Videoproduktion mit dem Smartphone - So einfach geht´s

Mobiler Video-Editor
Wer mit dem Smartphone ein Video aufnimmt tut dies zunächst mal nur für sich. Im zweiten und weiteren Schritt jedoch auch, um es Freunden zeigen oder in den sozialen Netzwerken zu teilen. Andere Menschen sollen das Video sehen und möglichst begeistert sein. Das i-Tüpfelchen ist es dann, wenn beispielsweise die youTube-Gemeinde so begeistert ist und es das Video ganz nach vorne schafft. Während Fotos recht schnell und unkompliziert per App bearbeitet und anschließend über Facebook, Instagram oder WhatsApp geteilt werden können, ist für Videos ein wenig mehr kreative Handarbeit nötig damit diese visuell überzeugen. Unbearbeitetes Rohmaterial, das zeigt die Praxis, kann sehr schnell eintönig und langweilig wirken.

In der Regel muss selbst bei einem sehr kurzen Clip das zusammengetragene Videomaterial einer Reise oder beispielsweise von einem Konzert nachbearbeitet, also geschnitten werden. Was am heimischen Rechner kein Problem darstellt, kann sich bei Schnitt-Apps jedoch durchaus herausfordernd gestalten. Anstatt mit der Maus steuert man die gesamte Videobearbeitung mit den Fingern auf dem Display des Smartphones.

Auf verschiedenen Smartphones ist eine Videoschnitt-Software bereits vom Hersteller vorinstalliert. Darüber hinaus lassen sich Apps wie VivaVideo Pro, iMovie, Androvid Pro oder Video Editor installieren, mit denen man seine Videos schneiden und bearbeiten kann. Die Bedienung auf dem Display muss jedoch relativ einfach gestaltet sein, was im Umkehrschluss bedeutet: je reduzierter und rudimentärer die Funktionen, umso weniger sieht das Endergebnis nach einer Hollywood-Produktion aus.

Automatisierte Funktionen wie die automatische Szenentrennung bei iMovie können zum schnellen Erfolg mit passablem Ergebnis verhelfen. Im Regelfall muss man jedoch noch einmal Hand anlegen und das Filmmaterial trennen und nachbearbeiten. Wer zwischen Szenen nicht mit harten Schnitten wechseln möchte, wird Übergänge für die Szenenwechsel verwenden. Eine gute Schnitt-App bietet eine Palette von Übergängen, aber auch hier gilt: Weniger ist mehr! Für den Stil und Look der eigenen Videos sollte man sich auf klassische Überblendungen (fade in, fade out, cross fade) und wenige Effekte und/oder Wischblenden beschränken.

Manche Aufnahme – beispielsweise ein spektakulärer Sprung mit dem Skateboard in der Half Pipe – schreit förmlich nach einer Zeitlupenfunktion, um die Szene eindrucksvoller und imposanter zu gestalten. Für die kreative Bearbeitung können gezielt eingesetzte Funktionen, Effekte und Filter eine deutliche Bereicherung sein. Für manche Videos ist zudem ein Text-Editor unverzichtbar. Zum Glück gibt es nicht die eine App für alle Benutzer, sondern jeder sollte mit dem Video-Editor arbeiten, mit dem sich die Ideen für eigene Videos am besten realisieren lassen.

Ein Video automatisch auf Musik schneiden zu lassen kann per App funktionieren, muss aber nicht. Viele Aspekte, die im Feinschnitt am heimischen Computer keine größeren Probleme darstellen, werden mit einer Video-App zur wahren Geduldsprobe. Insbesondere wer frame-genau schneiden möchte, der wird am Smartphone-Display verzweifeln. Je nach App ist auch das Hinterlegen des Videomaterials mit Musik möglich. Doch hier sollte man sich immer über die Urheberrechte im Klaren sein, die Interpreten an ihrer Musik haben. Ein Video das mit dem aktuellsten Hit aus den Charts hinterlegt ist, kann der Renner im sozialen Netzwerk werden, aber auch teuer für den User, der das Video produziert und eingestellt hat.

Das finale Video soll am Ende natürlich in einem Videoformat ausgespielt werden. Die Video-Apps speichern die Filme jedoch meist in einer reduzierten Auflösung mit 640 × 352 Pixeln, wodurch die ursprüngliche Full-HD-Auflösung verloren geht. Kostenlose Apps platzieren mitunter auch ein Wasserzeichen, was vom Inhalt der Videos ablenken kann.

Für ein ansehnliches Video, dass geschwind bearbeitet und arrangiert wurde, um es über die sozialen Netzwerke zu teilen, wird die Aufnahme mit dem Smartphone und der Videoschnitt per App sicher ausreichend sein. Wer jedoch eine höhere Qualität für seine Videoproduktionen anstrebt – beispielsweise einen Videoblog oder den eigenen Kanal auf einem Videoportal – wird auf lange Sicht in das Equipment zur Aufnahme und Bearbeitung investieren müssen. Dass dieser Investition ein Lernprozess über die Herstellung der Videos wie auch die technischen Aspekte der Realisierung vorausgeht, versteht sich von selbst. Was die Qualität betrifft ist nach Oben immer Luft. Ein grandioses Video hingegen braucht nicht zwingend die beste Qualität, sondern eine lustige, großartige, irrwitzige oder abgedrehte Idee.

Video 07 / 2016

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