedenken muss man zudem, dass der Upload der Internetverbindung deutlich langsamer ausgelegt ist als der Download. Große Videodateien in der Cloud zu sichern, wird da sicherlich zu einem Geduldsspiel, das, je nach Datenumfang, nicht nur mehrere Tage, sondern Wochen und Monate beanspruchen kann. Cloudlösungen sind also nur dann praktikabel, wenn es um die Sicherung von kleinen Videodatenmengen geht.

Vielfach scheuen Nutzer die Kosten für die Cloud, die sich nach dem Speicherbedarf richten. Dem einen oder anderen erscheinen diese oftmals hoch – nun dies ist relativ, denn wenn man alle zwei bis drei Jahre neue externe Festplatten kauft oder wenn man den Stromverbrauch bei einem vorgehaltenen Speicher kalkuliert, der durchweg läuft, dann sind damit auch deutliche Kosten verbunden. Der Vorteil von Cloudlösungen ist zudem, dass man sich als Nutzer nicht um die Datensicherheit kümmern muss.

Auch, wenn im Zusammenhang mit der Cloud immer von der Speicherwolke die Rede ist, so befinden sich die Daten auf einem Server. Ob diese in Deutschland oder in einem anderen Land stehen, hängt vom Anbieter ab. Als Nutzer sollte man hinterfragen, wo der Server steht. Zudem sollte man die Nutzungsbestimmungen immer im Blick haben, die sich gern auch mal ändern. Clouddienste können theoretisch wie auch praktisch auch wieder eingestellt werden – hier gilt es natürlich, dies ständig im Blick zu haben und gegebenenfalls die Daten rechtzeitig wieder herunterzuziehen. Der Vorteil der Cloudspeicher ist, dass man von überall aus auf die Daten zugreifen kann.

Fazit:

Die sicherste Form der Videospeicherung ist derzeit aus unserer Sicht die Kombination aus Computerfestplatte, externer SSD und die NAS-Lösung.

Video 03 / 2015

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1 Kommentare

Recht herzlichen Dank fuer Ihren aufschlussreichen Artikel bezueglich der Videodatensicherung. Trotz all der vielen Speichermoeglichkeiten die heuer auf dem Markt sind, benutze ich weiterhin DVD und BD Disks. Viele meiner DVD Scheiben sind wesentlich aelter als zehn Jahre und laufen weiterhin ohne bemerkungswertige Qualitaetsminderung. Selbstverstaendlich ist es wuenschenswert nur die besten DVD Disks zu erwerben. Der Markt ist ueberschwemmt mit unzuverlaessigen DVD Scheiben. Ob sie eines Tages vom Markt verschwinden, darueber gibt es wohl kein Zweifel. Mit freundlichen Gruessen, Klaus Steinkohl, Geelong, Australien

von Klaus Steinkohl
26. März 2015, 02:25:12 Uhr

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