Welche Filmkamera darf´s denn sein? - „Think BIG!“

Das Angebot an Video-Aufnahmeequipment ist schier unerschöpflich und reicht von Action Cams, Consumer-Camcorder für ein paar hundert Euro über Kameras mit Videofunktion bis hin zu semiprofessionellen Camcordern und digitalen Filmkameras für mehrere tausend Euro. Möchte man in die hochwertige Videoproduktion einsteigen, so wird man sich eher früher als später mit dem Angebot an semiprofessionellen Camcordern und digitalen Filmkameras auseinandersetzen. Diese Videoaufnahmegeräte bieten dem Filmer ein deutliches mehr an Qualität hinsichtlich der eingesetzten Sensorgrößen und Optiken sowie an Optionen durch die Vielzahl an Features.

Welche Filmkamera darf´s denn sein? - „Think BIG!“

Generell kann man sagen, dass man mit einer Profi-Filmkamera einen wirklich exzellenten, eigenen Filmlook kreieren kann. Es gibt jedoch genügend Beispiele in der Filmgeschichte, die belegen, dass keine zwingende Kausalität zwischen hochwertigem Equipment und der späteren Filmqualität besteht. Festhalten kann man aber, dass eine Filmkamera mit einer hochwertigen Optik bessere Aufnahmen macht, als ein Consumer-Camcorder aus dem eher tiefpreisigen Segment.

Den Ausspruch „Think BIG!“ wird jeder kennen, der schon einmal in das Filmbusiness hineingeschnuppert hat. Häufig bestimmt das Budget, wie groß man beim Einsatz von Filmequipment denken darf. Für einen ambitionierten Filmer kann eine Kamera prinzipiell erst einmal gar nicht groß genug sein. Die eigene Erfahrung holt einen jedoch meist zurück auf den Boden der Tatsachen und zur Erkenntnis, dass die größte Kamera nicht automatisch immer die Beste ist.

Sensor – Die Größe machts

Die Sensorgröße reicht bei Camcordern von „1/4-Zoll“ (Sensorgröße 8mm²) bis „2/3-Zoll“ (Sensorgröße 58mm²) und bei professionellen Camcordern von „Super35“ (Sensorgröße 314mm²) bis „Full Frame“ (Sensorgröße 864mm²). Größere Sensoren stehen für mehr Filmqualität, geringeres Rauschverhalten und einen höheren Anschaffungspreis.

Feste Optik oder Wechselbajonett?

Ein Consumer-Camcorder mit fest verbauter Optik ist meist mit einem kleineren Sensor ausgestattet, bietet gegenüber semiprofessionellen Camcordern und digitalen Filmkameras den Vorteil: Stromversorgung anlegen, einschalten, filmen! Alle Bestandteile – vom Sensor über die Optik bis hin zur Fokussierung, Stabilisation und Steuerungsmodi – sind aufeinander abgestimmt. Der Filmer muss sich hierüber also keine Gedanken machen. Kommen hingegen Profi-Filmkameras zum Einsatz, so nimmt es Zeit in Anspruch, bis mit dem Filmen losgelegt werden kann – das Rig will vorbereitet und der Follow Focus befestigt werden. Dann wird noch ein Kompendium montiert, die Kamera mit einem Sichtmonitor versehen, gegebenenfalls kommt noch ein eigenständiges Richtmikrofon hinzu und zu guter Letzt will alles auch noch verkabelt werden. Diese Filmkameras spielen ihren Vorteil jedoch damit aus, dass man unterschiedliche Optiken für alle nur denkbaren Einsatzmöglichkeiten verwenden kann.

Arbeit mit der Filmkamera

Das Mitziehen der Schärfe bei bewegten Objekten oder Schärfeverlagerungen innerhalb der räumlichen Umgebung sind deutliche Anzeichen für den Einsatz einer Profi-Filmkamera mit entsprechender Optik. Nicht umsonst arbeiten bei einer aufwändigen Spielfilmproduktion meist zwei Kameraleute gleichzeitig an einer Kamera – der Kameramann (DoP, Director of Photography) bewegt die Kamera und legt den Bildausschnitt fest und der Kameraassistent (Camera Operator) gewährleistet die exakte Einstellung des Follow Focus sowie den reibungslosen technischen Ablauf. Beim Camcorder sorgen kleine Servomotoren für einen schnellen Autofokus. Viele Dinge, die mit einer Profikamera manuell beeinflusst und gezielt gesteuert werden, mitunter dann aber auch zeitaufwändiger sind, können in einem Camcorder per Automatik elektronisch geregelt werden.

Fazit

Der Weisheit folgend, dass „Viel hilft viel“ nicht immer der Paradeweg ist, bedeutet die Größe einer Kamera oder ihrer Sensoren erst einmal nichts. Das Filmbild, das der Filmer am Ende sehen möchte, legt die Filmtechnik fest, die bei den Dreharbeiten zum Einsatz kommen soll. Bei der Auswahl an exzellenten Aufnahme-Lösungen, die die Imagingbranche zu bieten hat, gibt es immer ein Kameramodell, das die Vision des Filmers optimal einfangen kann. Und sollte eine bestimmte Kamera zu teuer sein, bietet sich meist die Möglichkeit, das Equipment für die Dauer der Dreharbeiten anzumieten.

Videotipps 08 / 2017

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