Videos drehen mit Kameras mit Wechseloptik - Rigs

Immer mehr Anwender, ob Profis oder Amateure, entdecken die Videofunktion an ihren Kameras mit Wechseloptik, also kompakten System- und Spiegelreflexkameras. Dass diese Videofunktion mehr als filmreif ist, zeigt sich schon allein darin, dass immer mehr Fernsehproduktionen, wie zum Beispiel „Dr. House“, mit diesen Aufnahmesystemen abgedreht werden. Für den Anwender bedeutet die Nutzung der Videofunktion, die Kamera anders halten zu müssen, als wenn fotografiert wird. Geht man der Stehbildfotografie nach, so wird das Aufnahmegerät Kamera in der Regel an das Auge gehalten und das Hauptgewicht mit der rechten Hand getragen. Der rechte Zeigefinger ruht auf dem Auslöser, während die linke Hand sich nicht nur schützend um das Objektiv legt, sondern damit fokussiert wird. Auf diese Art und Weise, wo alles auf den entscheidenden Moment des Auslösens ausgerichtet ist, liegt die Kamera mit Wechseloptik sicher in den Händen.

Beim Filmen kommt es nicht nur auf einen Augenblick, den Bruchteil einer Sekunde an, sondern auf viele Einzelbilder, die zu einer Sequenz zusammengeführt werden. Für den Filmemacher bedeutet dies, dass Aufnahmegerät in dieser Zeitspanne, die mehrere Sekunden, wenn nicht Minuten dauern kann, ohne großartiges Ruckeln zu halten. Da die Ergonomie der Kameras auch auf die Videofunktion ausgerichtet wurde, liegen diese prinzipiell gut in der Hand. Entscheidend für ruckelfreie Filmsequenzen ist jedoch auch eine entspannte und lockere Aufnahmeposition. Diese erhält man nur mit dem entsprechenden Zubehör, wie beispielsweise einem Rig. Bei dieser Vorrichtung, die in unterschiedlichsten Varianten angeboten wird, kann, neben der Kamera, für den Film allerlei Nützliches befestigt werden. Hier sind dem Anwender quasi keine Grenzen gesetzt, denn die Bauteile und das entsprechende Zubehör lassen sich beliebig in Abhängigkeit der Filmsituation immer wieder neu zusammensetzen. Natürlich gibt es bei Rigs gewisse Grundbausteine, wie die 15 mm dicken Rohre, die paarweise im Abstand von 60 mm angeordnet sind. Kameraplatten, Schulterstützen, Griffe, separate Monitore, LED-Leuchten oder beispielsweise Schwenkarme können an dieser Basis befestigt werden.

Wie der Name schon zum Ausdruck bringt, ruht dass Schulterrig auf den Schultern. Es ist prädestiniert für Reportagen und gestattet Filmemachern ein hohes Maß an Flexibilität. Von möglichem Nachteil ist, dass eine höhere oder niedrigere Aufnahmeposition mit diesem Rigtyp nur dann eingenommen werden kann, indem der Filmemacher beispielsweise in die Knie geht – ob das über mehrere Sekunden bequem ist, muss jeder selbst entscheiden. Das Gegengewicht hinter der Schulter ist übrigens dazu da, um die Vorrichtung nicht zu schulterlasig zu machen und damit den rechten Arm nicht zu stark zu belasten.

Das Handheld-Rig ist meist mit zwei Griffen ausgestattet, worüber es gehalten wir. In der Regel ist es kürzer als ein Schulterrig. Wird in Bodennähe oder sozusagen „aus der Hüfte“ gefilmt, so ist das Handheld-Rig dafür bestens geeignet. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Filmemacher über Kraft verfügen muss, denn dass Halten des Rigs mit Kamera und diversem Zubehör geht schon in die Arme. Für das Filmen mit einem Handheld-Rig empfiehlt sich eine Kamera mit schwenkbarem Display. Die Nutzung eines externen Monitors kann den Filmemacher schnell aus dem Gleichgewicht bringen. Eine Sonderform der Handheld-Rig ist das als Fig-Fag angebotene „Lenkrad“.

Rigs, sie sind dann ohne vordere Griffe, werden auch für Stative angeboten. Natürlich könnte man die Kamera auch ohne Rig am Stativ befestigen. Jedoch verbaut man sich damit die Option des nützlichen und für den Film so notwendigen Einsatzes von Zubehör.

Auf der photokina 2014, die vom 16. bis 21. September in Köln ihre Tore öffnet, werden alle namhaften Unternehmen vertreten sein und ihr weitreichendes Portfolio an Rigs und anderem Filmzubehör präsentieren. „Movie“ ist darüber hinaus eines der Schwerpunktthemen der photokina 2014. Auf einer Sonderfläche wird die gesamte Prozesskette des Films für Fotografen und Videografen, ob Profi oder Amateur, präsentiert. Darüber hinaus erwartet die photokina-Besucher ein hochkarätiges Rahmenprogramm mit Keynotespeakern und Produktexperten.

Video 06 / 2014

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