Videotipp: Wie Videos im Netz Beachtung finden

© Fotograf: Thekla Oelke, Spinnennetz, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Thekla Oelke, Spinnennetz, Blende-Fotowettbewerb
Die Zutaten für einen guten Clip sind so vielfältig wie die von Kochrezepten. Natürlich gibt es Regeln, die für überzeugende Videos stehen – in Stein gemeißelt sind sie jedoch nicht – weshalb es keine Regeln ohne Ausnahme gibt. Wie für eine gute Hühnerbrühe das Huhn nicht fehlen darf, leben Videos natürlich von ihrem Filmmaterial und ihren Inhalten. Wie diese aufbereitet werden und an welchem roten Faden sie sich bewegen, ist von der persönliche Intention abhängig und natürlich auch Geschmackssache. Ja, und einen Unterschied macht es sicherlich aus, ob das Video rein für den privaten Gebrauch bestimmt ist oder man die Massen auf den Videoplattformen dafür gewinnen möchte. Hier werden an Videos andere Ansprüche gestellt. Wenn beispielsweise der Anfang des Clips, weil der Titel 15 Sekunden als Standbild, verharrt, nicht anspricht, hat man schon verloren, auch, wenn der Filmbeitrag noch so gut ist.

Schaut man sich das Verhalten der YouTube-Nutzer an, so ist festzustellen, dass diese in der Regel einen schnellen Einstig wünschen und es gar nicht mögen, wenn der Film sich mit einem Titel ankündigt. Mehr Aufmerksamkeit wird mit einem kurzen und knackigen Intro erzielt – inzwischen auch sehr beliebt bei der Ankündigung von Fernsehserien.

Wichtig ist, aufs Tempo zu drücken – denn in der Kürze liegt die Würze. Ein beliebtes Mittel, um die Blicke auf sein Video zu lenken, sind Effekte. Inwieweit man auf diese setzt, ist nicht nur Geschmackssache, sondern natürlich auch eine Frage des Filminhaltes. Jede Zeit hat ihre Effekte und so schnell wie sie kommen gehen sie auch. Setzt man also auf einen Effekt, der im Netz gerade sehr angesagt ist, so schwimmt man auf der einen Seite mit der Masse und verliert gemeinsam, wenn dieser Effekt nicht mehr trendy ist. Übertreiben sollte man es in jedem Fall nicht mit den Effekten, denn das kann auch schnell abstoßend und auch wieder langweilig wirken.

Sehr beliebt ist immer wieder der Einsatz von Filtern – alle Videoschnittprogramme bieten eine reiche Auswahl. Dies mag mit ein Grund dafür sein, warum sie so oft eingesetzt werden. Wie bei den Effekten ist die Empfehlung, dass weniger mehr ist und man es nicht übertreiben sollte. Filter unterliegen genauso wie die Effekte einer Modeströmung und die kann sich im Handumdrehen ändern/umkehren. Auf der anderen Seite steht eine Modeströmung auch für den Zeitgeist.

Basis für einen Clip ist natürlich das Bildmaterial – die Begeisterung ist nicht groß, wenn es beispielsweise körnig und ruckelig – außer es ist ein Stilmittel – zugeht. Smartphones und Action Cams liefern unter sehr guten Lichtbedingungen recht gute Videoqualität – diese liegt jedoch in Hollywoodqualität, wenn mit hochwertigen Kompaktkameras, kompakten System- und/oder Spiegelreflexkameras sowie Camcordern die Filmaufzeichnung erfolgt.

Gute Videos zeichnet aus, dass die einzelnen Filmsequenzen mithilfe von Videoschnittprogrammen – die immer anwenderfreundlicher werden – zu einer sehenswerten Einheit verschmelzen. Wird Filmmaterial unterschiedlicher Aufnahmegeräte für ein Video genutzt, so empfiehlt sich eine Bild- und Farbkorrektur – auch dann, wenn die Videoaufnahmen zur gleichen Zeit aufgezeichnet wurden. Grund dafür ist, dass jedes Aufnahmegerät seine ganz spezielle Farbcharakteristik hat und selbst wenn der korrekte Weißabgleich vorgenommen wurde, sich das Weiß in den Aufnahmen unterscheidet. Bild- und Farbkorrekturen sind aber auch dann angebracht, wenn Aufnahmen zu unterschiedlichen Zeiten im Tagesverlauf aufgenommen wurden. Nehmen wir als Beispiel nur das Treiben an einem Strand – werden hier Filmclips vom Morgen, Mittag und Abend zusammengefügt, so muss ein Verlauf hergestellt werden, denn ansonsten nimmt der Zuschauer die nicht harmonischen Übergänge als störend wahr.

Filmbearbeitung, darüber muss man sich im Klaren sein, braucht ihre Zeit, denn natürlich sollten Korrekturen hinsichtlich der Farben, der Helligkeit und in Bezug auf den Kontrast über den gesamten Film erfolgen – ein Grund mehr, in nicht zu langen Clips den Erfolg zu suchen.

Video 04 / 2015

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